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Das Abendland · 1866-05-24 · 11 (24.5.1866) · p. [Seite]

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Journal
Das Abendland
Volume
III (1866)
Issue
11 (24.5.1866)
Date
1866-05-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ma« den 24. Mai 1866. III. Jahrgang Ar. 11 Das Abendland. CentraL-Organ für aüe zeitgemäße» Interessen des Ändenthums. Verleger, Eigenthümer und verantwortlicher Redakteur: A. r^ßrMllNN. PrännmerationSbetrag ganzjährig fl., halbjährig 1 fl. 50 kr., vierteljährig ^) kr. mit Pos^nftttdung und Zustellung in't Haus: fur's Ausland gauzj. 2 Thlr. halbi. 1 Thlr. 15 Gr. Ädmmistration. Geistgaffe Nr. 908—I. Erscheint "am 2. und 4. Danuerstag des Monats. - Inserate werde« billigst berechnet. Zur Situation. von Rabbiner Ehreutheil in Horitz. „Das Kaiserreich ist der Friede" sagte der schweigsame Nesse seines Onkels, und seitdem brütete und brütet wohl noch immer das friedensselige Kaiserreich Krieg und nichts als Krieg. „D as Ju d enth um ist der Friede" sagen wir, und glauben hiefür unsere Gewährsmänner zu haben, deren Autorität wohl Niemand in Abrede stellen dürfte "m^2 usy nt* ja* 'n„ „Der Herr segnet sein Volk durch Frieden" sagt der unsterbliche Psalmendichter, und"m*7v> rr^rr.1212 jmne 'S3 'n'2'p'nNxo *6„ „es fand Gott kein Ding das segensreich wäre wie der Friede" sagen die alten Weisen — Das Iudenthum, der Industrie dem Handel und der Wissenschaft hold,bettachtet den Frieden als einen wahren Segensquell, hat aber demungeachtet riu Ohr und ein Herz für den Ruf des bedroheten Vaterlandes, wenn die Kriegsposaune erschallt, wenn das Hannibal ante portas einmal laut geworden, wenn Gut und Blut der Bürger in Anspruch genommen wird, dann sind wir fricdensselige und für den Frieden schwärmende Juden wahrlich doch nicht die Letzten, unter denen, die sich mit glühender Vaterlandsliebe zum gemeinschaftlichen Opferaltare drängen, wir wünschen und wollen den Krieg nicht, aber wir unterstützen ihn, wenn er unausweichlich geworden; — mit dem Hcrzblute unserer Söhne düngen wir die Wahlstatt, der die ersehnte Friedenspalme entkeimen soll, mit dem Hcrzblute unserer Söhne wuschen und waschen wir den Schmachfleck der Feigheit ab, den böser Leumund dem Judenthnme der Gegenwart beizubringen sich stets bemühete. Schon wetterleuchtet es in Nord und Süd, und drohen die finsteren Kricgeswolken, die der unbezähmbare Ehrgeiz und die Ländergier Einzelner über unsere Häupter heraufbeschworen sich zu entladen -— mit rauher schonungsloser Hand hat bereits die Kriegsbereitschaft in die jüdischen Familien eingegriffen und dem heimatlichen Herde, dem geschäftlichen Kreise wie dem Ackerbane manche nützliche Kraft entzogen — nicht zu reden von den so großen Opfern die des drohenden Krieges Sturmcswehen bereits in der Reihe jüdischer Industriellen gefordert — doch soll uns als treue Bürger unseres geliebten Oesterreich dieß nicht hindern dem Vaterlande in Stunden der Gefahr mit ungebrochener Kraft und ungeschwächtcm Willen zur Seite zu stehen — und so sehr auch die Partheien auf dem eigentlichen Gebiete des Judenthumes, nehmlich in religiöser Beziehung, auseinandergehen und sich hie und da im tiefsten Frieden arg befehden, in diesem Punkte werden sie friedlich neben einandergehen, und in diesem Sinne werden sie zur Wahrheit machen das Wort des Midrasch ri}?iP2 iS’öNtP cibtf’n Shj cito pnat nenSö (Jalknt Tehilim) „Groß ist die Macht des Fi icdens; selbst während des Krieges kann man ihrer nicht entrathen" also selbst im Kricgessturme während er verheerend über die Erde ziehet, bewährt sich des Friedens segensreiche Macht, indem die Söhne und Töchter des bedroheten Vaterlandes gleichviel welcher Confession sie angehören, oder welcher religiösen Richtung sie auch huldigen mögen, den Parthei- und Nationalitätcnhader vergessen, und friedlich nebeneinander gehend eine fest geschlossene Phalanx zum Schutze des Vaterlandes bilden. So wollen wir daher, so umwölkt auch der Horizont sein mag, vertrauensvoll und opfermuthig der Zukunft entgegenharren, unser glorreicher geliebter Monarch hat der Erhaltung des Friedens aüe möglichen mit der Ehre und Machtstellung Oesterreichs vereinbaren Opfer gebracht oder wenigstens bringen wollen, er hat ganz im Sinne jenes weisen und milden jüdischen Lehrers gehandelt von dem es heißt mica *722ir> }rni„ "'vi warn Dibt? 2>p2 nsn d-q ,yjcn »3 ,n»nn '3 2'N2 Rabbi Chiskia sagte „Hoch steht der Friede, denn während alle anderen Gebote nicht ttst aufgesucht werden müssen, heißt es vom Frieden „suche den Frieden und strebe ihm r. »$'■' wenn mm trotz der Bcntt,-ung.Oesterreichs den Frieden zu erhalten, die Furie des Krieges losgelassen werden sollte, sollen die Ereignisse uns vorbereitet und theilnahmsvoll finden — der Herr des Krieges und des Sieges über den Sternen aber möge die Waffen Oesterreichs segnen und unserem ruhmreichen Heere Kraft und Muth verleihen, auf daß wir baldigst gelangen durch ehrenvollen Kampf zum ehrenvollen Frieden. Gedenkrede Llyato's gehalten vom Prof. Giuseppe de Leva in der k. k. Akademie zu Padua am 8. April 1866. aus dem Italienischen übersetzt vom Redakteur. Sechs Monate sind verstrichen, seitdem die gelehrte Welt in Europa den Tod unseres außerordentlichen Mitglieds, des Prof: Samuel David Lnzzato betrauert, und wenn ich nun in Kürze die Ursachen dieser allgemeinen Theilnahme zur Darstellung bringe, so genüge ich einer Pflicht der Akademie und meiner eigenen als Mitbürger des Verstorbenen. Samuel Davids Luzzato wurde am 22. August 1800 zu Triest geboren, «seine Familie findet sich seit mehr als 400 Jahren in den venezianischen Provinzen, und soll aus dem Elsaß stammen. Daher auch ihr Name (Lusatia), der wie kein zweiter unter den Juden, durch viele gelehrte Männer, deren Erinnerung bis in das 14. Jahrhundert hinaufreicht, zur Berühmtheit gelangte— Der Vater unseres Lnzzato, Drechsler von Profession und arm, war ein Mann von biederem Charakter von acht antikem Schnitt, der die mechanischen Werkzeuge nur aus der Hand legte, um in dem Studium der heiligen Schriften und der Naturwissenschaften Erholung zu suchen. An solchen Mustern bildete sich verjünge Knabe, der schon in der Schule derartige sein zartes Alter übersteigende Fortschritte machte, daß er schon im 8. Jahre 11

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