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Das Abendland · 1868-02-01 · 3 (1.2.1868) · p. [Seite]

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Journal
Das Abendland
Volume
V (1868)
Issue
3 (1.2.1868)
Date
1868-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Präimmerationsbetrag ganzz. 3 fl., halbjabrig 1 fl. e»0 lr. vierteljährig 80 kr. mit Postzusendnng und Zustellung ins Haus. Für's Ausland ganzj. 2. Thlr. halbj. 1 Thlr. 15 Gr. Verleger, Eigenthümer und verantwortlicher Redakteur v LhkMINN. t»«S. Erscheint am 1 und 15. jeden Monats. Administration Bäckergasse Nr. 2. 2 Stock. Expcd. Krapfengasse 18, Epstein's Buchh. Inserate werden billigst berechnet. qttfifllt: Die Comite - Berathungen in Brünn. — Inden und Mexikaner. - Menachem Mendl Krochmal. - Das Urbild von Shakespeare's „Kaufmann von Venedig!" — Alte Urkunden. Juden in Holland. — Menschenfreundlichkeit des R. Jsak Alfasi. — Correspondenzen. — Locale und Auswärtige Notizen. — Inserate. Die Eomite-Serathungen in Krünn, über das zu gründende Proseminar und den Religions-Unterricht irr den jüdischen Volksschulen. Am 27. Jänner versammelten sich die Mitglieder der obgenannten Comites abermals in Brünn, urn die vom 9. bis 12. December v. I. begonnenen Berathungen fortzusetzen. Wir theilen den Lesern dieses Blattes das Resultat der zwei ersten Berathuugstage mit, und werden in der nächsten Nummer die weitern Beschlüsse der Comite's zur Kenntniß des Lesers bringen. Wir haben bisher einfach als Berichterstatter über diese Comitcsitzungen referirt, behalten uns jedoch vor, die betreffenden für das jüdische Unterrichtswesen so wichtigen Fragen einer kritischen Beleuchtung zu unterziehen. Die Gegenstände der ersten zwei Berathuugstage waren zumeist bloße Ausführungen der früheren Beschlüsse. Im Schulcomite wurde der festgesetzte Lehrstoff für 4- und Oclassige Volksschulen nach den einzelnen Classen vertheilt. Von dem früheren Beschluß, im Comite die Ausscheidung der für den Jugendunterricht nicht geeigneten Bibelstellen vorzunehmen, wurde wegen sich herausgestellter Meinungsdifferenz über einzelne Punkte abgegangen, und über Antrag des Dr. Eisler kam das Comite zu folgendem Beschlüße: Geschlechtsregister und Nomenklaturen, wie sie in der Bibel häufig Vorkommen, seien beim Unterrichte nur cursorisch zu nehmen, die Ausscheidung jener Stellen hingegen, die wegen ihres sexuellen Inhalts Bedeirken erregen, seien dem Ermessen des Lehrkörpers und des Schulvorstandes in den einzelnen Schulen zu überlassen. Im Proseminar-Comite wurde gleichfalls der Lehrstoff nach den einzelnen Classen vertheilt. Ueber Antrag des Dr. Placzek wurde folgender Stundenplan genehmigt. Für die Rabbinatszöglinge wurden 11 Unterrichtsstunden wöchentlich festgesetzt, und zwar 6 Stunden für das talmudische 4 St. für das hebräische Fach, l St. für die in deutscher Sprache vorzutragenden Doctrinen. Die Lehramtscandidaten genießen den gleichen Unterricht mit den Rabbinatszöglingen mit Ausnahme des talmudischen Faches, und werden noch überdieß durch 2—3 Stunden wöchentlich in Musik und Gesang unterrichtet, 1 St. ist für praktische Vorträge bestimmt. Der Antrag des Dr. Schmied! führte zu dem Beschlüße: daß nur jenen Rabbinatszöglingen beim Austritte aus dem Proseminar ein Abgangszeugniß ertheit werde, die sich über die abgelegte Maturitätsprüfung ausgewiesen haben. Der gewiß gerechtfertigte Antrag des Dr. Stößel, daß bei der Aufnahme des Zöglings in's Proseminar von den talmudischen Vorkenntnissen abgesehen werde, wurde vom Comite acceptirt, und demgemäß der dießbezügliche frühere Beschluß abgeündert. j Nach dem Anträge des Vorstehers Karplus wird in der An- | statt auch die erste und zweite Classe des Gymnasiums als | Privatunterricht vorgetragen werden, damit den Zöglingen, die diesen Unterricht genießen wollen, mehr Zeit für die jüdischen Gegenstände übrig bleibe. Endlich wurde über Antrag des Dr. Schmiedl beschlossen, daß das Aufsteigen von einer Classe in die höhere von dem Aufsteigen des Schülers am Gymnasium unabhängig bleibe. Wie aus diesem Referate zu ersehen ist, wurden bei diesen Berathungen manche früheren Beschlüsse annullirt; inwiefern nun der die Proseminarfrage tief bis in den innersten Nerv berührender Umstand, daß die hohe Regierung die Gründung eines Reichsserninars für die westlichen Länder Cisleithaniens ernstlich in Angriff genommen hat, und von Seiten der k. k. Statthaltercien bereits von Fachmännern, wie von der Cultusgemeinde-Repräsentanz, den Professoren Wessely und Kämpf in Prag, von Rabbiner Dr. Placzek, Religionsproseffor Ehrmann, den Repräsenta.rzmitgliedern Franz Flesch und Ignaz Wohlmuth in Brünn wohlbegründete Gutachten über diese für das ganze österreichische Judenthum so wichtige Angelegenheit abverlangt wurden, aus die weitern Berathuugen des Brunner Proseminar-Comite Einfluß üben dürfte, werden wohl die weitern Comitcsitzungen in den nächsten Tagen zur Entscheidung bringen, umpmehr als nebst Dr. Placzek auch die Comitemitglieder Dr. Duschak und Dr. Schmiedl zur Abgabe von Gutachten über das Reichs-

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