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Das Abendland · 1868-02-15 · 4 (15.2.1868) · p. [Seite]

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Journal
Das Abendland
Volume
V (1868)
Issue
4 (15.2.1868)
Date
1868-02-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ttto. 4. V. 2ahrg. <3, Lentral-Organ für alle des Ittdp«thtt«s. Pränumeratiousbetrag ganzj. 3 fl., halbjährig 1 fl. 50 kr. vierteljährig 80 kr. mit Postzusendung und Zustellung ins Haus. Für's Ausland ganzj. 2. Thlr. halbj. 1 Thlr. 15 Gr. Verleger, Eigenthümer und verantwortlicher Redakteur D. EhrMflNN. Erscheint am 1- und 15. jeden Monats. Administration Bäcker gaffe Nr. 2. 2. Stock. Exped. Krapfengaffe 18, Epstein's Buchh. Inserate werden billigst berechnet. Inhalte Sir Moses Montesiore. — Das Brunner Stadt- und Schöffenbuch in Bezug auf die Juden. — Alte Urkunden. Juden in Holland. Die Juden in Abeffynien. — Ueber die Sprache im Allgemeinen und hebr. Sprache insbesondere. — Zur biblischen und talmudischen Geographie. —Correspondenzen. — Locale und Auswärtige Notizen. — Inserate. Sir Moses Montesiore. Der englische Theil des Hebrew Leader enthält eine biographische Skizze des berühmten Philantropen Sir Moses Montesiore, der wir die nachfolgenden Daten entnehmen. Dieser edle Patriarch, der keine Beschwerden und Mühseligkeiten scheut, wenn es gilt die Wohlfahrt seiner Stammesgenossen zu fördern, der in die entferntesten und entlegensten Gegenden reist, wenn das Unglück seiner Glaubensbrüder seinen Rath und seinen Beistand heischt, wnrde am 24. Oktober 1784 in London geboren. Durch die strenge Rechtlichkeit, die er bei seinem ausgedehnten Geschäfte an den Tag legte, erwarb er sich die allgemeine Liebe und Bewunderung. Seinem Einfluß, ist es zu verdanken, daß so viele Vorurtheile, die früher gegen das jüdische Volk gehegt wurden, der Vergessenheit anheimfielen, und die unermüdliche Thätigkeit, die er in dieser Richtung entwickelte, brachte die jüdische Nation auf jene Stufe, auf der sie sich gegenwärtig befindet. Im Jahre 1812 heirathete er Judith Kohn, eine Verwandte der Rothschilds, durch welche Verbindung er mit jener so angesehenen Familie in das innigste Freundschaftsverhältniß kam. Eine Reise nach Palästina, die er 1829 in Begleitung seiner Gattin unternahm, veranlaßt ihn zur Veröffentlichung seiner Reiseeindrücke unter dem Titel: „Tagebuch einer Reise nach dem heiligen Lande." — 1837 wurde M. zu dem ehrenvollen Amte eines Sheriffs gewählt. Als Königin Victoria unmittelbar nach ihrem Regierungsantritte Guildhall besuchte, gab ihr M. als die erste Magistratsperson ein Banquet, bei welcher Gelegenheit er von Ihr. Majestät zum Ritter ernannt wurde. Nachdem er seine verschiedenen Pflichten als adeliger Besitzer und Magistratsperson in der Grafschaft Kent, die ihn als Ober-Scheriff wählte, in der ehrenvollsten Weise erfüllte, erhielt er den Titel eines Barons der drei Königreiche, und wurde von jener Zeit an ein Mitglied der englischen Aristokratie. Diese großen Auszeichnungen ließen jedoch den edlen Mann die Interessen seines Stammvolkes nicht vergessen. Bereits im Jahre 1837, als ihm die traurigen Zeitungsberichte aus Liberias über die schrecklichen Folgen dÄ^bekannten Erdbebens zu Ohren kamen, unternahm er,! trotz der Gefahren, die damals den Reisenden in Syrien be- ..dr./bt^n, abermals in Begleitung seiner hochherzigen Lebensgefährtin/ eme Reise' nach Palüstiua/ Die großen Summen, die Sir Moses bei dieser Gelegenheit vertheilte, hatten nicht blos den Zweck, Armuth und Elend zu lindern, sondern auch den Ackerbau und die Gewerbsthätigkeit unter seinen dortigen Glaubensgenossen zu fördern. Einige Jahre später übernahm der große Philantrop eine neue heilige Mission, die durch die Gefahren und Reiseabenteuer denen er sich aussetzte, eine der schwierigsten wurde. Als die Juden in Damaskus 1840 durch die bekannte schmähliche Blutbeschuldigung den schrecklichsten Verfolgungen ausgesetzt waren, eilte Sir Moses in Begleitung des berühmten pariser Advocaten Cremieux seinen bedrängten Brüdern zu Hilfe, und besuchte zu diesem Zwecke die Städte Damaskus, Alexandrien und Constantinopel. Gleich nach seiner Ankunft erbat er sich bei Mehmed Ali, der damals in Syrien herrschte, eine Privataudienz, und später auch beim Sultan, der nachher die Herrschaft über Syrien wieder gewann. Seine Mission hatte Erfolg. Die unglücklichen Juden in Damaskus fühlten bald die wohlthätigen Wirkungen dieser Audienz. Die harten Ukase gegen die russischen Juden 1845 bewogen Sir Moses im Winter des genannten Jahres nach Petersburg zu reisen. Der günstige Eindruck, den er auf Kaiser Nikolaus machte, bewirkte die Sistirung jener Gesetze. Auf Verlangen des Czars unternahm er eine Rundreise in Russisch-Polen, um die Lage seiner dortigen Glaubensbrüder kennen zu lernen und Vorschläge zur Verbesserung derselben zu unterbreiten. Der edle Menschenfreund kehrte nach England zurück, doch die heimatliche Ruhe sollte ihm nicht für immer gegönnt sein. Die Hungersnoth, die 1854 in Palästina ausbrach, trieb ihn zur Stätte der Noth, wo er unermeßliche Summen zur Linderung des Elends verausgabte. Während seines dießmaligen Aufenthalts im heiligen Lande, erhielt Sir Moses vom Sultan die Erlaubniß, Ländereien anzukaufen und Spitäler und Armenhäuser in Palästina zu errichten. Alle seine Handlungen zeigen von jener edlen Menschenliebe, die sich nicht damit begnügt Almosen zu spenden, deren Streben vielmehr darauf gerichtet c

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