Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 25 (21.12.1865)
- Date
- 1865-12-21
- Page
- Seite 209 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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tollen nun cr.di rinirc 21'orie dcm treffiidten ivtrfe widmen, j Gin langiäljiigcr Sluf.-utljali im Vande, mehrere uut.ruommeiie Dienst- und Inspek.ienoreisen im Innern de? rundes, die! gründliche Sieuntnifc der persischen Sprache, in der er sogar ( 'mehrere n.edieinische Werke schrie!', seine Stellung al? Arzt, die iljm die (Velegevbcit bot, auch da? den Enrcpäern nicht so leicht zugängliche orientalische Weib kennen zn lernen, machten e? dem Verfasser möglich, et treue-? Bild von den | Anständen de? ^erftircid:^ aufzurollen. welche? sicher jeden j Vefcv mit Interesse und Befriedigung erfüllen wird. j Besondere. Interesse für die b'eser de? .Abendland" i dürste dcöjenige liethen, tue? der Vers, über unsere Glan ben?geitessen in P.rsiett min eilt. Persien hat migesäbr 20C) jüdische Fanülien. die in?> großen Gemeinden zu Sckiraz, ' Ispaban uv? Mascha,-, und in niedreren Heineren (Vernein- : den, worunter anck T her an — zerstreut leben. Sie sprechen, -„meist ein Potoi? mit a'.Ipersiscken Wörtern untermischt, und s.ihren ihre geschäftliche Korrespondenz in persischer Sprae'e! c.ber mit hebräischen Buchstaben. Die Gebildeten unter ihnen j sprechen und s" reiben hebräisch. Ihre Eonversation ist sehr , lebhaft, indem sie dabei im Gegensätze zu der 'Oiulie der | Perser fiel gestlkuliren, sie sind durch Vbysigt omi: und Kleidung leicht al? Inden erkenntlich. Wie in allen wandern de? Crient? , leben sie . ntcr schwerem Drucke und waren in srrihern Zeii ten wie allenthalben schrecklichen Verfolgungen anogesez-t, unter der gegenwärtigen Regierung ist ihr poo? jedoch erträglich, j Ihre Beschäftigung ist größtentheil? Seidenspinnen, Gla?- > schleifen, Gold- und Iiwelenarbeiten. Sie bereiten auch Ebe-! mika'.ien, und verstehen sich besonders aut die Scheidelnnst, l weßh .b sie beinahe ausschließlich bei der Münze Verwett-! Lmtg finden. E? sind unter ihnen gute Aerzle, und auch der! früher: Leibarzt de? Schah war Jude. Silo Sänger und Musiker ersrenen sie sich eine? guten Rufe?, ru-.d werdetr in; dieser Eigenschaft bei den Festlichkeiten der Große.! häufig | verwendet. Ihre Sitten und religiösen Gebräuche sind denen ihrer frommen Glaubeiwbrü er in andern wandern gleich. Selbst da? Ptiriinfest, da? sie doch ans der eigentlicheir histo-! rischett Stätte feiern, begehen sie ans dicselb Weise wie die j übrigen Inden, ja selbst da? sogenannte Hamanklopsen ist! rticht vergessen. Wie in andern Ländern de? Crient? ist auch! den persischen Inden die Polygamie erlaub. doch wird bri! der sätweren Ernährungweise nt.r in seltetten Füllen davon! Gebrauch gemacht. Da Fasten, welches überhaupt bei den I Persern eine gieße Robe spielt wird auch von den dortigen Inden viel geübt, und gehört auch bei ihnen ein mehrtägige'? Fasten nicht zu den Seltenheiten. Sie wohnen zumeist in abgesonderten Stadttheilen (Ghetti'?). Ihre Häuser haben sehr niedrige Thtireu, die den Eingang für Fremde ersckwe re», welcher Bauart vert mthlich eine bestimmte Absicht zu Grunde liegt. Im Hamadan, dem alten Etbataua. befindet sich da? Grabmal Merbeck,ai'? und der Königin Esther. Wir können die Anzeige de? Buche? nickt schließen ohne aus den Ratzen aufmerksam zu macken, den c? der Sprachforschung biethet. D.r Vers. bat den meisten 'Rennwörtern die neupersiscken Bedeutungen beigesügt, die tm? den Sckliissel zur Erklärung mancher biblischen und talmndischen A:i?drtickc an d e Hand geben. Ans Einzelne? hat der Vers. selbst auf! merksam gemacht, so zz~: Kerbas, ein dichter Baumwollstoff ( T“ chara ein moiritter Seiden stoss. Andere? wollen wir an? eigener Betgleichnng ansiibren so yz'z saebttz Kleien **r Kulii Bock;vs gaz Gau? (fdicint ricktiger al? vom lat. j avis abgeleitet.) S“*:'? luktno Keiner Bissen u. a. tu. — Cb i da? "V.'ort rrrr mit thutbch, dem bei den Trauungen; der Perser üblichen Gebe.a, verwandt sei, wollen wir dahin gestellt sein lassen. Da? Buch de? I)r. Pollas ist nach Inhalt und Form an? gezeicknet. Der Styl ist einfach aberlebhast, blühend jedock, ohne \ allen Schwulst. E? ist ei» Produkt deutschen Fleiße? und ge j wissenhafter Geschicht?treue, fern von jeder Eharlakanerie, die fast gar oft in orientalischen Reisewerken in größerer oder kleinerer Dos:? verspürt wird. Da? Titelblatt de? Buche? läßt nock einen 2. Theil erwarten dem gewiß die Vcfcr de? ersten Theil? mit Spannung entgegensehen. M. 12 --- r.rVT. Tranuugereden, Postille für jüdische Fairniieu von Ign. W. Back. 