Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 19 (28.9.1865)
- Date
- 1865-09-28
- Page
- Seite 157 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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bcr 2adic erbenebt ater, baf; diejenigen. He an der ^pire dc-> Vereinen [teilen, itt Bezug der rein religiösen fragen die größte Zurückhaltung beobaebteu müssen. Oiim glaubt er, daß citteo der 'Mitglieder deo tfcntralfomitcc dnrcli einen jüngst in den T palten der- Archiven erschienenen Artikel von diesem i'*uunb[a'oc abgewiäien sei. Dad ehrenwerthe 'Mit-! glich 1 NN seilt \\i wissen, ob jene Verlautbarung VOM Eenrnlkomne aneging, oder ob dieselbe nur den persönlichen Gesinnnngen deo Verfassern Anndruck perlieh. Herr .KeilteWärter enviedert, daß er an-? eigenem Antriebe'eine, von sali'chen Ansichten stropende Brochnre widerlegte; der fragliche Artilel ist übrigen? nur der tHiiebmcf seiner persönlichen Meinung, nicht der de? Eomitö'n. Herr tiarualfo fügt hinzu, daß dan Eomitn selber noch vor der Generalversammlnng die Tvragc in Erwähnung zog und ans ^rnnd de? Evmitübeschlnssen war Herr König?- warter gewilligt, daß er allein wegen seine? Briese? verantwortlich sei. Der Herr Seeretär verliest solgenden Bericht über die von der Gesellschaft anc-geschriebenen Preinfragen. Die Alliance israeiite universelle hat am 6ten Juni 1663 s>. gende zwei Preinsragen an?geschrieben. 1. Frage: Dian bearbeite die Geschichte der aus die Emanzipation der Inden bezüglichen Literatur; man analpsire die Schriflen, die seit dem letzten Viertel - de? XVIII. Jahrhundert?, Dohm Gregvire, Mirabean — bi? aus unsere Tage von nichtisraelitischen Autoren zu Gunsten der Emanzipation verössentlicht, sowie auch die Reden, die in dieser Angelegenheit in össentlichen Versammlungen gehalten wurden. Man weise He mehr oder weniger vollständigen Lösungen nach, die die Emanzipationnfrage in den verschiedenen Ländern Europa? gesunden hat und fasse die Vortheile zusammen, die daran? sowohl für die Israeliten, al? auch für die europäischen Rationen im Allgemeinen erzielt worden sind. Eine goldene Medaille im Werth von 1500 Fr. war bestimmt für den Verfasser der Arbeit, der die Preiofrage am entsprechendsten löst. 2. Frage: Mau, schreibe nach authentischen und ämtlichen Dokumenten He Sozial-und .Kriminalstatistik der Israeliten von Frankreich Heit dem Jahre 1830 bi? aus unsere Tage von fünf zu fünf Jahren; man untersuche einerseit?, in welchem Verhältnisse sich die Israeliten an der wissenschastlichen und künstlerischen Laufbahn betheiligt und welche Sie mit Vorliebe gewählt haben, und prüfe anderseit?, welche Verbrechen und Vergehen man ihnen vorwerfen konnte, und welche? die verhältiußmüßigc Zahl der gerichtlichen Vernrtheilnngen aller Grade war. Den statistischen Tabellen lasse man die allge- . meinen, ans da? proportionirte Verhältniß der israelitischen, ‘ zur allgemeinen Bevölkerung gegründeten Betrachtungen solgen. Zn diesem Konkurse wird eine jede Arbeit zngelassen, die irgend ein Land Europa? zuui Gegenstand hat, wo die <-Lage der Israeliten dieselben Punkte der Vergleichung bietet. Eine goldene Medaille im Werthe von 1000 Fr. sollte dem gediegensten Bearbeiter dieser zweiten Frage znkommen. Die statistische Franc betreffend, haben wir keine einzige Arbeit erhalten. In Bezug der er n Furage haben wir eine einzige Arbeit entgegengenommen mit folgender Ansschrift: „LR>erte civilc-ct pt-Iitique pour tont le monde.