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Das Abendland · 1867-06-27 · 13 (27.6.1867) · p. Seite 104

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
13 (27.6.1867)
Date
1867-06-27
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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104 utib katholischen Gemeinde behufs der Armenunterstütznng überwiesen hat. Berlin. Ein Wohlthäter der während seiner Lebenszeit nicht genannt sein will, hat der Stadt einen Stiftungsfond von 10000 Thalern übergeben, von dessen Interessen jährlich 6 christliche und 6 jüdische arme Familien unterstützt werden sollen. Bis zu seinem Tode soll nach dem Wunsche des Stifters die Stiftung anonym bleiben, und erst nach seinem Ableben dessen Namen tragen. Die königliche Bcstättigung ist bereits erfolgt und wurden die Stadträthe Mayer und Kcldcchen und Sanitätsrath vr. Waldek als Cnratoren dieser Stiftung ernannt. (Hamagid.) Stockholm. Ende März starb hier der Vorsteher Herr H. A. Bannier, Hof - und Akademie-Buchhändler, gebürtig aus Copenhagen. Er stand durch 20 Jahre der Gemeinde vor, und war Mitglied aller hiesigen jüdischen Wohlthätigkeitsvereine. Bis zu seinem letzten Hauche ermahnte er seinen Sohn und die sein Sterbebett Umstehenden treulich dem Judcnthnme anzuhängcn. Das Leichenbcgängniß war sehr feierlich. Die vom Rabbiner I)r. Levison gehaltene Leichenrede ist im Drucke erschienen. Bei der Jahressitzung der Akademie wurden die Leistungen des Pros. Rnbinson in Upsala, unseres Glaubensgenossen, mit denen er auf dem Gebiethe der Physik und Astronomie hevortrat, mit besonderem Lobe erwähnt. Paris. Die Akademie äes Inserixtions et delles lettres hat in ihrer Sitzung vom 7. Juni d. I. den Preis Bordin für die Topographie von Palästina unserem Glaubensgenossen Herrn A. Neubauer zuerkannl. Neubauer, ein geborner Ungar, ist schon einmal mit einem Preise gekrönt worden, er hat Renan bei seinen Studien große Dienste geleistet. Petersburg. Unter den 7 Stndirendcn der hiesigen Universität die von dem Minister des öffentlichen Unterrichts mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet wurden, befinden sich 2 Israeliten. Einer derselben, Herr Abraham Elia Harwaki, bereits durch eine philologische Arbeit in russischer Sprache ehrenvoll bekannt, wurde an dem Tage der Preisvertheilung vom Minister zur Tafel geladen. Asien. Die von der russischen Regierung in Besitz genommene Provinz Tsejgri-Siab in Turkcstan hat viele jüdische Einwohner, die gleiche Rechte mit den übrigen Bewohnern des Landes besitzen, nur daß sie eine höhere Steuer zahlen und in abgesonderten Quartieren wohnen. Sie wohnen nicht bloß in den 4 befestigten Städten, sondern auch in 30 offenen Ortschaften des Landes. Tanger (Afrika). Nach einem Berichte des Pariser Moniteur hat eine Bande von Bergbewohnern des Riff die schwersten Gewaltthaten an verschiedenen Israeliten, die sich nach Tetuan begaben, und namentlich an der Person des Abraham Paricnte des Dollmetschers und Schutzbefohlnen des österreichischen Vicekonsulats verübt. Pariente blieb tobt auf dem Platze und das österreichische Generalkonsulat hat bereits Schritte gethan, um auf offiziellem Wege Genugthuung für diesen Frevel zu erlangen. Die Uabbinerwahl in Zappelsdorf in Ungarn mitgetheilt von Dr. M. H. Friedländer. (Fortsetzung). Hcrrmann Arnstein : das wäre nicht übel, eine Gemeinde wie die hiesige, die fähig ist einen so bedeutenden Gehalt geben zu können, und obendrein keinen Augenblick einen Rabbiner und Prediger entbehren kann, sollte sich am Ende mit einem einfachen Lehrerchen wie irgend einige Dorfbewohner begnügen. Nein das können und dürfen wir unter keiner Bedingung zugcben; denn so weit sind wir noch nicht herabgcsunken. — Ignatz Hoker: Aber Herr Arnstein heißt denn das hcrabgesunken, wenn eine Gemeinde die Vorsicht gebraucht sich so schnell keinen Rabbiner auf den Hals zu nehmen? O wie viele Gemeinden, die weit größer sind als die unscrige, entbehren den Rabbiner, diesen Luxusartikel. Ich sehe gar nicht ein, wozu wir gar so nothwendig einen Rabbiner haben müssen, etwa zu paßkenen? Elkan Kutsch ermann : Glauben sic Herr Präses etwa weil sie sich am Sonnabend im nicht jüdischen Gasthause, nachdem sie einige „Frankfurter" verzehrt haben, ein Pfeifchen Tabak gut schmecken lassen, schon das ganze Judenthum aus den Fugen gekommen sei? So denken allerdings die Herren Grün, Schwarz, und Stein, Leute, die in ihrer Jugend nicht viel gelernt haben, sondern bloß bei untergeordneten Menschen im Dienste standen. Von solchen dienstbaren Geistern kann man freilich nichts besseres erwarten; denn ihnen ist selbstverständlich Judenthum und Wissenschaft ein Dorn im Auge. Menschen aber, die für die Wissenschaft und Cultnr Sinn und für Juden und Judenthum ein warm schlagendes Herz haben, denken ganz anders. — Ignatz Hoker: Ohne ihnen Herr Kutschermann nur im Entfernsten nahe treten zu wollen kann ich nicht umhin mir die Frage zu erlauben, in welcher Hochschule Sie denn eigentlich sich ihre Bildung angeeignet haben? So viel mir bekannt ist, war ihre Jugend auch keine so glorreiche und scheinen Sie bis vor wenigen Jahren nicht auf Rosen gewandelt zu sein. Allerdings gebe ich bereitwilligst zu, daß Armuth keine Schande sei, selbst wenn man hingewiesen sein sollte sich vom niedrigsten Erwerb, wie z. B. vom Fuhrwerke, ernähren zu müssen, war ja ich selber in meiner Jugend ein Dienstjunge, aber die krasse Unwissenheit gepaart mit Roheit, die ist unverzeihlich. Sie mögen etwa glauben, daß wenn man die Fähigkeit besitzt mblp D'tpStP blasen zu können, man schon ein (Lamdan) Gelehrter von Schrott und Korn sei nun denn da befinden sie sich in einem sehr gewaltigen Jrrthum. (Fortsetzung folgt). Concurs. In der israelitischen Eultusgemeinde in Saaz werden zum Wintersemester 1867 Itens ein geprüfter Hauptschullehrer, 2 „ ein geprüfter Lehrer, der zugleich die Funktionen des Cantors und Korcs zu übernehmen, befähigt ist, ausgenommen. Mit jedem dieser Posten ist ein fixer Gehalt von 600 fl. pr. anno nebst freier Wohnung, mit letztem auch die üblichen Emolumente verbunden. Bewerber wollen ihre eigenhändig geschriebenen, mit Befähigungszeugnissen belegten Gesuche bis längstens 15. Juli d. I. dem Cultusvorstande einsenden. Saaz am 1. Juni 1867. Der Cultusvorsteher J>. Wolf. Briefkasten der Redaktion. Herrn I. G. in S. bei R. Die Abonomentsbediugungen finden Sie an der Spitze des Blattes. Das Inserat kostet 2 fl. Druck von Senders & Brandeis in Prag.

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