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Das Abendland · 1866-05-10 · 10 (10.5.1866) · p. Seite 80

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Journal
Das Abendland
Volume
III (1866)
Issue
10 (10.5.1866)
Date
1866-05-10
Page
Seite 80 (sequence 8)
Language
German
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80 Also Geistesnahrung die Hülle und Fülle, zum Weinen und zum Lachen. Der Kalender selbst ist mit Allem ausgestattet, was man nur darin suchen kann, sogar mit einem Notitzkalender für Einnahme und Ausgabe. Wir wünschen, daß er bei ullen Käufern nur in Betreff der erstern, Klage wegen zu kleinen Formats Hervorrufen möge. Ast. 29. Die Lehre von der Gesundheit und Krankheit des Menschen. Für alle Stände bearbeitet von Karl Pistor. In vier Bänden. Erster und zweiter Band. Leipzig, Voigt und Günther. 1864 Gr. 8. Jeder Band 1 Thlr. 7 % Ngr. Das ist ein gutes Buch. Wir haben cs mit großem Interesse gelesen und erfüllen gern die Pflicht es warm und nachdrucksvoll zu empfehlen. Es enthält einen reichen Schatz von Belehrungen, mit denen sich jeder Gebildete vertraut zu machen suchen sollte, und gibt das Ganze in einer so einfachen, klaren Darstellung, daß es ganz die Eigenschaft einer guten Hauslektüre für das gebildete Volk besitzt. Im zweiten Abschnitt wird die Erziehung des Menschen einer ebenso vernünftigen Prüfung unterworfen, der Verfasser weist mit Nachdruck auf das viele Gute und selbst Vortreffliche hin, was unsere heutige geistige Entwicklung des Menschen bewirkt hat, aber er verliert auch die beklagenswertheu Verkertheiten nicht aus dem Auge. Er sagt dabei mit ganz entschiedener Freimüthigkeit Wahrheiten, von denen man wünschen muß, daß sie nicht unbeachtet bleiben möchten. Wir wollen nur einiges herausheben: Es ist überhaupt ein großer Fehler in einem Staate wenn das öffentliche Unterrichtswcsen auf den höhern Bildungsanstalten vorzugsweise nur Philologen zur Leitung und Einrichtung anvertraut wird. Die Staatsärzte sollten dabei eine umfangreiche Mitwirkung haben. Man sehe jetzt einmal einen Studien- oder Stundenplan einer gelehrten Vorbereitungsschule eines Gymnasiums oder Lyceums an. Von 8—12 Uhr in der Schule sitzen, kaum Zeit das Mittagsmahl mit dem der Jugend eigenen Heißhunger zu verschlingen, daun noch schnell etwas auswendig lernen für den Nachmittagsunterricht. Von 2—4 Uhr wieder in der Schule sitzen, jetzt schnell nach Hause damit der etwas schwächere oder auch der nach weiterer Ausbildung strebende Schüler dem Privatunterricht in den Fachstudien, in der Musik beiwohnen kann. Dann geht es an das Abschreiben der Hefte, an die Aufgaben für den folgenden Tag. Ist das Abendessen vorüber, so muß noch vorbereitet, dieses oder jenes noch einstudiert oder memorirt werden. Ohne eine wahrhaft freie Erholungsstunde, ohne eine auch nur kärgliche doch unentbehrliche Bewegung in freier Luft mit Ruhe des Geistes genossen zu haben, legt sich der fleißige Schüler ins Bett, unb erquickt durch den Schlaf weder Körper noch Geist das heißt doch gewiß nichts anderes als den Menschen methodisch siech und krank machen, und die Folgen dieses gesundheitswidrigen Unterrichts, will man dann den Sommer über durch einige Turnübungen bei welchen ans der langen Ruhe des Körpers plötzlich zu heftigen Körperbewegungen übergangen wird die manchmal eher eine Ermüdung und Erhitzung als Erholung, zu nennen sind, wieder ausgleichen. - Was doch der Scharfsinn der Pädagogen nicht alles erfindet oder erspäht, und die Ferienzeit soll auch wieder das Ihrige zur Ausgleichung beitragen. Es muß einer der ersten und wichtigsten Grundsätze in der Erziehungökunst sein, Körper und Geist gleichmäßig, und gleichförmig auszubilden. Die