Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- IV (1867)
- Issue
- 9 (2.5.1867)
- Date
- 1867-05-02
- Page
- Seite 72 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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72 zösischer [unb deutscher Sprache boten Abwechslung in der Prüfung und erhöhten das Interesse der Zuhörer. — Das Institut hat bisher nach seinen beiderlei Richtungen mit bestem Erfolge gewirckt. Amerika Toledo. Ohio. Mit Bedauern müssen wir mittheilcn, daß hier gegen 30 jüdische Familien leben, die weder eine Synagoge haben, noch auf irgend eine Weise nach jüdischem Ritus leben können — Das Comite, welches seiner Zeit durch den Rabbiner vr. Weiß in Cincinati zur Abhilfe dieser Uebelstände gegründet wurde, hat sich wieder aufgelöst, weil leider die hier wohnenden Juden gar kein Interesse für die Angelegenheiten ihres Glaubens haben — Es wäre zu wünschen, daß jemand sich der Sache annehmen würde, um ihr eine günstige Wendung zu geben. (Hedre^v keaäer.) Arber die Magie bei den Älten. von Rabbiner Dr. Samuel Mühsam. (Fortsetzung) Die Untersuchung, was unter jedem dieser acht Theile der Magie zu verstehen sei, ist gewiß nicht ohne Belang für die Kenntniß dieser so weit verbreiteten und vielfach verzweigten Kunst; allerdings wird bei so spärlichen Nachrichten, wie wir sie über die Magie der Alten besitzen, mancher Fund sich wohl kaum über das Niveau der Hypothese erheben. 1. Die erste Gattung der Magie ist bezeichnet durch Kesseln kessamim. Gehen wir He wichtigsten Stellen in der Bibel durch, in denen dieser Ausdruck vorkommt, so bemerken wir, daß er erstens zur Bezeichnung der magischen Kunst überhaupt angewendet wird; zweitens zur Bezeichnung einer besonderen Gattung, die darin besteht, eine verborgene Sache, sei es der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft zu enthüllen; drittens zur Bezeichnung eines ausgezeichneten Talentes, besonders dafür, die Wahrheit und läge sie noch so tief verborgen, durch Vernunftschlüsse zu finden, wie Sprüche 16, 10 „eine Zaubermacht ist auf den Lippen des Königs, sein Mund wird nicht untreu dem Rechte;" viertens zur Bezeichnung derer, die sich in ihren Conjekturcn irren und Berechnungen und Behauptungen aufstellen, die falsch sind. In diesem Sinne gebraucht es Jeremias und Ezechiel für Lügcnprophet; ferner werden jene Philister so genannt, die da ralhen, die Buudcslade an Israel auszuliefern; obwohl sie recht gerathen und prophezeiet hatten und der Erfolg ein günstiger war, so bleibt ihre Conjektur dennoch eine falsche, inwiefern bas Mittel, das sie angcbcu, nämlich fünf Feuchtbeulen von Gold und fünf Mäuse von Gold auf einem neuen Wagen mit zwei säugenden Kühen u. s. w. zu schicken, rein aus der Luft gegriffen und nie zu einem Erfolge hätte führen können, wenn nicht Gott selber in denselben cingegriffen hätte. Das Wort wird ferner bei der Frau aus Endor angewendet; die Schrift erzählt Thatsachen: das Weib sah den Samuel; Samuel geißelt die Handlungen Sauls, er verkündet ihm den Sturz; — Wiederum ein direkter Eingriff Gottes, wie ich das noch weiter erklären werde; denn das Weib aus Endor ist eine Betrügerin, die die Keckheit besitzt, ihre gehaltlosen Conjekturen für glaubwürdige Orakel auszugebcn. Ferner kommt dieser Ausdruck bei Bileam vor; obgleich im Augenblicke, wo Balak ihn rnfen läßt, vom göttlichen Geiste im'pirirt, ist er nichtsdestoweniger ein Zauberer und falscher Wahrsager; die Schrift sagt es klar: als Bileam sah, ging er nicht mehr auf Zaubergeschichte aus, wie die vorigen Male. Endlich wird dieses Wort gebraucht, um jene Art von Weissagungen auszudrücken, welche der babilonische König in Anwendung bringt, um zu erfahren, ob er Jerusalem belagern solle oder nicht. Ezechiel erzählt uns diese Thatsache so: „Der König von Babylon stellt sich am Scheidewege, am Eingänge zweier Wege, um sich wahrsagen zu lassen; er läßt schwingen die Pfeile, Theraphim befragen und die Leber beschauen. In seiner Rechten ist das Loos gegen Jerusalem, um Mauerböcke anzulegen, den Mund aufzuthun zum Mordrufe, zu erheben die Stimme mit Fcldgcschrei, Sturmböcke gegen die Thore anzulegen, Wälle aufzuwerfen und ein Bollwerk zu errichten. Und das ist in ihren Augen eitle Wahrsagerei, die sich mit Eiden verschworen haben." (21, 26—28). (Fortsetzung folgt.) Lokal - Veränderung. Der Gefertigte bringt hiemit zur Anzeige, daß er vom 8. Mai d. Z. an in der breiten Gasse Nro. 108—Y. 1. Stock seine Wohnung haben wird, wohin er gleichzeitig seine Geschäftslokalität, sowie die Redaktion und Administration des „Abendland" verlegt. Von dem genannten Zeitpunkte an sind alle Briefschaften dahin zu adressiren. D. Ehrmann Buchhändler und Redakteur des „Abendland." Eingesendet. Der isr. Cultusvorstand zu Reichenberg hat der Wittwe des am 24. v. M. verstorbenen Herrn I. H. Basch in Prag nebst einem Beileidschreiben nachfolgenden Vorstandsbeschluß mitgetheilt: Der Cultusvorstand in Reichenberg hat nach erfolgtem Hinscheiden des Herrn I. H. Basch in Prag, welcher sich durch großherzige reichliche Spenden zur Gründung wohlthätiger Institutionen große Verdienste um die hiesige israel: Cultusgemeinde erworben hat, den Beschluß gefasst, bei der an hohen Festtagen üblichen Todtcnfcier für das Seelenheil des verstorbenen Herrn I. H. Basch zu beten und seiner in der Andacht zu gedenken. Dieser für immerwährende Zeiten geltende Beschluß wird in dem Confercuzbuche vermerkt werden. — Cultusvorstand Reichenberg am 26. April 1867. Der Vorsitzende: Sigmund Liebitzkh. Ein Hauslehrer (ledig) der im Hebräischen, und Unterrealgegenständen unterrichten kann, wird, wenn er sich mit guten Referenzen hierüber ausweist — acceptirt bei Moritz Fried Zwikowetz pr. Zbirov. Briefkasten der Redaktion. Herr I. 11. in P. (Gallizien). Ihr Abonement ist bis Ende November d. I. vorgemerkt. Druck von Senders ö- Brandeis in Prag.