Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 23 (23.11.1865)
- Date
- 1865-11-23
- Page
- Seite 194 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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104 biflcr G ha: ja .1$ G'nmbftihf nie besessen. Auch isl in dicscm Artikel die 'elundärc Bedeutung z Bürgen wofür ein anderer 7.-i« cinneht. nicht gehörig hcrvorgrhobcn. Auch über die sprachliche?lnordnnng des Buchet können wir die nachfolgende 'Bemerkung nicht unterdrücken. Bein, Ghaldäischcn wnß clcnsolls wie beim Hebräischen nach der Wurzel daS Schlazwort gereiht werden, und cd ist ausfallend Schlag- Wörter wie v;::rn n. a. nt. zu finden. Der Vers. als tüchtiger Linguist bekannt möge in den folgenden Heften seinen trefflichen Sammclsleiß mehr für den Zweck seiner Aufgabe vcrwcrlhcn, und sich ans das zur Sache Gehörige beschränken. U. L. l'logio funobre sullc barti di Samuel David Lu* zalo elc. diLelio della Torre l’rofessore. Gin glänzendes Denkmal der Beredsamkeit, welches H. Prof, della Torre feinem verstorbenen Freunde und Gollegen dem seligen Luzzato setzte. Iit schwungvoller Sprache gibt er seinem Schmerze Ausdruck, und schildert mit bered* len Vorteil die vielen Verdienste dcS Verewigten um daS Indcnlhum. AuS der geistvollen Skizzirnng von Luzzato'S Leben erfahren wir, daß dieser HcroS der Wissenschaft sich in frühester Jugend von der Arbeit seiner Hände ernährte, später aber die materielle Thätigkcit mit der geistigen vcr* tauschte. Unter den Tugenden dcS Verewigten hebt er besonders dessen WohlthätigkeitSsinn hervor. „Selbst arm, sagt der Redner, war er verschwenderisch den Armen gegenüber, und er gab sicher nicht von seinem Ucberslnsse, sondern von dem was kaum genügte, feine nothweudignen Bedürfnisse zu befriedigen. Gerade zur Zeit als feine Ginkünflc abnahmcn, nabnl er feine verwittwcte Schwester mit zahlreicher Familie in sein HauS auf, und theiltc mit ihr, mit jener Liebe, welche die Wohlthat erhöht, fein Brod, das ihm selbst kümmerlich zngetheilt war." — AlS bezeichnend für italienische Gasualreden wollen wir nicht unbemerkt lassen, daß in der ganzen Leichenrede keine Bibel- oder Talmudsiellc angeführt ist. Feuilleton. CSinc 8rnic lins dem MjrnI bcn. Gin tiefer, bitterer SarkaSmuS, wie er nnS zur Zeit der herbsten pfe der Finsicrniß mit der Aufklärung, der Bigotterie mit . er Religiosität, der Freiheit mit den TespoiicmuS, der feIschen Gmpfii.dclci ir;; dem cd.tcit innigen G'esühlc und nur von einem onsgespror! cn weiden konnte, der unter allen diesen 5iön pfen litt und strebte, liegt in den oft zilirtcn, scltcit ganz vetstandcnen Worten HcincS: „Und wem sie juft passieret, Dem bricht daS Herz entzwei!" Ja, an wie vielem Leide geben die MlN''ckcn thcilnahmloS vorbei weil eS uidit in a v. stabender, erschreckender Weise entblößt sich ihren Augen zeigt, wie vieles finden sie kleinlich, lächerlich cdcr langweilig, weil cS sich eben nicht zum Thema eines Romans oder Trama's, nickt einmal zu einer grellen, Schilderung in einem modernen Rontanc eignet. Wie oft hast dn selbst, lieber Leser! mit leichtem Spotte ans den Lipven bnmrrislischc Schilderungen ans den ji:dischcn G^rmeindclcbcn gelesen. Dir etwa damit die Langweile eines San.slagnachn.ittags vertrieben, iticht beachtend, was Zean Paul vom echten Humor sagt, daß er mit einer Seite dcS Gesichtes lache während er mit der anderen weine. Freilich die weinende Seite des Gesichtes -sahst Tn nickt in dem stristallsviegcl Tir gegenüber, nickt 'cinin.al dein Tochlerlciti sah sic bei der Lektüre/ nicht einmal dein Mümchcn, daS vorwitzige VorstcbcrStöcht-. ein, daS