Einwirkung zur. Entwickelung der körperlichen und geistigen Anlagen muß daher nicht einmal eine zn große, und dann wieder eine zn schwache sein, sondern sich in anhaltender Gleichförmigkeit bewegen. Damit dieß aber möglich sei, vermindere man das Material, welches man den jungen Leuten auf den Gymnasien einzutrichtern bestrebt ist; man wird dann neben einem gesunden Körper doch tüchtige selbstständige Geister bilden können. Namentlich mäßige man das zu weit ausgedehnte alle Geisteskraft lähmende Studium der alten Sprachen und verlasse einmal den irrigen Wahn, welchen täglich vorkommende Fülle genü- Druck von Senders gend widerlegen, daß man ausschließlich nur durch die Philologie in die Theologie, Jurispredenz, Medizin gelangen und ein tüchtiger praktischer Mensch werden könne. vr. M. Duschak. Dauksagnng. Den hochgeehrten Gemeindevorständen und geschätzten Collegen, die sich aus gütigem Wohlwollen für mich bei der von meinem Freunde und Collegen, Herrn Oberkantor Pereles in Prag angeregten Ovation zu meinem 40 jährigen Amtsjubiläum betheiligten, so wie diesem meinen genannten Freunde selbst spreche ich hiemit meinen tiefen innigstgefühlten Dank aus. Wien den 27. April 1866. Salomon Snlzer Oberkantor. Erklärung. Gemäß meiner im „Abendland" gegebenen Zusicherung die au mich gelangenden Spenden zur Sulzerfeier seiner Zeit zu veröffentlichen, beehre ich mich nachfolgend das Resultat mitzutheilen: Cultusgemeinde Pilsen 25fl, Cnltusgde. Strakonitz 20fl. Cultnsgcmeinde Smichhof 5fl, Cultusgemeinde Lieben 5fl. Oberkantor A. S. Wahrmann in Altofen 5fl. Oberkantor Löwenstamm in München 4fl.40, Cantor A. Singer in Raudnitz 3fl. Cantor Max Adler in Aurinoves 2fl, Cantor M. Popper in Prag 10fl, Cantor I. Baier in Prag 3fl, Cantor Ottcnfeld in Karolinenthal 3fl, Cantor Fröhlich in Iungbnnzlau 3fl, zusammen — 88 fl. 40 kr. Indem ich den Spendern meinen wärmsten Dank ausspreche, halte ich es geeignet hinzuzufügen, daß der dem Jubilar dargebrachte Pokal sammt Prägung, ferner Jnserte, Porto und andere Spesen eine Auslage von circa 200fl. vcranlaßten, und ich den bedeutenden Mehrbetrag aus meinen eignen Mitteln bestritt Dieß zugleich zur Berichtigung mancher Journalnotizen. M. Pereles. Oberkantor in Prag. Koncurs. Bei dem neugegründeten „Israelitischen CultuS-Vereine zu Trautenau, ist die Stelle eines geprüften Lehrers, der unter einem Kore, Schochet und Cantor ist, zu besetzen. Mit dieser Stellung ist ein Iahresgehalt von fl. 450 — nebst freier Wohnung und üblichen Emolumenten verbunden. Bewerber haben ihre eigenhändig geschriebenen Gesuche mit Nöthigen versehen, bei der gefertigten Repräsentanz Franco einzubringen. Auf talmudischcs Wissen, wird besonders geachtet. Dem Acceptirten werden Reisespefen vergütet. Die Repräsentanz d. „Israelitisch. Cultus- Vereines" Trautenau 1. April 1866. Leop. L. Nette! Ed. Lederer Em. Kohn. Ornamentenstickereien für die Synagoge. Die Unterzeichnete, deren Firma sich seit 40 Jahren wegen ihrer soliden und schönen Arbeiten des besten Rufes erfreut, empfiehlt sich dem geehrten jüdischen Publikum, insbesondere den löbl: Synagogenvorständen zur Anfertigung aller Arten von Ornamcntcnstickereien für die Synagoge, als: ncro ,mBö rena miari, und Torahmüntel, und verspricht die schnellste und solideste Ausführung zur vollen Zufriedenheit der Besteller. Möglichst billige Preise bei sorgfältiger schöner Arbeit werden das der Unterzeichneten geschenkte Zutrauen auf jede Weise rechtfertigen. Torahmüntel und Torahdecken ncsö sind zu jeder Zeit vorräthig. Salomon Plohn's Wittme Krag, kleine Karlsgajse Ar. 145. 1. Stock. _im Hcgelein'schen Hause. Brandeis in Prag. 060920

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