Mannheim
Compact Memory

Das Abendland · 1867-07-25 · 15 (25.7.1867) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
15 (25.7.1867)
Date
1867-07-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9050333-9088986-9051016--0693-9051017
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Uro. 15. Urag den 25. Juli 1867. IV. Zahrg. -es J»-e«tß«ms. Priinumerationsbetrag ganzi. 3 fl., halbjährig 1 fl. 50 kr. vierleljahrig 80 kr. mitPostzuseudung.uud Zustellung iiks Haus für's Ausland ganzj. 2 Thlr. halbj. l Thlr. 15 Gr. Verleger, Eigerithümer und verantwortlicher Redakteur J. LhrMNNN. Erscheint alle 14 Tage und zwar jeden 2. Donnerstag. Administration Breite Gasse Nr. 108—V. Inserate werden billigst berechnet. Inhalt. Briefe eines Drnußigen. — Aus der Prager Cultnsgemeinde. — Ludwig IV. der Bai er, angeklagt uud vertheidigt vor dem jüdischen Richterstuhle der jüdischen Geschichtsforschung. Replik. — C o r respo nd e n; en: Slahetz,.^Breslau.— Notizen: Prag, Wien, Lemberg, Pest, Breslau, London. — Inserate. — Griefe eines Draußigen. Von Rabbiner Eh reut heil in Horic. XXII. Meine harmlosen „Briefe" haben bis jetzt nur wenig oder fast gar nicht Anlaß zu Gegenbemerkungen gegeben, der unbefangene Leser hat wohl meine reine Absicht das Gute und wahehaft Zeitgemäße im cultuellen Leben meiner Glaubensgenossen möglichst zu fördern sattsam erkannt, uud wenn auch meine schwachen Kräfte nicht im richtigen Verhältnisse zu meinem guten Willen stat den, so mag doch wohl mancher gcmüthliche Beurtheiler meines Strebcnö mit den Worten des alten Dichters gesagt haben „ul <16 8int vires, tarnen est laudanda voluntas" d. h. mögen auch die Kräfte fehlen, doch ist der Wille zu loben" — Da soll id) nun aber doch — ohne es zu wollen — und) gar arg vergangen haben, als ich in einem meiner jüngsten „Briese" meine u u m a ß g e b l i di e Meinung abgab, indem id) — wie dies nun einmal meine Eigenart ist frei und offen behauptete, daß ich mich mit der Creiring eines bcsondern Vereines n i ch t befreunden könne, indem ich dafür halte daß wir Juden eo ipso geborene und von Sinai herab beschworene Schomre Schabbos seien" u. s. w. Eine Stimme aus Prag hat mir dies sehr übel genommen, und glaubt in zwar würdigem und gemäßigten doch nid)t minder gereizten Tone meiner Meinung cntgegcntrctcn zu müssen. — Ich bin Herrn a. o. — so zeichnet jener Correspondcnt aus Prag seinen Artikel — sehr dankbar dafür, daß er mir Gelegenheit gibt meine Meinung über das „Lebomre Schabbos Vcreins- Plvjckt" hier klar uud genau an den Tag zu legen. Vor allem bitte id) Hrn. a. o. mir es aufs Wort zu glauben, oder es im K.cise meiner Bekannten erfahren zu wollen, daß id) auf religiösem Gebiet nicht zu den und nicht zu den Leichtfertigen gehöre die aus S a b b a t h f e i e r einen Gegenstand des Scherzes mad)en, und Sie irren wirklid) Herr a. o.! wenn Sic sagen "dem großen Vereine geborener S a b b a th h ä lt er", wie Herr Rabbiner Ehrentheil die Judenheit scherzh ast bezeichnet nehmen Sie diese Bezeichnung ob sie Ihnen auch paradox klingen mag, doch keineswegs für Scherz, es ist dies meine ernsthafte wohlüberlegte Meinung — ja ich spreche es noch einmal aus „wir sind alle geborene und beschworene Sabathhälter, und brauchen nicht er st einen Verein zu bilden um die Sabbathfeier zu constituiren" — ich glaube wir wünschen keine Sabbathfeier auf Actien, wir brauchen keine bezahlten Sabbathhälter, wie es noch immer bezahlte „Tempelgeher" oder Minjanbesucher gibt, uns soll unser für Israels Religion, für ntca rp'.n glühendes Herz zur Sabbathfeier drängen, und nicht irgend ein Verein, uns muß unser Gottvertrauen unsere Hingebung für Gott und für seinen Willen cs unter allen Umständen „ermögl i d)en," Sabbath zu halten wie dies unsere Ahnen gethan, ohne Verein, ohne Jahresbeitrag, ohne künstliche Belebungsversuche, hoffend und glaubend, daß Gott die Seinen darob dod) nicht verkürzt; — eine sold)e Sabbathfeier wünsche ich in Israel verbreitet zu scheu, eine solche Sabbathfeier ist es die zu fördern meine heilige Lebensaufgabe ist, die ich lehren und predigen werde so lange ich athme, und so lauge mir Gott mein heiliges Amt lässt. — Darum sagte ich, daß ich mid) mit der Idee des Vereines „nicht befreunden" könne, ohne jedoch wie Herr a. o. meint, die „Idee zu b e k ä m p f e n." Zwischen „n i ch t befreunden" und ..bekämpfen" liegt meines Erachtens eine tiefe, weite Kluft. — Id) kann mid) mit der Idee „n i ch t befreunden" weil ich sie nicht logisch begründet, nicht motivirt finde — dod) vielleicht verstehe ich sie noch nid)t ganz, und es mag sein, daß der Verein wirklich Zwecke i austrebt die mir noch nid)t bekannt geworden; warum gibt uns aber der sehr ehreuwerthe Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer auch eine Anweisung an den in Mainz erscheinenden hierzulande so viel als gar nicht gekannten „I s r aclit" um dort nachzulcsen was der Verein sein, und was er leisten soll? Der „Israelit" ist für die böhmische Ju-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.