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Das Abendland · 1867-05-16 · 10 (16.5.1867) · p. Seite 80

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
10 (16.5.1867)
Date
1867-05-16
Page
Seite 80 (sequence 8)
Language
German
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80 auch aus der aufstcigcndcn Flamme und dem Rauche weissagten. Wichtiger als diese waren bei den Römern die Auguren. Hier ein Wort über sie. Das Wort auguriurn ist gleichsam ein avigerium, ein Weissagen aus dem Fluge der Vögel. Bei ihren Manipulationen setzten sich die Auguren, augcthan in ihren pricstcrlichcn Amtskleideru, gegen Morgen; mit dem Stabe, dem Lituus, den sie in der Hand hielten/) bezeichneten sie eine beliebige Himmelsgegend, worauf sie sofort genaue Beobachtungen anstellten, „was für Vögel, von welcher Seite, in welcher Stellung und mit welchem Gesänge" sie erschienen. Die Zeichen an der linken Hand wurden für unglückliche, die zur rechten für glückliche Vorbedeutungen gehalten?) Die erste Deutung war nicht hinlänglich und endgiltig, sie musste durch wiederholte Beobachtung bestätigt sein. Ein ander Mal weissagten dieselben Auguren aus Donner und Blitz das künftige Glück oder Unglück. Schlug der Blitz an einem Orte ein, so opferten sie ein Schaf als Aussöhnung des erzürnten Gottes und nannten diesen Ort bidental. Drittens weissagten sie aus der Bewegung eigens dazu bestimmter, heiligen Hühner. Je nachdem dieselben die vorgeworsene Speise gierig oder langsam oder gar nicht auflasen, galt es für eine glückliche oder unglückliche Vorbedeutung. Auch die Auguren weissagten zuweilen aus viersüßigen Thiercn. Gleich den Babyloniern haben die Römer vor dem Beginne eines Krieges nie verfehlt, die Eingeweide ihrer Opfer um den Ausgang desselben zu befragen; Cicero schildert uns, wie allgemein und wichtig dieser unsinnige Aberglauben war, mit den Worten: „Quis rex unquam fuit, aut „quis populus, qui non uteretur praedictione divina? „Neque solum in pace, sed in bello multo magis: in „quo majus erat certamen et discrimen salutis. Omitto „nostros, qui nihil in beUo sine extis agunt, nihil sine „auspiciis domi habent.“ (de divin. I) War der Krieg entschieden, so ging die Kriegserklärung von 20 eigens dazu bestimmten Priestern aus, die man Feciales nannte; diese reisten bis an die feindliche Grenze, warfen über dieselben einen blutigen Spieß und kündigten den Krieg mit einer bestimmten Formel an. Später, als die Grenzen des römischen Reiches sich ausdehnten, wurde zur Befriedigung des abergläubischen Volkes, dieselbe Kriegsankündigung auf einem nahe bei Rom gelegenen Felde vorgenommen, das sie deßhalb ager hostilis nannten. So viel über die Römer. Au>;er den angeführten Bedeutungen des Wortes kessem, kommt es auch als Wahrsagerlohn vor; der Targum jeruschalmi übersetzt es dann mit agrin und die Vulgata mit pretium divinationis. Schließlich sei noch bemerkt, daß das Wort niemals in der Bibel mit einem wahren Propheten in Verbindung angetroffen wird?) 2. Die zweite Gattung der Magier ist mit dem Worte mconen bezeichnet. Das Wort wird verschieden gedeutet. Aben-Esra leitet es von onan Wolke her, und erklärt es als ein Wahrsagen nach dem Zuge der Wolken; Andere von onan bedecken, heimlich eine Kunst treiben; noch Andere bring n es mit ajin in Verbindung; von diesen wird es theils aus das Bezaubern durch das neidischschielende Auge bezogen, theils ans einen Schauer, Seher, der nach Zeichen späht, wie der