Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 17 (24.8.1865)
- Date
- 1865-08-24
- Page
- Seite 145 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Menschen wir zwischen Menschen und Menschen besonders zwischen Lehrer und Schüler, Meister und Jünger statt. Der Geist (Lottes ist je nach der Person, in der er wirkt, je nach der Erscheinung die er bewirkt bald ein guter, bald ein böser, bald ein beruhigender, oder nach dein Bibel Worte ruhender, bald ein kämpfender, klopfender, streitender, kurz er ist innncr so wie ihn die Menschen unter den gegebenen Umständen seiner Erscheinung sich gedacht haben, oder denken sollten. Mit dieser Auffassung lassen sümmtlichc stellen der heiligen Schrift, in welchen dieser Ausdruck gebraucht wird, sich genügend erklären, ohne zu der Annahme genölhigt zu werden, der Geist Gottes sei etwas selbstständiges neben Gott, oder eine Substanz in Gott. Der Geist (Lottes hat ein Dasein gerade so wie der Mund Gottes, das Wort Gottes, .der Zorn (Lottes ein Dasein hat, nämlich in der Borstcllnng, welche die betreffende Bibclstellc von Gott her vorznbringcn beabsichtigt. Das weih übrigens der Abfasser jenes Artikels ganz gut: denn nachdem er alles Mögliche vorgcbracht, um den Geist als selbstständiges persönliches Wesen darzustellcn, erhebt er gegen sich selbst den Einwand: „Man kann sagen, das; „heiliger Geist" „Geist Gottes" u. s. w. sügirliche Ausdrucke seien, deren man sich im Reden von Gott bediene, und das; daher Gott und sein Geist eins und gleichbedeutend sei, so daß sic nicht mehr von einander zu unterscheiden seien. Run wenn man das sagen und sich so alle, vom Ab sasscr angeführten Bibclstcllcn erklären kann, so Ihnen wir cs, und bewahren uns so die ungeschmälerte göttliche Einheit. Die einzige Stelle, die dem Abfasser nach diesem Zu gcstündnisse nach Skrupel macht, ist Zcs. 4£, IG. Diese wurden r.bcr gehoben fein, wenn er sich entschließen wollte, statt seiner Ucbcrsctzung die meinigc zu adoptiren, welche lautet: „Und nun sendet der Herr Gott mich und seinen Geist." — Sprachwidrig wäre das durchaus nicht, denn irrm kann ebensowohl Accnsativ wie Rominativ sein. Zndeß ich kann auch die scinigc bcibehalten, da sic die von den meisten alten und neuen Uebcrsctzcrn und Erklärcru angenommene ist, und kann darum in dem (leiste, der den Propheten sendet, doch kein besonderes Wesen außer, oder in Gott finden. Die Stelle. „Und nun sendet mich u. s. w. erkläre ich im Zusammenhänge so: Der Prophet will die bevorstehende Befreiung ans der Gewalt der Babylonier' durch Eyrus als sehr nahe, sehr eilig schildern, daher bedient er sich eines Gegensatzes als Rcdcsignr. „Bcrsammclt euch alle und höret: Wer von ihnen l nämlich von den oben B. T> genannten Götzenbildern' hat denn diese (Dinge» verkündet, daß der Ewige den (Lioresch) liebt, der seinen Willen vollführt in Babel und sein Arm (ist gegen; die >tasdim? Zch, ich (die hier redende Person kann ebensowohl Gott wie der Prophet sein °. denn es ist die Eigenthümlichkeit des in Zcs. GG anstrctcnden Propheten, das; er häufig Gott und sich so indcniisizirl, daß man Auftraggeber und Beauftragten nicht unterscheiden kann) habe geredet, auch habe ich ihn gerufen, habe ihn gebracht und sein Weg ist gelungen. Tretet her zu mir, hört dieses: Nicht habe ich von An fang an im Geheimen geredet, von der Zeit an, da cs >das Erlösnngswcrk) geworden, war ich schon dabei (jedoch habe ich mich nicht mit solcher Macht dazu gedrängt, das; ihr meinen Worten thatsüchlichc Zolgc gebet) aber jetzt hat der Herr, der Ewige mich gesandt und sein Geist." — Das soll heißen: Zctzt fühle ich mich von allen Mächten, unter denen wir uns Gott denken, getrieben