Mannheim
Compact Memory

Das Abendland · 1865-04-20 · 9 (20.4.1865) · p. Seite 80

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
9 (20.4.1865)
Date
1865-04-20
Page
Seite 80 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/9050333-9088714-9050494--0171-9050502
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

c % bcn incnfAcnfrcuTiMi d)cn (5?rafcu gastlich ausgenommen und mildc behandelt wurden, wie-die im vorigen Jahrhunderte aus Sulz im Qbcrlande vertriebenen Inden hier Schutz und Aufnahme gesunden, nnb in nie gestörter Eintracht mit der christ lielicn Bevölkerung lebten. Ein Monument der brüderlichen (Besinnung unserer christlichen Mitbürger ist unsere -Lynagogc. ^nttc nicht der edle Gras Harrach von Hohenems die Steine zum Baue gespendet und wären nicht Eapitalicn, dienerst in jüngster Zeit gänzlich znrückgezahlt worden, von edelgesinnten Ehrislcn vergcstrcckt worden, niemals hätten die damals armen Inden unserer Gemeinde einen solch' koitspicligcn Bau ansge- — Der obgcnanntc Herr Festordner brachte hieraus einen sinnigen ^oast ans die Wohlfahrt, Beüdeilichkeit und Einigkeit beider Gemeinden, sic mit dem österreichischen Doppelaar vergleichend. Zwei Köpfe und doch c i n Körper sind beide Schwcstcrgcmcindcn, sagte er, wo cs sich um das Gemeinwohl handelt; gegenseitig brüderlich mit dem eisernen Schwerte gemeinnütziger Arbeit und dem goldenen Apicl sich unterstützend, umschlungen Vom Bande der Eintracht nno Bruderliebe, erringen sie sich die Krone des Verdienstes und wahren Bürgerthnms. Frankfurt, 20. März. Der Verein zur Beförderung der Handwerke unter den Israeliten veröffentlichte gestern seinen dreiundrcißigstcu Bericht. Derselbe umfaßt den Zeitraum von 18OZ__65. Als der Verein vor 41 Jahren gegründet worden, traten fast alle hiesigen Gcmcindcalicdcr ihm als contribnirende Mitglieder bei und befähigten ihn durch reiche Gaben, den Unbemittelten unserer nahen Umgegend eine kräftig flicsseude Quelle bleibender Hilfe zu werden, dem Hange zu dem damals so. beliebten Hausierhandel'nachhaltig zuHteucrn und das Fundament zur Schaffung eines gediegenen HandwcrkSstandcs zu legen. Doch diese Dpsersreudigkeit hat sich, weil Viele glauben, daß die Zeiten für/dw .Israeliten besser geworden und der Verein seine Missiön/euüllt habe, verringert. Sie bedenken dabei nicht, daß..dLs? Handwerk bei den Juden noch' nicht naturwüchsig ist und'noch'der Stütze bedarf. Im Ganzen nahm sich der Verein seit^scinem ^Bestehen 962 Knaben (1863 —65 deren 43) an; während die Zahl der von Vereinsmitteln unterstützten Gesellen und Preist,er"63 nicht überschritt. Von sämmtlichcu Unterstütztest^ gehören 623 denk G'roßherzogthnm, 147 dem Kurfürstcnthum und 47 her Landgrasschast Hessen an, 31 dem Königreich Bayern, 119,. dem GerzogthumNassau, I dem Großhcrzogthnm(Baden und 62 der Stadt Frankfurt. .In die Go lds chmid t'sche Stiftung, welche fortgesetzt unter der Verwaltung des Vereines steht, wurden in dem abgclauscncn zweijährigen Zeitraum 10 Lehrlinge ausgenommen, deren Gcsammtzahl jetzt ans 100 angcwachsen ist. Die E. G o l d- -s ch m i d t'sche Stiftung unterstützt 7 Meister und erfreuten sich seit ihrem fünfzehnjährigen Bestehen 63 Meister dieser Wohlthat. Beide Stiftungen traten überdies noch ergänzend da ein, wo die Vcrcinsmittcl nicht ansreichtcn. Portefcnillcr, Bäcker, Schuhmacher waren die am meisten gesuchten Gewerbe. Die Einnahmen des Vereins beliefen sich aus 5627 sl., die Bestreitung der Kosten für die Zöglinge aus 4196 fl. flachen, 23. März. (Pnvatmitth.) Die hiesige Stadtvcrordnctcu-Vcrsammlung hat vor Kurzem dem Vorstände der Synagogcn-Gcmeiude, behufs Erweiterung des