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Das Abendland · 1866-11-15 · 22 (15.11.1866) · p. Seite 176

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Journal
Das Abendland
Volume
III (1866)
Issue
22 (15.11.1866)
Date
1866-11-15
Page
Seite 176 (sequence 8)
Language
German
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176 sei— Die Rcbbezm, die trotz ihrer vielen guten Eigenschaften, die Evanatur nicht ganz verleugnen konnte, hätte denn gerne etwas Näheres über den Lebenslauf der Fremden, die ihr Interesse einflößtc, erfahren, und sie beschloß den etwas langen Weg, der sie zum Ziele führen sollte, wenigstens zu betreten — Woher sind Sie? fragte sic die Arme — Ans dem „Trentschincr Komitat" lautete die Antwort — Diese Heimathsangabe dürfte für ein amtliches Protokoll kaum genügt haben, allein im Hause Frohmauns wurde das geographische Wissen nicht sehr gründlich kultivirt, man wußte nur, daß das trentschincr Komitat weit, ganz weit hinter Böhmen liege, und betrachtete die arme Fremde, die schon ein so großes Stück Welt gesehen hatte, mit einer gewissen Ehrfurcht— Ich bin nicht neugierig, fuhr Rösel fort, möchte aber nur fragen, ob Sie ledig oder vcrheirathet sind? Die Fremde crröthete und wurde verlegen als der Rabbiner mit sonorer Stimme die für den Freitag Abend gedichteten Sabbathlicder begann, die Rcbbezin wußte schon, daß da nicht gesprochen werden dürfe, und erinnerte sich ihrer Aufgabe, dem Gatten bei diesem Gesänge zu sekundären— Das glückliche Ehepaar sang die ganze häusliche Liturgie durch, ohne auch nur einmal das Gebethbuch zu Rathe zu ziehen, und auch die Fremde gab in leisen Tönen ihre Bekanntschaft mit Text und Melodie dieser Lieder zu erkennen — Man brachte die letzte Schüssel, Die Rebbizin, ohne auf die Beantwortung der letzten durch den Sabbathgesaug unterbrochene Frage zu warten, setzte ihr Verhör fort: Wie heißen Sic? Ich habe beinahe meinen Namen vergessen, antwortete die Gefragte, ich heiße eigentlich Hindel Stein, man nannte mich aber seit meiner Geburt niemals anders als die Tante (Fortsetzung folgt). Etymologisches. In Nr. 20 dieses Blattes Seite 159 sucht Hr. Prof. Stößel die Richtigkeit seiner in einer frühern Nummer gegebenen Erklärung des Wortes rrvw dadurch zu erhärten, daß er den Talmud ein griechisches Wort yavui/a bilden lässt, das nicht nur bei den Classikern, sondern überhaupt nicht vorhanden ist. Dunkle sSprachformcn im Talmud und Midrasch auf diese Weise zu erhellen, ist allerdings ein Leichtes; allein die so gewonnenen Resultate entbehren in dem Grade jeder sicheren Grundlage, als sie das Gepräge des Combinationsspiclcs an sich tragen. Wer an die Erörterung eines zweifelhaften Wortes im Talmud und Midrasch geht, muß vorerst darüber ins Reine gekommen sein, daß die fragliche Form in der Sprache, aus der sie erklärt werden soll, wirklich vorhanden ist, und zwar entweder in der Gestalt, wie sie im Talmud vorkommt, oder aber mit jener leichten Abweichung, die sich theils aus die Verschiedenheit der Idiome, theils auf den Mangel an Präcision in der Wiedergabe fremder Wortkomplexe durch hebräische Schriftzeichcn, zvrückführcn lässt. Die Autoren des Talmud und Midrasch bedienten sich der Fremdwörter einzig und allein deßwcgcn, weil sie ihnen durch die Berührung mit den betreffenden Völkern und in dem lobhaftcn Verkehr mit ihnen geläufig und stets zur Hand waren. Niemals aber kam cs ihnen in den Siniz, die griechische Sprache durch Neubildungen zu bereichern. Daß aber ttv'U auch nicht — ayao/nce sein kann, geht in allen Stellen, wo dieses Wort vorkommt, aus dem Zusammenhang hervor, der überall deutlich erkennen lässt, daß mit N&rn nicht'die Bewunderung, sondern die U e b ertr e ib un g ausgedrückt werden soll. Auf seinem Standpunkte hätte Prof. St. das bei Weitem näher liegende d as Vergrößert c, die Vergrößerung, vermuthen sollen. Unser yjoaua hingegen ist nicht nur ein echt griechisches Wort sondern gibt auch den passendsten Sinn. Wenn Prof. St. einwcndet, es müsste das fragliche Wort vTttQyfooua heißen; so hätte er bedenken sollen, daß in dem Bereiche der Begrifssentwickclung jede Sprache eine Anzahl von Formen aufzuweisen hat, welche die grammatische und logische Scale nicht mehr erkennen lassen, die sie durchlaufen, und daß ers im vorliegenden Falle genügt, die Congrucnz von yomtia und *yneQßo/.r, in zwei Bedeutungen gesichert zu wissen, um mit großer Wahrscheinlichkeit auf ihre Cougrueuz in einer dritten und erweiterten Bedeutung schließen zu dürfen. Wenn übrigens Prof. St. gegen unsere Auffassung der Worte: Krmn D'pxi joid geltend macht, daß D‘px nicht erhalten, sondern h er v or b r in g en heißt, so ist dieß völlig aus der Luft gegriffen, und verweisen wir auf die Ausdrücke: i&rp2 nam; 2122 D'sbs D"pcn; D*pi mtp u. a. m. Und da seine patologische kjid in der angeführten Stelle sich als eine 'jun ’rn xbv X21D erweist, so müssen wir unsere Erklärung selbstverständlich aufrecht erhalten. Dr. I. I. llnger Rabbiner. In unserem Artikel Etimologischcs in Nr. 17 Seite 132 sind folgende Druckfehler zu berichtigen. Columne 1 Zeile 7 lies eben statt aber „ „ „11 „ dann statt denn „ „ „ 17 „ Nomen statt Namen „ 2 „9 „ ytoiice statt yp>/n] „ „ „ 25 „ tocmeywog statt eaioaeg Ornamentenstickereien für die Synagoge. Die Unterzeichnete, deren Firma sich seit 40 Jahren wegen ihrer soliden und schönen Arbeiten des besten Rufes erfreut, empfiehlt sich dem geehrten jüdischen Publikum, insbesondere den löbl: Synagogenvorstäuden zur Anfertigung aller Arten von Ornamenreustickereicn für die Synagoge, als: N22v ,7112V ,712112 ,711122, und Thorahmän.tel, und verspricht die schnellste und solideste Ausführung zur vollen Zufriedenheit der Besteller. Möglichst billige Preise bei sorgfältiger schöner Arbeit werden das der Unterzeichneten geschenkte Zutrauen auf jede Weise rechtfertigen. Torahmäntel und Torahdccken .1V2V sind zu jeder Zeit vorräthig. Salomon Plohn's Wittwe Jrag, kleine Karlsgasse Flr. 145. 1. Stock. im Hcgelein'schen Hause. Druck von Senders & Brandeis in Prag.

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