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Das Abendland · 1867-02-07 · 3 (7.2.1867) · p. Seite 24

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
3 (7.2.1867)
Date
1867-02-07
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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freudcftrahludem Antlitze, ich bin ganz aufmerksam, ich habe heute gm keinen Schlaf, ich könnte die ganze Nacht zuhören. -- D«: Tante erzählt nun wie folgt: Ich bin in Sagozar, tief in Ungarn an der Gränze von Gallizien geboren — Meü Vater, den ich niemals kannte, und dessen Auge auch tnitf niemals erblickte, war ein biederer allgemein geachteter M»nn— Sein Name war Samuel Stein— Er war Hand'lsmann, und seine Geschäfte führten ihn oft auswärts in )er Umgebung, er mußte häufig kleine Reisen unternehmen, von denen er meistens nach zwei oder dreitägiger Abwesenheit zurückkchrte. Vier Wochen vor meiner Geburt brachte man tl)n auf einem Leiterwagen tobt zurück — Man hatte ihn in einem Walde seiner Baarschaft beraubt, leblos gefunden — Es war kein Zweifel, er war das Opfer der scheußlichsten Schandthat — Man ist niemals dem Mörder oder den Mördern auf die Spur gekommen— Sie hatten mit dem Vater auch die Mutter gemordet— Vier Wochen nach meiner Geburt senkte man sie ins Grab— An demselben Tage, an dem ich geboren wurde, gab auch meine einzige 19 jährige, seit einem Jahre verheirathete Schwester Sara, einem Kinde das Leben— Es war ein Knabe— Er wurde Vormittags geboren, ich erblickte am Nachmittage desselben Tages das Licht der Welt— Als man meiner Mutter die Nachricht brachte, daß ihre Tochter eines Knaben genesen sei, sprach sie wehmüthig: Mein guter Mann bekömmt bald seinen Namen, vielleicht bekömmt er ihn heute zum zweiten Male— Der Sohn meiner Schwester erhielt den Namen meines Vaters, Samuel— Ich konnte meiner armen Mutter diesen Trost nicht bringen, ich wurde nach meiner Großmutter Hindel genannt — Bei meiner Geburt waren viele Frauen des Ortes gegenwärtig— Ihr Unglück und ihr edler Charakter hatten für meine Mutter allgemeine Theilnahme erweckt— Als ich endlich zum Vorschein kam, sagte die Rebczin unserer Gemeinde, die sich gleichfalls unter den Anwesenden befand: Das ist eine schöne junge Tante, die wird es weit bringen, die ist schon als Tante zur Welt gekommen. Das Wort ging von Mund zu Muud, von Haus zu Haus, und später auch von Ort zu Ort— Dieser Name begleitete mich durchs ganze Leben, ich wurde niemals anders als die Tante genannt— (Fortsetzung folgt.) Conkurs. Zum 6. Mai l. I. ist in hiesiger Jsraelitengemeinde die Stelle eines Religions - und Elementarlehrers zu besetzen. Der Gehalt ist außer freier Wohnung und Schächtcrgebühr 350 fl. ö. W. nebst üblichen Emolumenten. Bewerber, welche den Cantordienst zu versehen fähig sind, wollen sich schriftlich mit belegten Zeugnissen beim gefertigten Vorstande anmelden. Dem Acceptirten werden die Reisekosten vergütet. Cultus-Gemeinde Draskov pr. Selcan. Schönberg im Iäncr 1867. M Yollak Eultusvorsteher. Bei mir ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Das Buch Esther mit deutscher Uebersetzung nebst dem Abendgebete des Purim- .festes und metrischer Uebertragung der Gebete nach dem Vorlesen der Megilla von Daniel Ehrmann Zweite vermehrte Austage Preis 12 kr.ö. W. Ich habe den ganzen vorhandenen Vorrath dieses sehr praktischen und trefflichen Büchleins so wie das fernere Verlagsrecht desselben vom Herrn Verfasser käuflich an mich gebracht, und ist solches ausschließlich von mir zu beziehen. Hotttieb ZchmelKes in Prag, Geistgaffe Nro. 904—I. Eine brauchbare Hlin 1DD/ übertragen aber doch mit gut leserlicher Schrift und von mittlerer Größe wird für die ungefähre Summa von 60 fl. ö. W. zu kaufen gesucht. — Offerte werden bei der Redaktion dieses Blattes angenommen. Ornamente» stickereien für die Synagoge. Die Unterzeichnete, deren Firma sich seit 40 Jahren wegen ihrer soliden und schönen Arbeiten des besten Rufes erfreut, empfiehlt sich dem geehrten jüdischen Publikum, insbesondere den löbl: Synagogenvorständen zur Anfertigung aller Arten von Ornamentenstickereicn für die Synagoge, als: hmö ,niBö ,Mn& ,miD3, und Thorahmäntel, und verspricht die schnellste und solideste Ausführung zur vollen Zustiedenheit der Besteller. Möglichst billige Preise bei sorgfältiger schöner Arbeit werden das der Unterzeichneten geschenkte Zutrauen, auf jede Weise rechtfertigen. Torahmäntel und Torahdecken nv2v sind zu jeder Zeit vorräthig. Salomon Plohn's Wittwe Irag, Kleine Karlsgasse Wr. 145. 1. Stock. im Hcgelein'schen Hause. Briefkasten der Redaktion. Geschichte und Darstellung deS jüdischen Cultus von Duschak und Studien über die Sprache der Mischna von Weiß werden nächsten» besprochen. Druck von Senders & Brandeis in Prag.

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