jüngst beim Lesen dnr Schilderung einer t^cmeind-. itzung lachend mit dem Blatte auf die gnädige Mama tn.it den Worten zriwrang: Aber sckancn Sic nur Mamachen! Ta haben Sie inneren lieben Papa wie r leibt und lebt. Dafür finden sich die weinenden Gesichter »nt so häufiger in den Familien jenes Gcmcindcbcditiistelcn oder sonst untergeordneter Persönlichkeiten, dcitcn in dcn^ humoristischen Schilderungen ebenfalls 'Rollen ztlgewiescn sin''. Freilich dürfen sich diese weinenden Gb'sichtcr nur u de. engen, allzu beschränkten Häuslichkeit teigen, außen müssen sic nach allen Seiten hin ex olTo lack, n und wie freundlich und snb* miß lächeln! Zur Abwech'lnn' wollen wir einmal einen G'c* mcindebedicnsleten kennen lct en, der cS wagte, zil Haufe ' wie in offiziellen Begegungcn nicht nur zu lächeln, sondern zuwet.en reckt laut zu lachen. Am besten, wir lesen jcn n Thcil eines Briefes, der unseres Helden (und eS geb -k oft mehr Heldentlmni zu den stillen Kämpfen deS Beruie, als zu den lauten deS Schlachtfeldes) Situation uns völlig klar macht: Fortsetzung folgt. (3 ü dischc LandcSrcvr ä >' e n t a n z.) Am 20. und 21. d. LR. wurden die S tznngcn der LandcSrcpräscntanz der döhm. Indenickaft unter Vorsitz dcS TbmannS Herrn Gabriel Tanßig aus Budin abgehaltcn. Ten größlcit Thcil derselben nahm die Bcrathung über die vom h. Ministcri* nm auf Antrag der Präger Gnlu. gemcinderepräsentanz er* checkte Genehmigung, eine Thcilnng dcS von den bekannten. Stcuerrücksvändc)t^herrüh.rcnden,FondcS zwischen der pragcr* und der Landjndcnschaft nach dem beantragten Vcrhältniße statt finden zu lassen, in Anspruch. Rack dem Hoheit Mi* nislcrialcrlaßc sollten beide Thcile in kürzester Frist über die Verwendung dcS bezüglichen AnthcilS zu Humanitären Zwecken ihre weitern Anträge unterbreiten. Tic jüdische LandcSrcpräscntanz, die sich schon früher gegen eine Thcilnng dcS Fondes energisch aussprach, hat auch in der bewegten Sitzung dieser Tbeilung an sich als eine Zersplitterung deS grnteinsamcn Vermögens, die aut wenigsten zur | Förderung der anzustrebcndcn Humanitären Zwecke beiträgt, | erklärt, und will alle geeigneten Mittel anwcndcn, um solche nicht zur Thati'achc werden zu lassen, lieber Antrag deS Herrn Gm. Fürth e.nS BndwciS wurde einstimmig beschlossen, wegen gesetzlicher Gins, hrnng einer Gnllnsorduung für die jüdischen Genie, ndcn Böhmens eine Gingabc an die hohe Statlhaltcrci zu richten, und selbe dtirch eine Deputation Sr. Gxccllen; dem Herrn Statthalterstcllvcrtrcter mit der Bitte zu überreichen, diese mir schon seit Jahren in der Schwebe sich befindenden Angelegenheit, deren Lösung sich mit jedem Tage mehr als dringend hcrausstcllt, in das Stadium der legislativen Gntfcheidnng leiten zu wollen, ferner wurde den Abbrändlern von beniaSwarth eine Lprüde von 100 fl. und ein gleicher Betrag dem Vereine zur Versorgung von 'Freitischen .für jüdische Stndircnde in Prag für dieses Jahr vokirt.__ JlemigMjchn' 'müfcfll Korrespondenz. Ter llntcv-cidnictc beginnt mit dein 1. Dezember l. I. wieder cin.'it stenografischen Lehr - Osnrsnü mittelst (Korrespondenz. 20 — 25 Briese reichen bin, binnen 5 Btonaten die Stenografie voll ko mitten zu erlernen. Das Honorar für den ganzen Unterricht betragt 14 st. öst. Wabr., wovon die Halste im Vorhinein zn entrichten ist.' Diejenigen l*. T. Herren, welche an tiefem Unt rrichte tbeilznnebnten wünschen, wollen ibre Anmeldungen rechtzeitig machen. Prag, int November 1865. S. Bicher, vffll. 5k'rcr der Slcncgrüfie, und Mitglied der k. k. Ltaaieprü'ungkoininiiüoii für pchramlrkändidatcn der rtcnografif. Truck von Senders Sc PranLris in Prag.