Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- V (1868)
- Issue
- 6 (15.3.1868)
- Date
- 1868-03-15
- Page
- Seite 48 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 48 Halterei im Betrage von ungefähr 800 fl. bewilligt, und den Betreffenden zugewiesen worden. * Unser geschätzter Mitarbeiter Herr Hermann Kohn, Hörer am jüdisch-theologischen Seminar zu Breslau, ein geborner Böhme, wurde dieser Tage zum Doctor der Philosophie promovirt. Herr Dr. Kohn befaßt sich eifrig mit der jüdischen Detailgeschichte, und hat bereits für das „Abendland" mehrere werthvolle historische Arbeiten geliefert. R. Prag. Die hiesige Cultusgemeinde-Repräsentanz hat an den ehrwürdigen mährischen Landesrabbiner die Bitte gerichtet, ihr den Plan für das in Brünn zu errichtende Proseminar zukommen zu lassen, da sie die Absicht hat, die hier bestehende Talmud-Torah zu einem Proseminar zu constituiren, welchem Ersuchen bereitwilligst entsprochen wurde. Wie wir hören, haben sich die meisten Fachmänner in Böhmen und Mähren, die von der hohen Regierung zur Abgabe eines Gutachtens in der Seminarfrage aufgefordert wurden, für Errichtung von Proseminarien in Wien, Prag und Brünn und eines Reichsseminars in Prag ausgesprochen. * Der geschätzte Mitarbeiter dieses Blattes, Herr Hermann Kohn vom jüdisch - theologischen Seminär in Breslau hat die philosophische Doctorswürde der Universität Tübingen erlangt. Die Mittheilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen bringen in ihrem letzterschienen Hefte (VI.) des laufenden (VI.).Jahrganges einen trefflichen Aussatz aus der Feder des Genannten, betitelt: Die böhmischen Theobalde (oder Depoltice, eine Seitenlinie des herzoglichen und nachmals königlichen Hauses der Premysliden), welcher ein gründliches Quellenstudium beurkundet, und sich namentlich durch Mittheilung vieler neuer Daten, die den bisherigen Geschichts chreibern dieser Periode der böhmischen Geschichte theils unbekannt, theils von denselben .nicht gehörig gewürdigt waren, sehr vortheilhaft auszeichnet. Wir sind auf die Fortsetzung im nächsten Hefte sehr gespannt und können dem rührigen Autor nur wünschen, daß er aus dem bisher betretenen Wege rüstig vorwärtsschreite, und ein treuer Anhänger der Wissenschaft bleibe, als deren tüchtigen Jünger er sich bisher bewiesen. —f— * Die neugewählten Repräsentanten der böhmischen Landesjudenschaft wählten in ihrer ersten constituirenden Versammlung den Vertreter des Pilsner Kreises Herrn Carl F. Lederer aus Pilsen zu ihrem Obmanne, den Vertreter des Prager Kreises Herrn Gratum aus Beraun zum Obmannsstellvertreter, Herrn D. Kann aus Schwarzkosteletz, Mitglied der früher bestandenen Steuerpachtgesellschaft und ex otkc> lebenslängliches Mitglied der Repräsentanz, zunt Cassier, und ernannte Herrn Josef Fischl, Chef der Firma: M. Fischl et Söhne in Prag, und Besitzer der k. k. landesbes. Spiritusrectificirungs - Fabrik in Miskowitz, zum Verwalter des jüdischen Steuerhauses. Herr Carl F. Lederer ist Repräsentant der Filiale der böhmischen Escomptebank in Pilsen, Mitglied des Pilsner Cultusgemeinde-Vorstandes, Mitglied der Handels- und Gewerbekammer für den Pilsner Kreis, Beisitzer beim Handelssenate in Pilsen, und ist von der vielseitigen Routine so wie von der Energie des neugewählten Obmannes ein ersprießliches Wirken der Repräsentanz zu erwarten. Dercelli (Italien.) Herr Prof. Pontremoli, Mitredakteur des „Educatore Jsraelita", wurde von seinen Collegen eini stimmig