Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- IV (1867)
- Issue
- 1 (10.1.1867)
- Date
- 1867-01-10
- Page
- Seite 8 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Amte. Der Herr Direktor, der sonst nicht gerade wegen seiner Leutseligkeit berühmt war, empfing sie sehr freundlich, und indem er einige Papiere zur Hand nahm sprach er: Herr Rabbiner! kennen Sie diesen Mann unter dem Namen „Zcsaias Goldstcin?— Der Angcredete bcjahete cs— Nun, lieber Goldstcin fuhr der Direktor fort: Er kann sich heute einen guten Tag machen, er hat einereiche Erbschaft zu erwarten— Es ist eine Schrift aus Berlin gekommen, daß sein Sohn Samuel Goldstcin daselbst mit Hinterlassung eines bedeutenden Vermögens verstorben sei— Zn Schafe Doktor regten sich die väterlichen Gefühle, er hatte seinen Sohn längst zu den Todtcn gezählt, er hatte ihn gewissermaßen schon verschmerzt, und nun hörte er, daß er erst jetzt verstorben sei, daß er in den vielen Jahren der Vereinsamung keine Ahnung davon hatte, daß in weiter Ferne ein Herz schlage, das ihm einst so thencr war— Dieser Gedanke bemächtigte sich seiner Seele, und erschütterte sein ganzes Wesen— Er war einer Ohnmacht nahe— Der Direktor merkte eö, und ließ ihm einen Stuhl biethen— Wirklich hatte sich nach einigen Minuten der alte Mann wieder erholt— Was weiter? fragte er ernst den Amtschef— Das ist seine Sache, entgegnetc dieser, übrigens kann er sich darüber mit dem Aktuar, der heute zufällig ans Comission abwesend ist, ins Einvernehmen setzen— Nach diesen Worten neigte er mit dem Kopfe, die beiden Vorgeladencn waren entlassen— (Fortsetzung folgt.) Bekanntmachung. Der bekannte Wohlthäter Herr W. P. Heimann s. A. in Kopenhagen hat in seinem Testamente eine Stiftung zu ortodopen Zwecken errichtet, und lautet die Bestimmung darüber wie folgt: 25000 sage fünf und zwanzig tausend Thalcr dänischer Reichsmünze sollen zu heiligen Zwecken im Auslande, am liebsten in kleinen Gemeinden, wo es nicht viele wohlhabende Mitglieder gibt, angewendet werden, und zwar zur Errichtung neuer oder Restauration älterer Synagogen, in welchen in hebräischer Sprache gebetet wird, zu Mikwoaus, zur Errichtung oder Unterstützung von Schulen, in welchen neben den gewöhnlichen Schulwisscnschaften, besonderer Werth auf den Unterricht im Hebräischen gelegt wird. Altes zum Besten der Conservirung des mosaischen Glaubens, nach den alten kirchlichen Anordnungen, ohne Abschaffung älterer, oder Einführung neuer Gebete oder Veränderungen in der ursprünglichen Sprache. Es sollen daher sofort nach seinem Ableben die Herren Obcrrabbiner I. A. Ettlingcr in Altona, S. B. Bamberger in Würzburg und Dr. I. Hildesheimer in Eisenstadt in Ungarn hiervon benachrichtigt werden. Die 3 Herren wollen sich dieserhalb in Verbindung mit einander setzen, und sich durch Bekanntmachung in allen circulirendcn jüdischen Zeitschriften in Frankreich, Deutschland, Oesterreich, Rußland und Polen alle möglichen Aufklärungen verschaffen, wo dieser Belauf in verschiedenen kleinen Summen, doch keine unter 200 Thlr. preuß. Eour. und keine über 1000 Thlr. preuß. Eour. zweckmäßigst zu meinem Seelenheil verwendet werden können. Das Geld darf nur für Gemeinden und nicht für einzelne Personen angewendct werden. Falls ein Gesuch angehend eine sehr wichtige und dringende Wohllhat, wozu mehr als 1000 Thlr. erforderlich ist, Vorkommen sollte, sollen diese 3 Herren nachdem sie auf's Genaueste den Sachverhalt untersucht und zweckmäßig befunden haben, bevollmäätigt sein mehr dazu zu bestimmen als die obgenannten 1000 Thlr. doch keinesfalls mehr als 3000 Thlr. und unter keiner Bedingung, ohne daß alle Herren darüber vollständig einig sind. Sollte keine augenblicklich zweckmäßige Anwendung dieser Summe vorhanden sein, so soll der Betrag, der nicht benutzt wird, so lange aufgehoben und fruchtbar gemacht werden, bis dieser nach meinen hier vorgeschriebenen Bestimmungen bestmöglichst' succesive oder auf einmal angewendct werden kann. Wir fordern demgemäß diejenigen Gemeinden, welche Ansprüche auf obiges Legat zu machen gedenken, hiermit auf binnen 4 Monaten von unten stehenden Datum an gerechnet ihre dcsfällsigen Gesuche an einen der Unterzeichneten portofrei einzusendcn. Zn den Gesuchen müssen die speziellen Verhältnisse der betreffenden Gemeinden nach Maßstabe der obigen Bestimmungen des Testators genauestens enthalten, und deren Inhalt von den zuständigen Herren Rabbinen bestätigt sein, wobei wir uns jedoch Vorbehalten, im Falle die Rabbiuatszcugnisse nicht ausreichend sein sollten, auch noch andere Zeugnisse zu fordern. Altona, Würzburg und Eisenstadt am 20. Teweth 5627 Jakob Ettlingcr Oberrabiner in Altona. Seligmali Bär Bamberger Distriktsrabbiner in Würzburg. Dr. Israel Hildesheimer Oberrabbiuer in Eisenstadt. Gnmmcntenstickereien für die Synagoge. Die Unterzeichnete, deren Firma sich seit 40 Zähren wegen ihrer soliden und schönen Arbeiten des besten Rufes erfreut, empfiehlt sich dem geehrten jüdischen Publikum, insbesondere den löbl: Synagogcnvorständen zur Anfertigung aller Arten von Ornamentcnstickereien für die Synagoge, als: .ncrv ,rüriD ,mi£3, und Thorahmäntel, und verspricht die schnellste und solideste Ausführung zur vollen Zufriedenheit der Besteller. Möglichst billige Preise bei sorgfältiger schöner Arbeit werden das der Unterzeichneten geschenkte Zutrauen auf jede Weise rechtfertigen. Torahmäntel und Torahdccken sind zu jeder Zeit vorräthig. Solomon Plohn's Wittlve 'Frag, kleine Karlsgasse Ar. 145. 1. Stolk. im Hegelein'schen Hause. Im Verlage von D. Ehrmann in Prag,Geistgasse Nr o. 908 so eben erschienen und durch alle Buchhandlungen des Znn- und Auslandes zu beziehen: mo Lhrenlod der Araven Rede, gehalten zur Seelengedächtnißfeier für die im jüngsten Kriege gefallenen Soldaten israelitischer Religion am 11 November 1866 in der Synagoge zu Horic von Dr. Adolf Ehrentheil Rabbiner. Preis 25 kr. ö. W. Diese dem wegen seiner Erlebniße in der letzten Zeit berühmten Herrn Bürgermeister zu Trautenau gewidmete Pre-' d igt verdient nach Form und Inhalt allgemeine Verbreitung. Druck von Senders & Brandeis in Prag.