Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- III (1866)
- Issue
- 24 (13.12.1866)
- Date
- 1866-12-13
- Page
- Seite 192 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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192 sie: Ja ich verspreche es dir! Was ist Weiberwitz gegen Mannesvcrstand, du bist der größte Chochem (Weiser) in der ganzen Welt. Als die Tante mit den Kindern zurückkam, machte ihr die Rebczin den bekannten Vorschlag, der mit der innigsten Freude angenommen wurde. Das Antlitz der Tante jstrahlte vor Freude, sie schien um 10 Jahre jünger geworden. „Endlich, sagte sie hat die Taube ein Nest, der müde wandernde Fuß eine Ruhestätte gesunden." Die Kinder sprangen und jubelten. Die Tante bleibt bei uns! — In Simon Frohmanns^ Hause ward für einige Augenblicke vergessen, daß ein Balboß in der Khille eines plötzlichen Todes gestorben sei.— (Fortsetzung folgt.) Luchschau. 35. Der Feldzug. Eine Reihe von 8 Kanzelvorträgen an den Tischri-Feiertagen des Jahres 5627 gehalten in der Mciiel-Synagogc in Prag von Dr. A. Stein Rabbiner) und Prediger. — Prag 1866. Dieser Predigten-Cyklus verdient wegen der schönen, von Schwulst wie von Plattheit gleich entfernten Sprache, wegen des darin entwickelten Gedankenreichthums und wegen der vertretenen Moral und Glaubenswärme in weitern Kreisen bekannt zu werden — Es sind 8 Festpredigten die nicht bloß wie der Titel sagt einen Feldzug, sondern einen vollständigen Feldzugsplan repräsentiren, in welchem der Feldherr, seines Sieges gewiß, schon im Vorhinein auf das Lagerfest und auf die sieggekrönte Heimkehr bedacht war — In Verfolgung dieser neuen Idee ist der Vers, so gewissenhaft, daß auch die Sprache durch ihren militärischen Ton die Lebhaftigkeit des Bildes vervollständigt, und die ganze Phraseologie eines strategischen Lexicons, bis auf die Ansprache an das Publikum mit dem Ausdruck — „Kameraden!" wird erschöpfend benützt. In unserer Zeit, wo die jüdische Kanzel die politischen Ereignisse als das ergiebigste Feld für ihre Stoffbenützung betrachtet, werden Plan und Ausführung vorliegender Predigten nicht mehr auffällig erscheinen— Daß der Verf. in dieser Sammlung von Talmud- und Midraschstellen nur einen sehr spärlichen Gebrauch machte, scheint in der principiellen Richtung ihren Grund zu haben — Die Einthellung ist immer geistvoll entworfen und glücklich durchgeführt, nur hätten wir in der 2. Predigt nicht den psir» mit der Unwissenheit und den N1LN mit der Trägheit iden tificirt. In der Regel weiß der Verleumder mehr als er wissen soll und der Tod kömmt meistens zu rasch — Es wundert uns, daß die sinnige Deutung des Talmud, nach welcher diese dämonische Individualität zuerst als Verführer, dann als Ankläger und zuletzt als Urtheilsvollstrecker austritt, unberührt blieb — Es sind dies jedoch individuelle Ansichten, und wir müssen die uns dargebotene Gabe als eine treffliche anerkennen— Diese 8 Predigten erheben sich durch ihre ganze Fassung über so viele nach der Schablone gearbeiteten, und werden gewiß durch ihren Inhalt, wie durch die Form mit vielem Interesse gelesen werden — Die Ausstattung ist eine recht gefällige. R. Pränumerations - Einladung auf das „Wiener Hanbelsblalt" tu Berbrndung mit her und Import - Zeitung" Mit 1. Jänner b la tt" in seinen 4. selben kann mit ruhigem Selbstbewußtsein auf den Erfolg ihrer Bemühungen in Rücksicht der Förderung des Handels und der Industrie Hinweisen, insbesondere hat die in jüngster Zeit stattgefundene Erweiterung durch die „Ep und Imp ort - Z e i tu n g" den zeitgemäßen Interessen Rechnung tragend, die, cm Blatte den specifischen Charakter eines Fachblattes verliehen, und eine positive Nützlichkeit für kaufmännische Kreise erlangt. Wir laden hiemit zur Pränumeration höflichst ein, und werden unsere Bestrebungen fortsetzen, alles Bemerkenswert!)e aus dem Gebiete des Handels und der Industrie unseren Lesern reck tzeitig zu bringen, und es an Anregungen nicht fehlen lassen, die sich dem Aufschwünge menschlicher Thätigkeit förderlich erweisen können. Man pränumerirt in Wien Bureau des „Wiener Handelsblatt," Stadt, Rothenthurmstrahe Nr. J2; in Pest bei den Herren Gebrüder Deutsch, Dorothea gaffe Nr. 11, u. z. für Wien ganzjährig fl. 6, halbzährig fl. 3, vierteljährig fl. 1. 50, monatlich 60 kr. — Für die Provinz ganzjährig fl. 6. 52, halbjährig fl. 3. 26, vierteljährig fl. 1. 62, monatlich 65 kr. Für das Ausland 5 Thaler. Im Verlage von Gottlieb Schmelkes Prag ist soeben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen : Sichat Jizchak Jas israelitische Heöetbuch ' für alle Wochen-, Feier-, und Festtage des Jahres nebst den Sprüchen der Väter ins Deutsche übertragen und erläutert von Dr. Saul Jfak Kämpf, Prediger und Rabbiner der Tempelgemeinde, k. k. UniversitätSprofeffor in Prag und ordentliches Mitglied der deutsch morgenländischen Gesell- _schaft zu Leipzig Halle. _ In unserem Verlage sind soeben erschienen nnd durch alle Buchhandlungen zu beziehen; Das freie Judenthum im freien Staat, Wissenschaft versöhnt. Zwei Predigten von Dr. S. XX. Sonneschein. gehalten in der Neusynogoge zu Prag. Preis beider Predigten in Einem Hefte 30 kr. ö. W.; mit Postzusendung 35 kr. ö. W. Senders & Brandeis, Buchdruckerei in Prag Rcktergaffe. Diese beiden homiletischen Reden, durch die der Redner die Aufmerksamkeit der Zuhörer im hohen .Grade zu fesseln wußte, zeichnen sich sowohl durch die. schwungvolle Sprache als durch edle Tendenz aus. Daß Herr Dr. Sonneschem durch sie einen glänzenden Erfolg errungen hat, beweist, daß er per Akklamation von dem löbl. Vorstande und^ der Gemeinde der Prager Neusynagoge als ^Prediger in diesem Bethause aufzenommen wurde. 1867 tritt das „Wiener Handels- Iahrgang und die Redaktion des-_ Druck von Senders ö- Brandeis in Prag.