Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- V (1868)
- Issue
- 1 (1.1.1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Brünn, den 1. Jänner 1868. EkNtral-OrgM Pränumeratiousbetrag ganzj. 3 fl., halbjährig 1 fl. 50 kr. vierteljährig 80 kr. mit Postzusendnng und Zustellung ins Haus. Für's Ausland ganzj. 2. Thlr. halbj. 1 Thlr. 15 Gr. Verleger, Eigentyümer und verantwortlicher Redakteur D. EhrMNNN. Erscheint am 1. nud 15. jeden Monats. Administration Bäckergassc Nr. 2. 2. Stock. Gxped. Krapfengasse 18, Epstein'ö Buchh. Inserate werden billigst berechnet. Inhalt: Die Comite - Berathnngen in Brünn vom 9. bis 12. Dezember 1667. - Eine Episode aus dem Leben Voltaire's. - Abwehr. Alte Urkunden. - R. Joe! SirkisS. - Correspondenzen. - Locale und Auswärtige Notizen. - Inserate. conM^enenührc? hie dshrarMoudi . *nr "«f“ "hTc^i 9 NM^chaneman sichlerchr übe( den Lchrstoff geeintgr, V.r-Dmilk-Lerathnilgell m örnun vdm ». dis IL. tn Den Volksschulen behandelt werden soll/ In Schulen tzecember 1867, über das zu gründende Proseminar und den Religions-'Unterricht in den jüdischen Volksschulen. Bei der am 30. und 31. October u.. I. stattgefundenen Versammlung der inährischen Rabbinen, Lehrer und Cultus- Vorstände in Brünn wurde bekanntlich für jeden der beiden in der Ueberschrift genannten Punkte ein eigenes Comite gewählt, und zwar für das Schnlcomite: die Rabbinen Dr. Placzek, Dr. Feuchtwanger, Bloch, die Lehrer Dr. Eisler, Bondi, Storch. Die Vorsteher: Wohlmuth, Karplus, Blau. Für das Proseminar - Comite: die Rabbinen Dr. Placzek, Dr. Duschak, Dr. Schmiedl, Dr. Oppenheim, I. Weiß, die Lehrer Dr. Eisler, Bondi, Potell, Conrad, Sborowitz. Die Vorsteher: Dr. Stößel, Wohlmuth, Karplus, Schmiedl, M. Löwbär. Beide Comiteen hielten nun während der obenbezeichneten Tage in dem Sitzungssaals des israelitischen Tempels zu Brünn unter dem Präsidium des Herrn Oberlandes- Rabbiners Abr. Placzek ihre Berathungen. Am 9. Vormittags wurden beide Comites vom Präsidenten in einer warmen Ansprache herzlich begrüßt, und die Geschäftsordnung derselben festgesetzt. Da mehrere Herren Mitglieder beider Comites sind, wurde die Bestimmung getroffen, daß das Schul- Comite an den Vormittagen, das Proseminar-Comiti an den Nachmittagen seine Sitzungen abhalte. Am 9. Nachmittags eröffnete Herr Dr. Nowak, k. k. Schulrath, für die Volksschulen die Sitzung mit einer trefflichen Rede, in der er die Hebung des Unterrichtswesens im Geiste des Fortschrittes als Ziel der hohen Regierung bezeichnete, und auch im Namen Sr. Excellenz des Herrn Statthalters das Wohlgefallen der Regierung an den Resultaten der Conferenzberathungen im verflossenen October ausdrückte. In den folgenden drei Tagen wurden nun die eigentlichen Berathungen unter Vorsitz des Landes-Rabbiners gepflogen, deren Resultate wir nach den uns gütigst zugemittelten protokollarischen Aufzeichnungen den Lesern dieses Blattes mittheilen LEO. INSTITUTE NEW YORK mit 6jährigem Unterricht soll der ganze Pentateuch mit Ausscheidung der zürn Unterrichte für die Jugend nicht geeigneten Stellen durchgenommen werden, ferner die ersten Propheten und 62 liturgische Psalmen, nebstbei hebr. Grammatik, bibl. Geschichte bis zur Zerstörung des ersten Tempels und Religionslehre anknüpfend an den hebr. Bibelunterricht. Für Schulen mit vierjährigem Unterricht wurde dasselbe Ausmaß mit Ausschluß der Propheten und Psalmen angenommen. Dieses letztere Ausmaß wurde auch für Religionsschulen festgesetzt, und soll auch als Minimum der nöthigen Vorkenntniffe für die Ausnahme in den Mittelschulen gelten. Mit der Ausscheidung der für den Unterricht nicht geeigneten Pentateuchstellen wurde begonnen, und die Fortsetzung derselben sowie die Vertheilung der Unterrichtsgegenstände nach den einzelnen Claffen wurden der nächsten baldigst einzuberufenden Versammlung der Comitlmitglieder Vorbehalten. Lebhafter und mehr die principiellen Fragen berührend waren die Debatten des Proseminar-Comite, das Dr. Duschak und Potell zu seinen Schriftführern ernannte. Der letztgenannte am zweiten Berathungstage durch ein trauriges Familienereigniß abberusen, wurde durch Rabbiner Weiß ersetzt. Grundlage der Verhandlung bildeten 10 Fragepunkte, welche der Herr Landes-Rabbiner der Versammlung vorlegte, von denen jedoch nur ein Theil zur Erledigung gebracht wurde. Aus dem Anträge des Dr. Oppenheim und den dazu gestellten Amendements des Dr. Placzek und des Dr. Schmiedl ging folgender Beschluß aus der Versammlung hervor: Nach Ablauf von je 4 Jahren ist eine Generalversammlung einzuberufen, um ihre Anschauungen über die Leistungen des Proseminars kundzugeben, und ein neues Comite zu wählen, welches in ihrem Sinne die nothwendigen Verbesserungen im Lehrplane und in der Innern Einrichtung vorzunehmen habe. Dieses Comite bildet zugleich das ständige Leitungscomitk des Proseminars. Das abtretende Comite hat die Einberufung zu veranlassen. Der erste Fragepunkt betraf natürlich den Lehrstoff. 'Landes-Rabbiner legte für das talmudische Fach einen