Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- III (1866)
- Issue
- 19 (4.10.1866)
- Date
- 1866-10-04
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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152 eine gewählte, schwungvolle und kernige—; und wird gewiß mit der Zeit einen freiern Schwung erhalten, wenn sie einmal den Pastoralen Duft der Schule verloren hat, die noch immer gerne die kirchliche Beredsamkeit in ungewohnte holperige Formen schnürt, und nicht zu der einfachen Erkenntniß kommen will, daß es für die gebildeten Zuhörer einer Predigt keine besondere deutsche Sprache und keine besondere deutsche Gramatik gibt. Eine Folge dieses Schulzwangs si nd die angedeuteten Härten, und vielleicht stehen auch einzelne Eigenthümlichkeiten die uns auffielen, damit im Zusammenhänge. So die Uebersetzung von D'Jfyni „Hölzer" anstatt „Holz" (S. 8). „Im Genuß verschmachten nach Begierde." (S. 11) „Den Einzig- Einen und seine ungemessene Liebe." (S. 18) „Wenn der Kampf in dir entbrennt von Haß und Liebe" „(S. 37 soll wohl heißen, zwischen Haß und Liebe)." Besserveranlagten (S. 46 statt Besserbegabten). Unrichtig ist es den talmudischeu Satz nbiC2 '121 ,*112:1 s'W 121D dahin zu deuten. „Die Sukka dürfe nicht groß, nur für den engsten Familienkreis eingerichtet seiu." .112) ist hoch, und hat mit dem engen oder weiten Flächenraum nichts zu thuu.— Wir wollen durch diese Ausstellungen keineswegs den Werth des Werkes schmälern, im Gegentheile nur das Interesse kundgeben, welches uns dasselbe einflößte, weßhalb wir es auch mit ganzer Aufmerksamkeit gelesen, und der Besprechung desselben einen größern Raum in diesem Blatte gewährten, als er sonst homiletischen Arbeiten gegönnt ist. Im Ganzm verdient die Leistung alle Anerkennung, und sind wir bei der Strebsamkeit des uns persönlich bekannten Verfassers überzeugt, daß der zweite Band seinen Vorläufer noch an Gediegenheit und Klarheit übertreffen werde. Die äußere Ausstattung ist sehr gefällig, für den theologischen, an Glanz nicht gewöhnten Leserkreis fast zu splendid — Jede Predigt hat für den Titel ein besonderes Blatt, ein Luxus, der den Preis des Buches unnütz erhöht, und den arme Candidaten und kärglich dotirte Rabbinen, die Käufer solcher Bücher, den Werken in den Boudoirs eleganter Damen nicht mißgönnen. — R. Bemerkung. In meinem Aussatze über die Eliah-Lieder bitte ich einen sinnentstellenden Fehler zu corrigiren: In der Note unter dem Strich soll es heißen: Scheint ja auch R. M. Jsserls an der Motivirung seiner Vorgänger keinen (st. einen) Geschmack gefunden zu haben. Ich erbitte mir auch das Wort zu einer persönlichen Bemerkung. Ich habe durchaus nicht behauptet, daß alle Rabbinen aus den 4 Ellen der Halachah nicht herausgekommen; im Gegentheil haben die meisten Rabbinen der Mischnah, des Thalmuds, der Gaoncn- und der Rischonimzeit einen viel weitern Horizont als das enge Gelehrtenstübchen gehabt; daß aber die Anordnungen der Rischonim von den in viel engern Kreise gebannten Nachfolgern nur zu oft nicht verstanden wurden, ist gewiß keine neue Behauptung. Hiermit glaube ich, den vom verehrten Herrn Redakteur mir gemachten Einwurf beseitigt zu haben. Prof. Stößel. Im Verlage von Senders & Brandeis Prag, Rittergaffe Nr. 408 ist so eben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Offenes Sendschreiben an den Rekhteur der ..Narodm listy“ von mehreren national gesinnten Anden. Preis 15 kr. ö.W. — Mit Postzusendung 20 kr.ö. W. Die böhmische Ausgabe erscheint Sonntag (7. Okt.) Ornamentenstickereien für die Synagoge. Die Unterzeichnete, deren Firma sich seit 40 Jahren wegen ihrer soliden und schönen Arbeiten des besten Rufes erfreut, empfiehlt sich dem geehrten jüdischen Publikum, insbesondere den löbl: Synagogenvorständen zur Anfertigung aller Arten von Ornamentenstickereien für die Synagoge, als: I22v ,1122 ,12112 ,11122, und Thorahmäutel, und verspricht die schnellste und solideste Ausführung zur vollen Zustiedenheit der Besteller. Möglichst billige Preise bei sorgfältiger schöner Arbeit werden das der Unterzeichneten geschenkte Zutrauen auf jede Weise rechtfertigen. Torahmäntek und Torahdecken .1222 sind zu jeder Zeit vorräthig. Salomon Plohn's Wittwe Trag, kleine Karlsgasse Ar. 145. 1. Stock. im Hcgelein'schen Hause. In der Buchhandlung des D. Ehrmann in Prag, Geistgasse 908—1 ist zu haben: riivv $»“ik Die vier Kelche von Salomon Pappenheim ins Deutsche übertragen und mit einem hebräischen Commentar versehen von Jonas Willheimer, Lehrer der ist. Schule zu Gaya in Mähren. Herabgesetzter Preis 40 kr. ö. W. statt 1 fl. 20 kr. ö.W, Druck von Senders * Brandeis in Prag.