Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- V (1868)
- Issue
- 1 (1.1.1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 7 unb deßhalb umn Fürsten Theodor eriürt wurden, ftaj hier j befänden. Ich suchte ihre Bekanntschaft zu machen. Trotz! ihrer dunklen Farbe erkennt man gleich den hebräischen Typus aber sie sind so unwissend, daß man über ihre besonl deren Gebräuche nichts erfahren fattit. Der weniger Dumme! von den beiden, der behauptet, Sohn eines Hohenpriesters j ,u sein, sagte mir eine Hymne aus dem Morgengebethe m j bei* Gneez- und in der Agawsprache. Die abessynischen In-; ben haben das Institut der Meturgeman beibehalten. (Bergl.; nnseru Aussatz: Die Juden in Asien und Afrika. Abendland j 1867. Nr. 21.) Zuerst singen sie eine Hhnme in Gneez i oder Ägaw, dann wird sie in die vulgäre Sprache übersetzt,! damit das Volk sie verstehe. Hier folgt die Uebersetzung: „Erhöre, Ewiger! mein Gebet, erhöre, Ewiger! die! „Stimmen meines Flehens. Mit deiner großen Macht, o "„Ewiger! hast du uns aus Egypten geführt, und das Heer „Pharao'S ins Meer versenkt, du hast uns gespeist in der „Wüste, du hast uns geführt mit einer Wolkensäille am „Tage und mit einer Feuersänle des Nachts. Wer ist^dir „gleich, der du verehrt wirst in der Versammlimg der Heiligen. Welcher Gott ist wie der unsrige ohne Anfang und „ohne Ende. Ewiger! gedenke des Bundes der Lehre Moses, „die du verkündet hast am Berge Hereb. Lobet Gott in „allen Zeiten. Amen, Amen!" — (Die Fassung dieses Gebetes deutet auf ein hohes Alter. Der Redakteur.) Gegenwärtiges schreibe ich bei den Ruinen des alten Adula, fün/ Lieus südlich von Massonah. Ich bewohne hier eine kleine Hütte imnitten einer wüsten Ebene - vor dem indischem Lager, ..welches die Errgländer neuerlichst wieder befestigt haben. Ich bin elltschlosseil, der englischen Expedition ins Innere zu folgen, ich werde aber bei dem langsamen Verrücken der Engländer noch ziemlich lange warten müssen. Es gibt jedoch fein anderes Mittel, das Land ist in Aufruhr und jede Commnnieation ist unmöglich. In Europa kann man es kaum begreifen, welchen Leiden der Reisende in diesen heißen Regionen arrsgesetzt ist. Seit einem Monate fehlt es mir an Brod, ich esse das in schmutzigem Wasser gekochte Donrrä, dessen ekelhafter Geruch die Nerven empört. Die Leute hier kennen keine kleine Münze, den geringsten Gegenstand lassen sie sich in Thalcru iMaria Theresia-Thaler) bezahlen, so daß ein Pfund Fleisch oder Oel nicht weniger als 5—6 Frcs. kostet; trotzdem bin ich zufrieden und heiter, weil ich hoffe, im Laufe des Winters die Aufgabe 'meiner Reise lösen zu können. Ich befinde mich, Gott sei Dank, wohl, trotz dem Clima. Jetzt, 2 Uhr Nachmittags, haben wir 45 Grad Reaumur, während die Nächte sehr kalt sind. Ich bitte Sie, mir zu schreiben und die Lösung jener Fragen aufzugeben, die Ihren Verein interessiren, auch lassen Sie mich gütigst die Entscheidung des Londoner Comite's über meine Reise nach China wissen. Der französische Consul Herr Munzinger wird Griefe für mich von Massonah aus weiter befördern. Genehmigen Sie die Versicherung rneiner Hochachtung rc. in der letzten Feit verstorbenen Oberrabbiner Rnppoport in Prag und Meist in Pest. In geistvoller Charakteristik zeichnete er den Erstgenannten als großen Meister der jüdischen - *■ - unmittelbar wir* Nednt locale und auswärtige tlothen. Brünn. Am 29. December verstarb hier Herr Med- Dw Ignaz Bachrach, Sekretär der isr. Cultusgemeinde-Repräsentanz, nach kurzer Krankheit im 63. Lebensjahre. Der Verstorbene, der unverheirathet war, und äußerst sparsam lebte, widmete sein nicht unbedeutendes Vermögen wohlthätigen Stlstungen zum Wohle der leidenden Menschheit. Die nächste Nummer des „Abendland" wird über das Leben dieses 7?