Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- V (1868)
- Issue
- 15 (1.8.1868)
- Date
- 1868-08-01
- Page
- Seite 120 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9050333-9094778-9051240--0926-9051248- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
120 einigte, die zum gottesdienstlichen Leben und zur Befriedigung der konfessionellen Bedürfnisse notwendig waren, und durch die weisen und gottesgelehrten Männer,' die in ihr lebten und lehrten, einen weit verbreiteten Ruf erlangt hatte." — Stuttgart. Dr. Eduard Pfeifer wurde als Ageordneter der Stadt Ulm in die zweite Kammer gewählt, er ist der erste Israelit, der in Württemberg in die Kammer kömmt. Worm§. Die hiesigen Juden haben sich der Festesseier bei Enthüllung des Lutherdenkmals eng angeschlossen, sie waren im Comite vertreten, haben ihre Häuser geziert und den Fremden gastfreundlich geöffnet. Sogar die Judengasse war festlich geschmückt und die Synagogen den Beschauern unentgeltlich gezeigt. (Dieser unentgeltliche Einlaß durfte nicht erst besonders hervorgehoben werden; es ist niemals vorgekommen, daß Fremden der Zutritt zu einer Synagoge nur gegen Eintrittsgeld gestattet worden wäre, höchstens daß der Küster ein ihm freiwillig gereichtes Trinkgeld annimmt, wie dies auch bei Besuchen von Kirchen vorkömmt. (Die Redaktion). Viele der hervorragenden christlichen Besucher haben ihren Namen in ein Album gezeichnet, welches zu diesem Behnfe in der Raschi-Capelle aufgelegt war. Es geschah dies alles seitens der Juden nicht bloß aus anerkennenswerther Toleranz, sondern mit Bewußtsein von der historischen Bedeutung Luthers und seines Denkmals. Jndeß verhehlen wir es uns nicht, daß Luther Juden und Judenthum feindlich gegenüber stand und in Wort und Schrift sie bekämpfte. (Jsr. Lehrer.) Holland. Die jüdische Bevölkerung Hollands betrug im Jahre 1860 ungefähr 66,000 Personen, im Jahre 1868 J sind deren ungefähr 69,000. Die Regierung verausgabt I jährlich für den israelitischen Cultus 38,866 fl. l SüN-Franzieko. Wir haben seinerzeit im „Abendland" j berichtet, mit welcher Feierlichkeit im vorigen Jahre die l männlichen Drillingskinder eines Herrn Danziger in den Bund des Judenthums ausgenommen wurden. Am 15. Juni! d. I., an welchem Tage die Drillinge, die sich der besten Gesundheit erfreuen, das erste Lebensjahr zurückgelegt hatten, wurde, wie der „Hebrew Leader" berichtet, ihnen zu Ehren von mehreren achtbaren Bürgern der Stadt ein glänzender Ball gegeben. Neu-Aork. Am 23. Juni starb hier der als Gelehrte; und Prediger allgemein geachtete Dr. Moreis Jakob Raphall in seinem 70. Lebensjahre. Er wurde am 26. Sept. 1798 zu Stockholm von frommen und wohlhabenden Eltern geboren. Im Jahre 1841 wurde er als Prediger in Birmingham in England angestellt, von wo er 1849 nach Amerika auswanderte. Bevor er in Neu-Iork definitiv als Prediger angestellt wurde, machte er eine Rundreise durch die Union, hielt in allen größeren Gemeinden Gastpredigten, die mit enthusiastischen Beifall ausgenommen wurden. Als Prediger erlangte er einen hohen Ruhm, er galt als der erste Kanzelredner seiner Zeit unter Juden wie unter Christen. Nebstbei besaß er ein seltenes Wissen; er war nicht bloß in der hebräischen Literatur heimisch, er war auch ein gründlicher Kenner der Literatur Englands und Frankreichs. Sein Lieblingsstudium