Augur bei den Römern. Das Wahrscheinlichste ist, daß das Wort von on die Zeit, stammt (so Raschi) und die sogenannten Tagwähler oder Zeitenbestimmer ausdrückt/) ') Auch Hosea sagt: mein Volk befragt sein Holz, sein Stab soll es ihm verkünden. (4, 12) a) Keine obrigkeitliche Person durfte in Rom ihr Amt autrcten, wenn nicht vorerst der Vogelflug für sie ein günstiger war. Diese Art Leute sind im Alterthume sehr bekannt, werden auch in der Bibel häufig erwähnt und in den Rang der Zauberer und Betrüger gesetzt. Sie behaupten, bestimmen zu können, welcher Tag des Monats und welcher Monat des Jahres glücklich sei oder unglücklich; vielleicht hat Hiob hieraus angespielt, wenn er den Tag seiner Geburt verwünscht. Hesiod hat über die Tagwählerei ein Gedicht hinterlassen, das den Titel 'Hueyca führt und genau bestimmt, welche Werke an dem und dem Tage zu unternehmen, welche Tage glücklich seien und welche nicht. Wir finden zwar nirgends etwas Ausdrückliches darüber, woher die Tagwähler diese Vorherbestimmung ableiteten; wahrscheinlich aber aus dem Zuge der Wolken (onan) und anderer Himmelserscheinungen, als Blitz, Kometen, Sonnen - und Mondfinsternisse. Der Prophet Jesaias scheint diese Klasse Magier zu meinen, wenn er die Nichtigkeit derer verkündet; „die den Himmel abmar- „ken, nach den Sternen schauen, kund geben mit jedem Neu- „monde von dem, was dich treffen soll." — 3. Die Magier der dritten Gattung sind die Zauberer; die Bibel nennt den Einzelnen menachesch. Manche verstehen darunter solche, die aus der Beobachtung der Schlangen die Zukunft weissagen, andere lassen den Ausdruck als einen allgemeinen für die Magier gelten; am richtigsten wird man sich unter diesem Ausdrucke einen Mann denken, der aus irgend welchen Mnthmaßnngen weissagt und zufällig das Nichtige trifft. Das Wort 'heißt vermuthen, errathen. Es kommt bei Josef vor, der da behauptet, aus dem Becher das Verborgene entdecken zu können. So ist die Stelle fast allgemein aufgefasst worden; es gab nämlich und gibt noch heute in Egypten eine Art Wahrsagerei, die darin besteht, daß man in einen mit Wasser gefüllten Becher kleine Steinchen oder Sonstiges hineinwirft und aus den Figuren, die sich hierdurch bilden, die Zukunft deutet. Philippson hat dagegen dargethan, daß das Wort pru hier nicht diese Bedeutung habe, sondern auf den Scharfsinn Josefs angewendet erscheint. (Fortsetzung folgt.) keleien die Augen blendet; Rabbi Akiba versteht darunter einen Tagwähler. (Sanhedrin 66) Lokal- Veränderung. Der Gefertigte bringt Hiernit zur Anzeige, daß er vom 8. Mai d. I. an in der breiten Gasse Nro. 108—Y. 1. Stock seine Wohnung hat, wohin er gleichzeitig seine Geschäftslokalität, sowie die Redaktion und Administration des „Abendland" verlegte. Von dem genannten Zeitpunkte an sind alle Briefschaften dahin zu adressiren D. Chrmann Buchhändler und Redakteur des „Abendland." Ein Hauslehrer (ledig) der im Hebräischen, und Unterrealgegenstünden unterrichten kann, wird, wenn er sich mit guten Referenzen hierüber ausweist — acceptirt bei Moritz Fried Zwikowetz Pr. Zbirow, 3) wenu nicht etwa I saias 3, 2. 4) Auch im Talmud werden verschiedene Meinungen über die Bedeutung dieses Wortes ausgestellt. Rabbi Jsmael sagt, es bedeute einen Mann, der sich die Augen mit einer gewissen fünffachen Salbe cinreibt; Andere bebaupten, daß der betreffende Zauberer durch seine Gau- Druck von Senders & Brandeis in Prag.

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