^ ,.^Mannes wie über die hinterlassenen Legate einen ausführlichen Bericht bringen. r. * “""* Am 21. v. M. hielt unser geehrter Rabbiner, 4)err L)r. lllaczek, eme schwungvolle Denkrede auf. die beiden Meist mit der pester Gemeinde das Judenthum einen herben Verlust erlitten. Brünn. Nach der kürzlich erschienenen „statistischen Skizze" des Pros. Brachelli sind im Kaiserthum Oesterreich 1,121.100 Israeliten. Brünn. Am 22. v. M.. als am ersten Chanukatage, wurde wie alljährlich von Seite des hiesigen straelitischen Fraueuvereines in der Wohnung der Eassa-Vorstcherin, 0*ran Fanni Löw, die Bertheilung vollständiger Bekleidung und Wäsche an arme Mädchen vorgenommen. Dießmal wurden. 22 Mädchen dieser Wohlthat des Vereins theilhaftig. Herr Spitzer, Präses der Cultnsgerneinde, dankte den Vorsteherinnen des Vereins für ihr humanes Wirken, mrd munterte sie^mit wnsreichen mhätigkeit aus. H die einen sittlichen und religiösen Lebenswandel für die erwiesenen Wohlthaten dankbar zu beweisen. Die Kinder, die überdieß auch mit Obst, Backwerk re. bedacht wurden, waren recht froh und heiter, und so ganz glücklich, wie es eben nur die Jugend sein kann. Wien. «Lüinmtliche. cisleithanische Oberlandesgerichte haben an die ihnen unterstehenden Gerichte folgendes Normale erlassen: Das Abgeordnetenhaus des Reichsrathes hat in Folge seines in der Sitzung vom 29. Oktober 1867 gefaßten Be-> schlußes den k. tV Ministerien der Justiz und des CultuS empfohlen, dahin zu wirken, daß minderjährige Mädchen oder Frauen, welche ihren Eltern oder Ehegatten entlausen sind, nicht in den Nonnenklöstern sestgehalten öder dort vom Verkehr mit ihren Angehörigen abgeschlossen werden. Diesem zufolge wird das r. t. Gericht in Folge hohen Erlasses des k. k. Justizministeriums vom 6. November d. I., Z. 12581, angewiesen, in allen Fällen der bezeichnten Art, in welchem die gerichtliche Hilfe, namentlich auf Grund der §§. 92, 93 unb 145 a. b. G. B. in Anspruch genommen wird, sofern die Falle nicht in die Kompetenz der politischen Behörde fallen, das Amt nach den: Gesetze mit möglichster Beschleunigung zu handeln, und sich die Förderung des gesetzlichen Verfahrens, besonders in solchen Fällen angelegen sein zu lassen, in welchen eine strafbare Handlung nach §§. 93 und 96 St. G. begründet sein sollte. Hohenems (Vorarlberg). Herr Samuel Menz, Bürgermeister der hiesigen Jsraelitengemeinde, der bereits vor einigen Jahren wegen seines gemeinnützigen und humanitären Wirkens das silberne Verdienstkreuz mit der Krone erhielt, wurde neuerdings durch die Gnade Sr. Majestät des Kaisers ausgezeichnet. Er erhielt das goldene Verdienstkreuz mit dem Allerhöchsten Wahlspruch. (Wir gratuliren unserem Freunde, dem wir während unserer amtlichen Wirksamkeit daselbst so viel Theilnahme und Unterstützung zu danken hatten, zu ■ biefer verdienten Auszeichnung, und wünschen, daß er sich der Früchte, seines edlen Wirkens noch lange Jahre erfreuen möge. (Der Redakteur.) Prag. Bei dem Umstande, daß jetzt. eine Neuwahl für die jüdische Landesreprüsentan; vorgenommen wird, dürften folgende Notizen den Lesern Ihres geschützten Blattes Interesse bieten. Das isr. Landeswaisenhaus verbunden mit einer Lehranstalt für Rabbiner und Lehrer, wird nicht, wie leichte Federn behaupteten, in irgend einer Landstadt, sondern in der Hauptstadt Prag errichtet werden. Die Decreteder h. Statthalterei für die Landesrepräsentanten lauteten auf drei Jahre, eventuell bis zur Reglung der Cultnsordnung. Da diese noch ziemlich lange ans sich warten lassen dürfte, und die Conflikte mit der Prager Cultusgemeinde- Repräsentanz geschlichtet sind, hat die Landesrepräsentanz auf ihr Mandat verzichtet. Die bisherige Landesrepräsentanz, die einen Bericht