'Rabbi in Ezkin (Böh ntca) vormal? B. O'ijula (Ungarn), 1. Heft Prag 1866. Jüdische Predigten mit und ohne Berechtigung zur Berössentlichnng bilden ans dem B. hermarkt einen ziemlich sortirten Artikel. Je weniger die homeletischen Regeln festgestellt sind, ne denen Inhalt u d ästhetische Form der jü bische Kanzel.eredsamkeit der Benrtheilnng unterzogen wer den sollen, desto häufiger sind die Betsuche der Prediger, die in deit engen 'Räumen einer Synagoge errungenen Lorbeeren in die weiten Hallen der Cessentlichkeit, in den Gla?palla>t der Literatur, zur Alt? :ellnng zu brin. tt. Eine oder die andere Firma gelangt dtirch diese Au?stel:nng?obje!tc zu Ehren und An?;eichttung, ein großer Theil Ziefer Lorbeeren jedoch, die im stillen Hain eine? bescheidenen Kreise? irisch und herrlich blftbctcu, kommen verdorrt und verwelkt in die Heini th zurück, weil fie gereift an derwohlthät gen Warnte einer andächtigen Gemeinde, weder die heiße OMt 1) der versengenden Kritik noch d.e eisige 5(älte de? indifferenten großen Pnbliktim? ertragen konnten. Der Versuch bleibt selbst bei den tüchtigsten Rednern ein gewagter, denn von den bestgelnngenett Predigten ist bei der Veröffentlichung jener Antheil in Abrechnung zu dringen, den der mündliche Vortrag de? Redner?, die momentane religiöse Stimmung der Zuhörer und „tauche andere begünstigende Umstände, die bei der Lektüre wegfal: n, an dem Erfolge haben. Deßnngeachtet sind gute gedrttckte Predigten für die jüdische Homiletik von großem Ruhen, nt tragen nicht wenig zur Forderung eine? geläu terteu Ge chmack? bei, der ebenso oft den Rednern wie der Zuhörerschaft noch thut. Die Predigtsammluugeu von Jeatitt he im er, Salomou, Leopold Stein, Philipson, Ielliuek ti. a. tu. haben der jüdischen Predigt einen selbstständigen äitheti« scheu Eharakter gewonnen und ihrem Entwicklung frcifr die Gränzeu gesteckt, die zwischen der alten Derascka und der flackeu mit Worten spielenden Rhetorik liegen, fie gaben al? mustergiltie, jü tigern Kräften die geeignete Richtung, die uns ebenso vor den Au?schreitnngeit der Phantasie der sogenannten guten Kopte wie vor dem leeren Wortschwall der ^genannten beredten Zungen sckützt. Wie reichhaltig aber auch die jüdische Predigtliteratur sei. so ist doch ein Zweig derselben, die Easualreden, noch sehr wenig bedacht, und die Leistungen auf diesem Gebiethe Helsen noch immer, mit dem Vorredestyl früherer Zeiten zu sprechen — einem Bedürfnisse ab. Die pleßnerischen Easualreden sind längst vergriffen und auch nicht mehr dem Geselimacke der Gegenwart zusagend. In neuester Leit sind von Ehreutheil Eonfirmation? von Hauser Leichenreden erschienen, die viel de? Guten und Schönen enthalten. Diesen reiht sich die vorliegende Sammlung von Trauung?redeu an; die wegen ihrer sckwungvol ett Sprache, wegen der einfachen Be Handlung der durchweg? biblischen Tepte, wegen ihrer Kürze empfohlen zu werden verdienen. E sind 1'.> Reden, daruu tcr eine in ungarischer Sprache .ie meisten beginnen mit einem kurzen Gebethe, dem die Au?eiuaudersetzuug der Ehe pflichten folgt. Bei einigen derselben sind kürzere oder längere gereimte Dichtungen eingestreut, die zuweilen von der licantia poetien einen sehr muthigen Gebrauch machen. Wir führen bei''piel?weise an? dem längern Gedichte in der 7. Rede, die Verse an. „Allwo da? Weib besitzt ein Her;." Da? stet? nur (cklaget Gatteuwärt?. A!!wo der Beamt bei 2e'oth und Viel ,De: Gattiit stete? Wohl nur will." Eigeuthnmlich in aueh die Ausvracke au die Brautleute mit den Worten „2iebe Beide." Den Titel de? Bnekie? hätten wir einfacher und korrekter gewünse-. t. „Gjltn vormal? Gyula" will sagen, daß Ezkin vormal? (Vyula geheißen habe, nicht daß Herr Back früher Rabbiner in Gyula war. Die äußere Au?stattung de? Buche? die sebr gefällig ist, ist au? der Buchdruckerei von Sender? & Braudei? in Prag hervorgcgaugeu.