“ Ehanning. Dieselbe ist in englischer Sprache abaefasst, gut geschrieben, ent- 'pricht aber den Bedingungen de. Programme? nicht. Der Antor. beschäftigt sich weniger mit der Geschichte der Literatur de? gegebenen Gegenstände?, al? mit dem Fortschritte der Emanzipation selbst; zudem handelt er vorwiegend von der Emanzipatioit in Deutschland; den übrigen Ländern En-. .Opa? ist eilt verschwindender Platz eingeräumt. Der Ge- , genstand ist also nicht im Sinne unsere? Programme? entwickelt. Iiezufügen müssen wir noch, daß der Autor in der Aneeinandersetznng seiner eigenen Ideen sehr kur; ist, er Hütte ono der ganzen Arbeit viel weiter gehende Schlüsse ziehen lönnen. .Kurz, wir sind der Meinung, daß e? dem Antor an der noihigen Zeit gebrach, um 'ein Werk zu vervolllominenen und indem die Allianee israeiite universelle dieselben Preiosragen wieder auc-fd.vcibr, gibt sie sich der Hofsnnng hin daß e? dem Autor, der jeder Anfmnniernng würdig ist, gelingen wird, eine gediegene Arbeit zu liefern unh den Prei? für da? Jahr 1S07 zu erlangen. Die Tagesordnung fordert den Beschluß über einen doppelten Antrag de? Hr. Dvpert, welcher solgendermaßen lau! tet: 1.) die Mitglieder deo Eentralkomitc'? znm Drittheile jährlich zu erneuern; 2.) zu beschließen, daß die jährliche Generalversammlung der Wahl der Eomitomitglieder voran- . zngehen habe. j Der Hr. Präsident macht daraus aufmerksam, daß diese! Anträge der Abstimmung der Versammlung nicht unterbreitet j werden können, da jede Aendernng der Statuten vorher durch 1 da? Eentralkomitn nach zweimaligem Abstimmen in monatlichen Zwisechenränii'.en gmgeheißcn sein muß. Hr. Dppert verlangt dessenungeachtet da? Wort, um seinen Antrag zu emtriefeln. Eine Wahl ans nenn Jahre erscheint ihm so abnorm, daß die Wähler vom vergangenen 21. Mai ohne Zweifel die Dauer der Gewalt selbst nicht ahnten, welche ihr Votum den erwählten Mitgliedern über-! trug. Der zweite Tlieil seine? Anträge? würde den Wühlern die Möglichkeit lassen, die Arbeiten de?-Eomite'? wäh- ' rend de? dritten Jahre? seiner Tbätigkeit zu beurtbeilen, bevor sie zu einer neuen Wahl schreiten. Da? ehrenwerthe i Antglied glaubt auch, daß e? die Ausgabe de? Eentralkomite!? war, den Wählern die Liste der Eandidaten zu kommen zu lassen, um sie dadurch in den Stand zu setzen, die Ansprüche derselben einer vorläufigen Erörterung zu unterziehen. Hr. Javal ist von der Behauptung überrascht, daß die Wähler von der Tragweite ihre? Votum? und der neunjährigen Dauer der Funktion de? Eomito'? keine Kenntni? gebubt hätten.. Da? ehrenwerthe Mitglied bittet den Hr. Präsidentei', die Versammlung über die Regelmäßigkeit der Wahloperation zu besrageu. Der Hr. Präsident antwortet, daß im Hinblicke auf den klaren Text der Statuten die durch den ehrenhaften Hr. Dvpert an?gesprochene Meinung unzulässig sei. Da? EvmitF hat sich'? zur Richtschnur gemacht, sich jeder Einmischung in die Wahlen zu enthalten. E? ließ allen Candidaturen die Freiheit, sich geltend zu machen, nnh e? ließ alle zu seiner Kenntni? gelangten Eandidaturen in dem Saale asfichiren, wo die Wahlen vollzogen wurden. Der Hr. Präsident erklärt, nachdem er die Versammlung über den Antrag de? Hr. Javal befragt hatte, den Zwischenfall für beendet. Der Antrag de? Hr. Oppert wird mit der größten Sorgfalt vom Eentralkomito geprüft und wenn statthaft, der nächsten Generalversammlung vorgelegt werden. Hr. Earvallo fügt hin n, daß da? Eomito seit der letzten Versammlung den zweiten Antrag bezüglich der Zeit der Wahleit angenommen habe. Hr. Alexander Ernhangc fordert die Versammlung auf, ihre Theilnahmc an der frischen Trauer der französischen Indenheit um den ehrwürdigen Ullmaun, Großrabbiner de? Eentralkonsistorinin?, öffentlich kund zu geben. Der Hr. Präsident macht sich zum Dolmetscher der Versamnilung, indem er die Dienste, die der an?ge;eichnete, betrauerte Ullmann der französischen Iudenhett erwiesen, den i Anwesenden in? Gedüchtniß rnst. Die Versammlung nimint die'e Worte mit ai'haltendem Beifall auf. Der Hr. Präsident kündigt au, daß im Sitzung? Protokoll hievon Ermaß-. k nnng geschehen wird. ' ' Reit dem Originale gleichlautend. Der Sekretär: Der Präsident: N. L c 1> c n. A. E r c m i c u x. 19* L '