war die Geschichte, worin er durch ein selten glückliches Gedächtniß unterstützt wurde. Mehrere geschichtliche Aufsätze, die er schrieb und mehrere Vorträge, die er in der hiesigen historischen Gesellschaft hielt, verschafften ihm den Ruf eines tüchtigen Geschichtskenners und Geschichtsforschers. Der Tod seiner Gattin, der 1858 erfolgte und die Abnahme seiner physischen Kräfte reiften in ihm den Entschluß, sich in den Ruhestand zu begeben. Es war für die Gemeinde Buai-Jeschurun, bei welcher er angestellt war, kein Leichtes einen Ersatz zu finden, und er selbst empfahl der Gemeinde seinen Nachfolger. Raphall's Leichenbegängniß war ein großartiges wie ein solches in New-Iork noch nicht gesehen wurde — Friede seiner Asche! (Hebrew Leader.) Jerusalem. In der neugebildeten Magistratsbehörde haben auch zwei jüdische Deputirte, die Herren Valeno und Amselig Sitz und Stimme. Die vom Hause Rothschild allhier gegründeten Wohithätigkeitsinstitute hatten sich in der letzten Zeit vieler vornehmen europäischen Besuche zu erfreuen. Wir nennen darunter Prof. Dr. Frerichs und Prof. Dr. Tellkampf, den Herzog von Modena, Don AlphonS, Jnfant von Spanien, Herr v. Hübner. Eine besondere Aufmerksamkeit schenkte Dr. Frerichs dem jüdischen von Baron Rothschild gegründeten Spitale, er sprach mit jedem einzelnen Kranken und äußerte seine volle Zufriedenheit mit den Leistungen dieses Instituts. Bei seiner Einschreibung in das „Fremdenbuch" des Spitals drückte er ebenfalls in einigen Zeilen, seinen ganzen Beifall über den trefflichen Zustand dieser Humanitätsanstalt aus. — (Hamagid.) Inserate. Sara Kuh, geh. Plohn Ornamcntenstickcrci f. d. Synagoge Kleiner Ring Kr. 457 — 3. Stock. Diese Firma, welche sich seit 40 Jahren wegen ihrer soliden und schönen Arbeiten des besten Rufes erfreut, wird nun nach Dahinscheiden meiner seligen Mutter Salomon Plohns Wittwe von mir fortgeführt und empfiehlt sich dem geehrten jüdischen Publikum insbesondere den löblichen Synagogenvorständen zur Anfertigung aller Arten von Ornamentenstickererei für die Synagoge als: NV2P HIÖÖ nPHS miss und Thoramäntel und verspricht die schnellste und solideste Ausführung zur vollen Zufriedenheit der Besteller. Thoramäntel und Thoradecken NO22 sind zu jeder Zeit vorräthig. Vom Rabb. Dr. K o b a k in Bamberg ist erschienen: IFQflllTRTTlVf Zuschrift f. die Wissensch. des Juden- ».□311111)11111.11, thums. IV. Jahrg. Preis 2 Thlr. Zu beziehen durch die Antiquariats-Buchhandlung Seligeberg in Bayreuth, wo auch Jahrg. VI. und V. zu haben ist. Prakt. Lehrgang der liebr. Sprache für Schulen u. zum Selbstunterrichte. Heft l. Preis 12 Sgr. (42 kr.) Zu beziehen durch die Otto Reindl'sche Buchhandlung in Bamberg. Ginse Nistaroth. •(nnnpj U2)) Handschriftliche Editionen aus der jüdischen Literatur. Unter Mitwirkung mehrerer Gelehrten herausgegeben. Heft 1—2. Preis 12 Sgr. Concurs- In der israelitischen Gemeinde Hermanmestec, bei Pardubitz in Böhmen ist bis 15. August l. I. die Stelle eines musikalisch gebildeten Cantors, der zugleich JTTD "TD1 sein soll, zu besetzen. Jahresgehalt 400 fl. nebst Naturalwohnung und üblr- >en Emolumenten. Reisekosten-Vergütung erhält nur der Acceptirte. Competenzgesuche sind ehebaldigst einzubringen beim gefügten israelitischen Cultusvorstand: Hermann Tranb. Druck von Rudolf M. Rohrrr in Brünn.