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Das Abendland · 1867-07-11 · 14 (11.7.1867) · p. [Seite]

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
14 (11.7.1867)
Date
1867-07-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Mo, 14- IV. I»hrg. rac, dcn II Juli 1867 Central- Organ für alle zeitg-mSße« des Irrör«th»«s. Prännmeratiousbetrag ganzi. 3 fl., halbjährig 1 fl. 5Ü kr. vierteljährig 80 tr. mitPostzuscudul'.g und Zustellung ins Hans sür's Ausland ganzj. 2 Thlr. halvj. l Thlr. 15 Er. Berlcger, Eigenthümer und verantwortlicher Redakteur D- LhrwaNN. Erscheint alle 14 Tage und zwar jeden 2. Donnerstag. Administration Breite Gasse Nr. 108—V. Inserate werden billigst berechnet. Inhalt. Briese eines Draußigcn. — Replik. — Ludwig IV. der Baier, angeklagt und veriherdigt vor dem jüdischen Richterstnhle der jüdischen Geschichtssorschung. — Der Bibelnberictzer Onkelos. — Aus der Prager Culiusgemeinde. — C o rrespond e nz en: Prag, Triest. — Notizen: Prag,' Triest, Jassy, Brüssel, Paris, Pcterslurg, London, Birmingham. — Inserate. — Griefe eines Draußigen. Bon Rabbiner E b r c n t h e i l in Horic. XXI. „Die drei erledigten Kreisrabbinate sollen wie man hört provisorisch wieder besetzt werden" so schreibt mir ein sehr geehrter Freund aus Prag; — so gleichgiltig mich nun auch diese Angelcgcnh.it ad personam lässt, so ist sic doch nach einer Seite hin wieder ganz geeignet unsere Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen, und zwar ist cs der althergebrachte Wahlmodns der Manches zu bedenken und ein ernstes Wort zu reden gibt — Was ist nicht Alles in unserem lieben im Vcrjüngungsprozesse begriffenen Oesterreich an Schutt und Gcrölle auf politischem Gebiete hinweggeräumt, und sogar im Sturme weg gefegt worden! man ist nach und nach allen Anforderungen der Volks- und Gemeindeautonomic gerecht geworden, man hat der Büraukratie Schritt für Schritt dcn Boden entzogen, und ein frischer, fröhlicher, freier Hauch autonomen selbstbewussten Mitschassens, har den Völkern und Gemeinden neue Kraft und Thatenlust gegeben. — Uebcrall — außer in dem freiheitsberauschten Ungarn wo die Gesetzgebung für Inden „keine Zeit hat" — wählen wir Inden im großen Kreise aller unserer Mitbürger für Gemeinderath und Landtag, und im engen Kreise unserer Cultgcnicinden alle unsere Eultusbcamtcn, selbstverständlich auch den Rabbiner — nur bei der Wahl des Kr e i sra b bi n e r s in Böhmen soll die Cultnsgemcinde nach wie vor keine S t i m m e, kein V o r s ch l a g s r e ch t, so durchaus ganz und gar kein Votum haben? kann dieß der Wille unserer er leuchteten im Geiste der Zeit eben nach allen Richtungen vorwärts gehenden Regierung sein? gewiß nicht! wo alle Wahlen frei sind, soll und würde auch die Krcisrabbinerwahl nicht so bevormundet, und nicht ein ausschließliches Recht der Behörde sein — wenn dießfällige so sehr gerechtfertigte Wünsche der Gemeinden die cs angcht zum Ausdrucke kämen. — Ich meinerseits kenne die erledigten Stellen auch dem Namen nach nicht, habe daher auch durchaus nicht die Absicht mich etwa um Eine oder,die Andere zu bewerben, schreibe also nicht „pro domo,"' weil aber die gesetzliche Autonomie der Gemeinde nur als ein hohes unveräußerliches Gut erscheint, und weil ich überzeugt bin, daß der von der Gemeinde rcspective von dem Kreise selbst gewählte Rabbiner gewiß um so beliebter und geachteterwäre als er aus freier Wahl seiner Gemeinden hervorgegangen, darum glaube ich auch, es wäre an.der Zeit, wenn eine provisorische Neubesetzung der erledigten Kreisrabbinerstellen stattfinden sollte, je eher je lieber hohen Ortes um Gewährung des so natürlichen Rechtes, den Kreisrabbiner — wenn auch nur provisorisch — selbst wählen zu dürfen, bittlich einzuschreiten; nach Allem was jetzt in Regicrungscreisen in freiheitlicher Beziehung geschieht, kann dieß gerechtfertigte Begehren kaum zurückgewicsen werden. — Werden aber auch jetzt seitens der betreffenden Gemeinden keine Schritte für ihre Autonomie in dieser Richtung gemacht — nun .dann, »ölten, und mögen sie denn bevormundet werden.' Replik. Die von mir in Nro. 9 dieses Blattes geäußerten Bedenken gegen einige synagogale Neuerungen, haben zu gleicher Zeit zwei Entgegnungen hervorgcrnfen, die ich nicht ohne Erwiederung lassen kann. Herr Rabbiner Wiesncr hat seine Bemerkungen mit Ruhe vorgebracht und zur Sache gesprochen, Herr Br. Stein hingegen als Freund, seine B eschwichtignng in einem etwas gereizten Tone und in nichts weniger als freundlicher Form gegeben und es schimmert der Unmuth darüber, daß ich, ein Laie es gewagt, in theologischen Dingen eine eigene Meinung zu haben und sie öffentlich auszusprcchen, ganz deutlich durch. Er hält es für angemessen seine Wiederlegung mit einem Pschetel einzulciten, das hier wie eine Faust aufs Auge paßt. Ich hatte nicht gefragt, und am allerwenigsten war ich ein jrpö ono

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