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Das Abendland · 1867-11-14 · 23 (14.11.1867) · p. [Seite]

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
23 (14.11.1867)
Date
1867-11-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Mro 23. %aa den 14. Aovernber 1867. iv. Jaljrg. für alle tgewsths« des I»öe«ths«s. Pränumerationsdetrag aanzj. 3 fl., halbfahng 1 fl. 50 kr. vieneljährig 80 kr. mit Postzusendung und Zustellung ins Haus fiir's Ausland ganzj. 2 Thlr. halln- 1 Thlr. 15 Gr. Verleger, Eigenthümer und verantwortlicher Redakteur A. LhrUMNN. Erscheint alle 14 Tage und zwar jeden 2. Donnerstag. Administration Breite Gasie Nr. 109—V. Inserate werden billigst berechnet. Inhalt. An die geehrten Leser des „Abendland." — Ein zeitgemäßes Wort zur österreichischen Schulfrage. — Alte Urkunden. — Memorabi lien der Prager Judenschaft. — C o rrespo nde n zen: Prag, Hermanmestez, Luck bei Buchau, Brünn, Breslau. — Notizen: Prag, Böhm. Leipa, Nachod, Brünn, Wien, Breslau, Berlin, Polen, Bukarest. — Inserat. Än die geehrten Leser des „Abendland." Der Redakteur dieses Blattes, von der hohen k. k. mährischen Statthalterei für das Lehrfach der israelitischen Religion an den Gymnasien und Realschulen zu Brünn ernannt, hat bereits, während diese Zeilen dem geehrten Leser in die Hände kommen, die hiesige Stadt verlassen, um seinen neuen Beruf in der Hauptstadt Mährens anzutreten. Durch diese Standes- und Wohnortsveränderung wird jedoch unsere journalistische Thätigkeit nicht unterbrochen. Das „Abendland" wird von nun an unter gleichem Programm in Brünn erscheinen, und den geehrten P. T. Herren Abonenten von dort aus regelmäßig zugeschickt werden, höchstens dürfte die nächste Nro. wegen des zu treffenden neuen ökonomischen Arrangements ausnahmsweise um 8 Tage später erscheinen, und sodann den weitern regelmäßigen Gang wieder eröffnen. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß unsere geschätzten Leser und Mitarbeiter unserem Blatte, dessen Wirken und Streben sich bisher der allgemeinen Anerkennung zu erfreuen hatte, ferner treu bleiben werden. Ein Organ wie das uusrige, das sich die zeitgemäßen Interessen des Gesammtjudenthums als Aufgabe für seine Besprechung und Beleuchtung gesetzt hat, ist bei dem Stande der Comunicationsmittel in der Gegenwart nicht an Ort und Land gebunden, hat überhaupt keinen provinziellen Charakter. Die jüdischen Verhältnisse in ihrer vielfältigen Gestaltung stehen in so inniger Verbindung, daß auch das ganz Spezielle selbst einer einzelnen Gemeinde allgemeines Interesse biethet. Wenn wir, wie es selbstverständlich ist, von nun an den jüdischen Zuständen Mährens eine besondere Aufmerksamkeit zuwcnden, so werden deshalb die jüdischenVerhältnisse anderwärts nicht minder die vollständige Beachtung und Würdigung finden. Eine Verkürzung in irgend welcher Richtung ist nicht denkbar, im Gegentheil wird es unser eifriges Streben sein, unser Blatt immer mehr zu vervollkommnen, welches Streben, wie wir uns schmeicheln durch einen erweiterten Lesekreis begünstigt werden soll. Da wir unsere Familie bis Ende Deccmder d. I. in Prag zurücklassen, so können bis zu dieser Zeit Briefe, Correspondenzen, Geldsendungen sowohl nach Prag als nach Brünn adressirt werden. Für letztere Stadt ist die bloße Bezeichnung unseres Namens und Charakters vollkommen hinreichend. A. Lhrmann, Redakteur des „Abendland." Ei« zeitgemäßes Wort zur österreichischen Achulsrage. Von H. K o h n. In jener großen Zeit, als die Humanisten den siegreichen Kampf gegen die Scholastik begannen und es allmählig hell ward in Europa, gab Ulrich von Hutten seiner Freude über die Geistesrevolution lauten Ausdruck: „Der Geist ist erwacht; es ist eine Freude zu leben!" — Auch in unserem Vaterlande ist es nach langer Nacht wieder helle geworden, ein herrlicher Morgen dämmert heran. Das große Wort unseres erhabenen Monarchen verscheuchte all die dunkeln Mächte, die Österreich so lange in schmählicher Knechtschaft hielten, nur noch kurze Zeit und gefallen sind die drillenden Bande, die unsere schöne Heimath so lange gefesselt hatten. Welcher wahre Patriot sollte da nicht mit in den Jubelruf einstimmen: „Der Geist ist erwacht, es ist eine Freude zu leben!" — und wer hätte mehr Grund diese Morgenröthe eines schönen Tages mit Freude zu begrüßen, als wir Israeliten, die am schwersten von den Fesseln gedrückt waren, die am meisten unter der Herrschaft der Finsteruiß gelitten haben? Nun erst dürfen wir hoffen, all die berechtigten Wünfche erfüllt zu sehen, die bisher nur immer als „Fromme" galten, die Kluft, die uns bis jetzt von den andern Gliedern des Staates trennte, sie wird verschwinden, unsere volle Gleichheit vor dem Gesetze, mm erst wird sie zur Wahrheit werden. — Und wie vieles haben wir

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