euch zum Auszüge anfzu fordern. Also rasch, rasch! Es wäre freilich besser gewesen, ihr wäret gar nicht hicrhcrgckommen rtnd hättet Gottes Ge bolc beachtet; doch das ist geschehen, jetzt aber B. 2<>. „Hinaus von Babel, flicht ans >tasdim! — Das ist der so einfache, natürliche Linn dieser 3 teile, der uns die Situation so lebhaft vor die Augen führt. Wer sich nicht absichtlich Schwierigkeiten hinein legen will, der findet keine. — Zch glaube nicht, daß cs einen Zsraeliten geben wird, der sich veranlaßt fühlen könnte, der Ansfordc rung des Abfassers jenes Artikels nachznkommcn und von ihm weitere Erklärung sich zu erbitten. Wenn er in den Kabbalisten, welche von einer Schcchinah und einem 'r.'i'ip sprechen, Gesinnungsgenossen zu finden glaubt, so mag er sich mit ihnen abfinden. Wir — d. h. d. Vescr Zhres Blattes zählen nicht zu ihnen und brauchen daher auch ihre Bcrthcidigung nicht zu übernehmen. Prag in August 1HG5. Zch verbleibe Dr. A. Stein. Rabbiner. Curulc und tluswiirtigk UtuigKeilt» Stiuliii, 7. August. Einem Zsraeliten aus komorn, Namens Zsracl Hirschlcr, ist von Seite des hiesigen k. t. Militür-Ltomnnitäts Magistrates der Aufenthalt in hiesiger Stadt untersagt worden, Diese Entscheidung des Magislratcs wurde von dem k. k. Landes Gcncralkomando in Tcmeswar laut Erlasses vom li>. April aufrecht erhalten. Dieser Erlaß beruft sich ans inen hoskriegsrüthlichcn Erlaß vom l 7. Znlie 1S41, Z. .'»15.'), welcher „unter Hinweisung ans die wegen d.s Aufenthaltes der Zsraeliten in der k. k. Militärgrcnzc bereits früher erlassenen Porschriftcn fcstsctzt, daß ei nein Zsraeliten kein längerer Aufenthalt an einem Crtc in der Mililürgrcnzc als 24 Stunden oder längstens drei Tage werden darf, und der Paß, welchen ein Ziraclit von seiner kompetenten Behörde in Händen hat, denselben blos zur Reise in der Militürgrcnzc und zu einem kurzen Aufenthalte j von Drt zu "Drt zur Berichtigung seiner Angelegenheiten, I keineswegs aber zu einem fortgesetzten längcrn Aufenthalte an einem Drlc gegen Allerhöchste Borschriflen berechtigt^ | Hirschlcr hat gegen diese Entscheidung an das k. k. Kriegs- Ministerium rcknrrirt. Man sicht mit Spannung dem Re- , sultate dieses Rekurses entgegen. Biele Ehristcn wünschen, j wie ich Sic versichern kann, einen günstigen Bescheid herbei. > Ein humaner Serbe, jur. Dr. Zvil s ch, soll sich, wenn ich \! recht unterrichtet bin, bereit gezeigt haben, dem Rekurrenten i mit Rath und Thal bciznstehcn. B. Eh. Altona, 5. Aug. Bor mehreren Monaten wandte sich ' ein österre chischcr Militär "Dbcrarzt, welcher den letzten seblcSwig holsteinischen .Ericg mitgcinacht halte, an den hanövcr scheu Cbcr Rabbiner Mayer mit der Bitte, das Rölhige zu veranstalten, damit er in das Zudcntbum ausgenommen werden könne, da er fest entschlossen sei, seinen bisherigen katholischen Glauben mit dem jüdischen zu vertauschen. Rach den jüdischen Religionsgesetzen ist aber das Prosclytenmachcn nicht nur streng verpönt, sondern alles Mögliche anznwcndeu, einen zum Zndenthnm übergehen Wollenden von seinem Ent schluß abznbringcn. Zn dieser Hinsicht hatte der Dbcr Rabbiner Dr. ".Naher und dem Bcruchmcn nach auch später der Altonaer "Dbcr Rabbiner Ettlingcr den österrrichischcn "Dbcrarzt bcschicden. Trotzdem hat im Vanfc der lctztvcrflossencn Woche die Tauffcicrlichkcit nach jüdischem Ritus in Hamburg statlgcfnnden und ist der betreffende Arzt nunmehr in das Zndenthnm ausgenommen worden, da er sich durchaus nicht von seinem Entschluß abbringcn ließ und fest und bestimmt erklärte, daß nur die reinste llcbcrzcugung und durchaus keine "Nebensache seinen Willen geleitet habe. Auf solche bestimmte Erklärung konnte der Aufnahme des statho-