bisherigen, cvent. zur Anlage eines neuen Friedhofes die Summe von 750 Thl. zur Verfügung gestellt. Wir melden dieses Factum hauptsächlich deshalb, um andern Gcineindcn anzudeutcn, daß der Vorstand seinen Anspruch aus das Gesetz vom 23. Prairial des Jahres XII. der sranz. Republik gegründet hat. Der Fall dürste namentlich für solche' Gemeinden von Interesse sein, welche sich noch der sranz. Gesetze erfreuen.' Brussel, 10. März. Das brüsseler Blatt „le ljbre Examen“ berichtet: „Icsserson Davis und sein Staatssecretär Herr Benjamin, sind im Süden sehr unpopulär geworden; Herr Davis, weil mau ihn des Mißbrauchs der Gewalt beschuldigt, und Herr Benjamin, weil er nicht die Existenz der 80 — Dreieinigkeit «'anerkennt. —Der ,,Messenger* von Ncw-Pork sagt über diesen Gegenstand: Wie doch die antibnmancn Prin cipicn, wenn sic einmal leitende Regel geworden sind, auseinandcrfolgcn und sich verketten. Xnd) dem Sclavcnfanatismns entsteht im Süden der religiöse Fanatismus; nachdem schwarzen Eodcx und der Peitsche kommen die vorgcschriebenen Gebete und der Kelch; nach der Doctrin der Sclavcu-Arbcir erscheint die der religiösen Intoleranz. Der Süden konnte fccn Folgen seiner ersten Verwirrungen nicht entgehen." Der gefertigte Vorstand der Eultns-Gemciude Posrelberg beabsichtigt die vaeant gewordene / Stelle eines Rabbiners, zugleich Qbcrlchrcr, der philosovhische Studien mit gutem Erfolg absolvirt, und auch mit r m r,mn~, versehen ist an-' zustellen. Fixer Gehalts.st 5OO fl. ö. W. nebst freier Wohnung, und den üblichen Emolnmentem Diese Stelle kann vom 1. Mai l. I. ab, angctrcten lvcrden. Bewerber um diesen Posten wollen ihre Zeugnisse an^ gefertigten Vorstan baldigst ciusendcn, oder sich pcrsönlidshierher verfügen. Reisekosten werden üur demjenigen vergütet,«welcher acecplirt werden wird. Postelbcrg, den 14. April 1865. fj ZiiNM Q3lafcr, * / Marcus Dächer, ' ' Cm. |Jollah. Sci^25. Mär; l. I. erscheint in Wien unter Redaction von Earl Terzky das Wochenblatt: /" 0;T> 4i f U (Illustrirt). Dieses politisch literarische zwei Bogen starke in Großformat erscheinende Blatt ent'. «l: 1. Politische Wochenschau, vorzüglich. 2. Die Pflege der dclicatcn Frucht jenseits der Leitha. 3. Sociale communale und religiöse Fragen, unter welchen vorzüglich der „Kamps des Ehrislenthums mit dem Materialismus" hervorgehoben ist. Der zweite Thcil des Blattes ist der belehrenden Unterhaltung gewidmet und bringt außer Erzählungen und pikanten senillctonistischen Artikeln einen „Vricfsellcisen, Wochcnchronik localer Ereignisse, originelle und pikante Notizen und sonst viel Vermischtes und kann dieses Blatt jedem intelligenten Leser bestens einpfohlen werden. Der Preis dieses politischen Wochenblattes ist für die Provinzen, vierteljährig 1 sl. 25 kr., halbjährig 2 fl. 50 kr., ganzjährig 4 sl. 40 kr., und ist zu vrännmcriren bei der Redaction des Weckaus, Wien, Seilerslätte Nr. 2. Der gefertigte Eultus-Vorsiaud beabsichtigt vom 1. Mai l. I. ab, einen rtj bir zugleich <fc smr sein muß hicrsclbst auzustcllcn, derselbe >uß musikalische Bildung haben, einen Ehor zu leiten versieb n, und einen moralischen Lebenswandel führen, Gehalt ist nebst freier Wohnung,, und der roTi£ welche ein Einkommen von circa 300 fl. abwirst noch 100 fl. ö. W.' nebst den üblichen Emolumenten, Bewerber um diese Stelle wollen ihre Zeugnisse baldigst cinscndcn, oder sich persönlich hierher verfügen. Reisekosten werden nur demjenigen vergütet, weicher acccptirt werden wird. ■ ■ P o st elb crg,.,dcu 14. April. §1111011 Glaset» . iilitrniä pßdjtr, . «Ein. poUoh. Truck von '2lutvu Zteuu in Prag.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.