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Das Abendland · 1867-05-30 · 11 (30.5.1867) · p. [Seite]

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
11 (30.5.1867)
Date
1867-05-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Mo. 1L den 30- War 1867. IV. Jahrgang. Central - Organ für alle zeitgemäße» Interesse» des I»öe»tß«ms. Pränumcrationsbetrag ganzp a st., halbjährig 1 st. oO kr. mcrtcljnljrtfl 80 kr. mitPostznsendung und Zustellung ins Haus für's Ausland ganzj. 2 Thlr. halbj. l Thlr. Io Er. Verleger, Eigenthümer und verantwortlicher Redakteur D- LhrMMN. Erscheint alle 14 Tage und zwar jeden 2. Donnerstag. Administration Breite Gasse Nr. 108—V. Inserate werden billigst berechnet. Inhalt. Briefe eines Draußigen. — Aus dem Grube der Zeiten. — lieber Trauungen in den Synagogen. — Kaiser Karl IV. und die Juden in Deutschland. — C o rrespond enz cu: Prag. — Notizen: Prag, Karlsbad, Wien, Leipzig, Hohenems, Bonn. Paris, Turin, Italien, Donaufürstenthümer, Allessandria, Amerika. — Über die Magie bei den Alten. — Inserate. — Briefe eines Draußigen Bon Rabbiner Ehrentheil in Horic. XX. Während im transleithanischen Oesterreich die Wogen des jüdischen Gemcindclebcns neben den Wellen des politischen Lebens so hoch gehen, so daß „Landesnotablenversammlung" und „Synode" zum Schiboleth fast aller ungarischjüdischen Gemeinden geworden, während der Lehr er verein in Ungarn bereits die Sanctionirungsfascn durchgemacht, und auch der mährische Lehrervercin die hohe Sanction erhalten und sich zu eonsolidiren beginnt — ist bei uns alles fein stille, transpirirt von unserem so freudig begrüßten Lehrer- Untcrstützungs- Vereine so viel wie gar nichts in die Oeffentlichkeit hinaus, und warten wir vergebens auf die Sanction unserer unter so vielen Gebnrtswehen entstandenen Cultnsgemcindeordnnng — Man kann billiger-! weise von unseren höheren Regierungsorganen füglich nicht verlangen, daß sie während eine brennende Tagesfragc um die Andere an sie herantritt, und so viel des Unfertigen im Staate der Vollendung entgegen zu führen ist, die so zahme Angelegenheit der jüdischen Cultusgemeindeordnnng die dem Nichtjuden durchaus kein „periculum in mora“ znzurufen scheint, in die Hand nehmen und zum Abschlüsse bringen; fehlt es uns aber denn an jüdischen Männern die ihren Einfluß höheren Ortes geltend machen und den Jnstanzcngang in dieser für uns so hochwichtigen Affaire zur Beschleunigung brächten? Will man warten bis die Willtühr Einzelner, Indifferenter, denen jedes geregelte — freilich Opfer heischende Gemeindeleben ein Gräuel ist, den Bau der ländlichen Cultnsgemeinden bis in seinen Grundfesten erschüttert hat? fürwahr! es ist „Gefahr im Verzüge," und wer zur baldigen Einführung einer geregelten Cultusgemeindeordnung beiträgt, hat sich hohes Verdienst erworben ".i uJt'c ’in„ Was wir armen „Draußigen" besonders wir kleinen Leute die wir nicht zu den "-'v*'?. gehören, doch geringe geschützt sind in der Welt, und wie doch die Tagesereignisse und sogar manche Litteratur- Erzeugnisse kaum zu unserer Kenntniß gelangen würden, wenn Sie mein geehrter Freund! sich nicht unserer erbarmen, und uns Kunde geben würden; so haben wir in unserer ländlichen Abgeschiedenheit nicht einmal das von Ihnen jüngst signalisirte Flugblatt „Der Wochen markt am Sabbath" das zu einem Vereine "r^rr naitP" anffordert, zu sehen bekommen; wie „Abendland" erzählt soll der Verein den Zweck haben „mit allen gesetzlichen Mitteln" die Abschaffung dieser Sabbath-Wochenmärtte zu betreiben— Aufrichtig gestanden! ich kann mich ad personam mit der Crcirung eines besonderen Vereines nicht befreunden — grade weil ich Rabbiner bin, und weil mir die Sabbathfeicr sehr hoch steht, denke ich in meiner Einfalt cs sei eine Anomalie einen solchen Verein zu gründen, ich glaube das ganze Judenthum als "\rc in» Wia„ ist an und für sich schon ein großer Verein von Sabbathhältern, wir sind ja Alle geborene S ch o m e r e-S a b b a t v e r e i n s m i t g l i e d e r — Was übrigens den Wochcnmarkt am Sabbath betrifft, dessen Verlegung im Interesse der jüdischen Sabbathfeicr die Vercinsmitglicdcr anstrcben sollen, kann ich nur abermals wiederholen, daß ich c§ für eine sehr unliebsame Maaßregel halte, unseren christlichen Mitbürgern in irgend einer Stadt die gewiß aus Opportnnitätsgründen sich hohen Ortes ihren Wochcnmarkt für den Sabbath bestimmen ließen, durch unser Bemühen ihnen und ihrem Interesse entgegen zu handeln eine Waffe gegen uns in die Hand, und ein Samenkorn des Haffes gegen uns ins Herz zu drücken — vergesset nicht meine Brüder in Israel: das göttliche Wort np« ’i, »daß wir die Minorität" sind — und zudem, welchen moralischreligiösen Nutzen brächte dieser Zwang? der fromme Jude dem die Sabbathfeicr heilig ist, wird wenn auch Wochenmarkt am Sabbath gehalten wird, eingedenk des Spruches pwp gik StP rr,i:viö„ Daß Gott uns nicht verkürzt in dcm was seine Huld uns beschicden, doch den Sabbat nicht entweihen — und wer's mit der Sabbathfeicr nicht ge-

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