zum Vicepräsidenten der technischen Schulen ernannt,! in denen er als einer der ältesten und vorzüglichsten Lehrer , die fremden lebenden Sprachen vorträgt. . j Ferrara Unser Glaubensgenosse, Herr Pacifico Cavaliere, einer der ersten Kaufleute der Stadt, wurde mit dem Mauriziusorden dekorirt. (Educ. Jsr.) . Paris. Herr Michel Levy, Mitglied der medizinischen Akademie, bisheriger Sanitätsinspector im Kriegsministerium, wurde zum Vice-Präsidenten des Eomite's oer Militärspitäler ernannt. * Herr Adolf Neubauer, ein gebürtiger Ungar, der bereits öfters von der französischen Regierung mit wissenschaftlichen Missionen betraut wurde, ist nun auch nach Spanien geschickt worden, um daselbst in Klöstern und Bibliotheken nach jüdischen Büchern zu forschern. (Trotz der vielen Autodafes, die in Spanien mit jüdischen Büchern vorgenommen wurden, dürften sich in diesem Lande noch viele Werke der jüdischen Literatur finden. — Die Redaktion.) * Der pensionirte Gensdarm, Moses Hirsch, welcher seit 35 Jahren in Diensten ist und während dieser Zeit 11 Gefechte mitgemacht und dabei 2 Wunden erhalten hat, wurde zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. (Univ. Jsr.) Gravenhage (Holland). Herr I. v. Ferares, Rabbiner der hiesigen portugiesischen Gemeinde ist zum Ritter des niederländischen Löwen-Ordens ernannt worden. Tunis. Herr Garsin, Präsident des hiesigen Zweigvereins der „Alliance Jsraelite", wurde vom Bey von Tunis mit dem Nichan Jftikar-Orden dekorirt. Die ganze Bevölkerung hat diese Auszeichnung mit dem größten Beifalle ausgenommen. Herr Garsin genießt durch seine großen Verdienste die allgemeine Achtung. (Univ. Jsr.) Inserate. Concnrs. An der hiesigen israelitischen höhern Bürgerschule, welche einer vierclassigen Hauptschule gleichgestellt ist, ist die Stelle eines Lehrers für die I. und II. Elaste in Erledigung gekommen, welche mit einem Jahresgehalt von fl. 360, — d reihundert sechzig Gulden österr. Währ., verbunden ist und vorläufig auf die Dauer von drei Jahren besetzt wird. Bewerber hierum haben ihre dießfälligen eigenhändig geschriebenen Gesuche auf gesetzlichem Stempel, belegt mit der Nachweisung über die Befähigung als Hauptschullehrer und zum Unterricht in der hebräischen und französischen Sprache, so wie über ihre bisherige Verwendung und Moralität, ihr Alter und Stand, längstens bis Ende April dieses Jahres bei der gefertigten Vorstehung einzustellen. — Dem Acceptirten wird auch ein Reisepauschale von 30 fl., dreißig Gulden österr. Währ., zugesichert. Die Vorstehung der Israeliten - Gemeinde Hohenems, am 4. Februar 1868. Der Bürgermeister: Samuel Menz. Concurs In der Cultusgemeinde zu Br and eis a. d. Elbe ist die Stelle eines Predigers, der zugleich befähigter Rabbiner ist, mit dem Jahresgehalte von 500 fl. österr. Währ., so wie auch die Stelle eines musikalisch gebildeteu Cantors mit dem Jahresgehalte von 350 fl. österr. Wäyr., für beide Stellen freie Wohnung, nebst üblichen Emolumenten mit der Uebernahme der Verpflichtung zu besetzen, daß zugleich dem israelitischen Schulunterrichte gehörig entsprochen werde. Der Gehalt für den zu leistenden Unterricht wird im Wege des mündlichen Uebereinkommens festgesetzt. Die P. T. Herrn Reflectanten werden ersucht, ihre diesbezüglichen Zeugnisse und Zuschriften bis 15. März 1868 an den gefertigten Cultus-Vorstand franco emzusenden. Reisekosten werden nur den Acceptirten vergütet. Josef Ianowitz, Vorsteher. Druck von Rudolf M. Rohrer in Brünn.