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Das Abendland · 1867-07-25 · 15 (25.7.1867) · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
15 (25.7.1867)
Date
1867-07-25
Page
Seite 120 (sequence 8)
Language
German
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sich in seiner hohen Stellung erwarb, ausdrückt. Dieses Ehrengeschenk wurde von Sir Moses Montefiore mit einer passenden Ansprache überreicht. Die Uabbmerwahl in Zappelsdorf in Ungarn mitgetheilt von Dr. M. H. Friedländer. (Fortsetzung.) Julius Rebensaft, (emeritirter Belfer) Vortrefflich Herr Präses, über alle Erwartung! Ich kann ihnen aus eigener Erfahrung nur bcipflichten; denn ich habe auch ein mal was gelernt und sogar in Folge der eminenten Gelehrsamkeit, die ich mir in Prag, am Tandelmarkt angeeignet habe, gelang es mir in meiner Jugend in den vornehmsten Volksschulen ■vulgo „Chadorim" als Belfer serviren zu können, daher ich überzeugt bin, daß sie auch vom pädagogisch didaktischem Standpunkte aus vollkommen Recht haben. Wir brauchen weder einen Rabbiner noch einen Prediger oder gar einen theologisch gebildeten Lehrer, sondern einen ganz gewöhnlichen tüchligen Schulmann, der mit der neuen Kunst nämlich mit der Lautirmethode aufs Beste vertraut ist. Herrman Arnstein. Wohl sind Sie im Rechte, wenn sie behaupten, daß wir für unsere Jugend einen sehr tüchtigen Schulmann bedürfen, allein frage ich sie was es uns schaden wird, wenn dieser tüchtige Schulmann auch gelehrt, überhaupt theologisch gebildet sein wird, um gleichzeitig das Amt eines Rabbiners und Predigers bekleiden zu können. — Wenn wir uns ein mal schon so viel Geld wollen kosten lassen, so glaube ich, daß wir kein Unrecht begehen, so wir für unser Geld etwas bedeutendes verlangen und uns nicht mehr mit einem aroganten unwissenden „Lehrerchen" aus Dobischau, Hollischau wie die Nester sonst heißen mögen, begnügen wollen; denn ich habe schon oft die Ueberzeugung gewonnen, daß die präparirten Lehrer alles Wissen bar sind. Nicht nur der Talmud, ja selbst die 24 Bücher nebst den dazu im Urtext geschriebenen Commcntaren sind ihnen ein Terra incognita. Wie! Sie behaupten ein Rabbiner wäre ein Luxusartikel, den man heutzutage ganz füglich entbehren kann! O ein Artikel, der seit so vielen Jahrhunderten im Identhume unentbehrlich war, kann durchaus nicht nolcns volcus mit einem male ganz außer Mode gekommen und entbehrlich geworden sein. Jul. Rebensaft. Sie haben wohl Recht, allein die hiesige Gemeinde muß da sie, wie der Herr Präses mit Recht behauptet, eher den Rabbiner als den Lehrer entbehren kann, nur einen solchen Lehrer axcptircu, der nicht theologisch gebildet ist, weil er sonst seine ganze Zeit der Theologie und nicht der Schule widmen würde. — Herrinauu Arnstein. Aha! das ist des Pudelskern. Sie wollen also selber aus diesen Posten reflectiren, weil sie sich im Momente iri einer durchaus nicht bcueidcnswerthen Situation befinden. Ich sehe aber gar nicht ein, wozu sie es erst nölhig haben so verblümt zu sprechen, sagen Sie geradezu heraus, daß Sie geneigt wären den hiesigen Lchrerposten anzulichmcn, ich selber würde sic protcgiren, nur müßten sie sich zuvörderst mit den rabbinischen Wissenschaften ein wenig vertraut machen, um dann t>on einer rabbinischen Zapazität die Autorlsation zur Bekleidung des hiesigen Postens erhalten zu können. Julius Rebensaft. Das werde ich wohl sein lassen, jetzt in meinen allen Tagen sich zu den großen Folianten hin zu setzen und zu studiren. O da handle ich lieber mit „Ausputz" und Packleinwand. Ignatz Hoker. Herr Rebensaft ist im Rechte und ich bin selber für seine Aufnahme obschon er keinen Dunst vom Talmud und dessen einschlägigen Werken hat. Noch mehr, ich gebe sogar der Ueberzeugung Raum, daß wir an ihm eine sehr glückliche Aquisition machen, so wir ihn aceptiren, weil unsere Kinder vor Allem eines Erziehers bedürfen. Herrmann Arnstein. Wozu brauchen Sie einen Erzieher? Sie haben im ganzen zwei Knaben, wo der Eine leider stumm und irrsinnig und der andere etwas blöde ist. Ihr Töchterchen hat zwar ja Fähigkeiten zum Lernen, nun denn ihrer Tochter wegen kann man doch nicht das Gemeindewohl opfern; denn wenn wir Herrn Rebensaft acceptiren, wer wird uns dann eine paßkenen? (Schluß folgt.) Concurs. An der hiesigen israelitischen höhern Bürgerschule, (welche einer vicrklassigen Hauptschule gleichgestellt ist) kömmt mit erstem November d. I. die Stelle eines Lehrers für die 1. und 2. Klasse, verbunden mit einem Jahrgehalt von 360 Gulden, Dreihundert sechszig öfter. Währ., welcher in monatlichen Raten aus der Gemeindekassa entrichtet wird, zu besetzen. — Bewerber hierum haben ihre dicsfälligen eigenhändig geschriebenen Gesuche, belegt mit der Nachweisung, über die Befähigung als Hauptschullehrer uud zum Unterrichte in der hebräischen und französischen Sprache, sowie über ihre bisherige Verwendung und Moralität, mit Angabe ihres Alters und Standes längstens bis Ende August d. I. bei der gefertigten Vorstehung einzustellen. Dem acceptirten Competenteu wird auch ein Reisepauschale von dreißig Gulden ö. W. zugesichert. Die Vorstehung der Israeliten-Gemeinde zu Hohenems. Am 15. Juli 186 7. Der öürgermeijler Sam. Wenz. Concurs. In der israelitischen Eultusgemeinde in Saaz werden zum Wintersemester 1867 Itcns ein geprüfter Hauptschullehrer, 2tens ein geprüfter Lehrer, der zugleich die Funktion des Cautors und Kores zu übernehmen, befähigt ist, ausgenommen. Mit jedem dieser Posten ist ein fixer Gehalt von 600 fl. pr. anno nebst freier Wohnung, mit letztcrn auch die üblichen Emolumente verbunden. Bewerber wollen ihre eigenhändig geschriebenen, mit Befähigungszeugnissen belegten Gesuche bis längstens 15. Juli d. I. dem Cultusvorstande eiuscnden. Saaz am i. Juni 1867. Der Cultusvorsteher $. Wolf- Druck von Senders & Brandeis in Prag.

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