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Das Abendland · 1865-04-06 · 8 (6.4.1865) · p. Seite 72

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
8 (6.4.1865)
Date
1865-04-06
Page
Seite 72 (sequence 8)
Language
German
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— 72 — regeltcr und abgerundeter; denn nicht wie bei der gesprochenen Rede bringt hier jeder Augenblick eine andere Idee, die die frühere verdrängt oder wenigstens der momentanen Beachtung entrückt. Hier liegt Alles und Jedes vor uns; hier ist ein ganzer Bau, den man in allen seinen Theilen betrachten und im Zusammenhänge beurtheilen kann. Bei der uns vorliegenden Rede über den Verlust Mannheimers, des allverehrten Lehrers in Israel, ist die Veranlassung gewiß eine wichtige, die veranlagte Rede ein Werk, das uns sowohl als den theuern Verewigten ehrt. Die Rede ist eindrucksvoll, weil sie wahr, dem Geiste zusagend, weil sic geistreich, und voller Wirkung aus das Gemüth, weil sie gemütlich sich nicht in hohlen Phrasen bewegt, sondern wahrhaft und getreu nachweist, was Mannheimer gewesen und was das Judenthum an ihm verloren hat. — Nachdem Redner betont, wie er diesmal die Kanzel mit tiefer Erregtheit des Gemüths besteigt, wie ein schinerzliches Gefühl ihn drängt, diesen seinen Gefühlen an einem Tage Ausdruck zu geben, der nicht ganz dazu geeignet ist, glaubt er aber, daß durch diese Betrachtung die Sabbathruhe nicht gestört, sondern vielmehr gehoben und geheiligt werden dürfte. Geistreich und sinnvoll sieht Redner in Mannheimer den Meister Bezalcl, den Mann, der berufen war in Israel ein Heiligthum, die reine Verehrung Gottes zu errichten, und sieht in der Bezeichnung der Herkunft dieses einstigen gottbegabten Meisters das Wesen und die Persönlichkeit Mannheimers angezeigt und ausgesprochen. Die 1. Abthcilung bespricht 'tik p den Sohn des Lichts, die 2. nn p den Würdigen, den Fürstcnsohn, die 3. endlich rrnrp naaS den Mann der Kraft, des festen Willens und der Ausdauer. Redner schließt nun mit den Worten: Euch aber, geliebte Andächtige, rufe ich zu: atm 'i Kip Tai „Seht! einen solchen Bezalcl hat der Herr abberufen aus der Mitte Israels!" — Ich rufe Euch das nicht zu, um heute Euer Wehklagen zu wecken — den schuldigen Zoll der Zähren wollen wir dem edlen Hingeschiedenen zu einer passenderen Zeit weihen! — aber ich rufe Euch das zu, um das Eigenthnmörccht der jüdischen Geschichte an das gesegnete Andenken dieser leuchtenden Gestalt geltend zu machen, ich rufe Euch das zu, um den treuen Glanbcnssohn, den trefflichen Glaubenslehrer, den edlen Mcn- 'schenfrennd Isaak Noah Mannheimer Euch und mir selber als leuchtendes Muster hinzustellcn: Wie er wollen wir streben zu sein: die Söhne des Lichtes; wie er wollen wir unsere Herzen erschließen dem Wohlthun, der Menschenliebe; wie er wollen wir unsere beste Kraft verwenden zur Hebung unseres Volkes! Und so wird das gesegnete Andenken des Heimgegangenen Gottesmanncs zum Segen an uns werden, und es wird auch uns gelingen, die Gotteswohnnng anfzubauen und die Schechinah des Herrn wird unter uns ruhen! Amen! Schrift, Druck und Ausstattung der Senders und Brandeis'schen Osficin sind trefflich und lassen nichts zu wünschen übrig. Präiuunetalwiis-Emtaduilg auf das t u Venedig erscheinende neue Journal E CIIO aus Italien. Seit 25. März l. I. erscheint in Wien unter Redactiou von Carl Terzkh das Wochenblatt: „Weltalls." Zeitschrift für Politik, SJUssrnstbaft, Uitemtur, Kunst, föbentcr, Mmdcl, Industrie, Ägricultur und Miscrllcn. In der Ucbcrzcugung einem schon längst gefühlten Bedürfmße cntgegenzulommcn, haben wir uns entschlossen, in Venedig ein deutsches Journal zu begründen, welches die Aufgabe haben soll, periodische wahrheitsgetreue Berichte über die Zustände und Ereignisse in allen Theilen von Italien zu veröffentlichen. Ueberdies werden wir bemüht sein, aus allen Gebieten stets solche Mittheilungen zu machen, welche geeignet sind, allgemeines Interesse zu erregen. Diese Zeitschrift wird vorläufig nur zweimal im Monate und zwar am 5. und 20. erscheinen, und mindestens 8 große Quartsciten enthalten. — Die erste Nummer erschien am 5. April 1865. Prännmcrations-Prcise: Jährlich 4, halbjährig 2, vierteljährig 1 st. und monatlich 40 kr. ö. W.; schon mit Inbegriff der portofreien Versendung. Einzelne Nummern kosten 30 Kreuzer. Alle Postämter und Buchhandlungen nehmen Pränumerationen au. Alle auswärtigen Bestellungen bittet man franco an die Administration des „Echo aus Italien" in Venedig zu cxpediren. Inserate jeder Gattung werden sowohl in deutscher Sprache als auch in den gangbarsten fremden Sprachen ausgenommen und billigst berechnet. Da diese Zeitschrift zwei Wochen aufliegt und einer lehr starken Verbreitung fähig ist, so dürfen die Inserate derselben jedenfalls von nicht geringem Nutzen sein können. Venedig, am 18. März 1865. Die Redaction. Campo S. Bartolomeo, Calle della Bissa, n. 5451. Dieses politisch literarische zwei Bogen starke in Großformat erscheinende Blatt enthält: 1. Politische Wochenschau, vorzüglich. 2. Die Pflege der delicaten Frucht jenseits der Leitha. 3. Sociale communale und religiöse Fragen, unter welchen vorzüglich der „Kampf des Ehristcnthums mit dem Materialismus" hervorgehoben ist. Der zweite Theil des Blattes ist der belehrenden Unterhaltung gewidmet und bringt außer Erzählungen und pikanten scuilletonistischen Artikeln einen „Briesselleiscn, Wochcnchronik localer Ereignisse, originelle und pikante Notizen und sonst viel Vermischtes und kann dieses Blatt jedem intelligenten Leser bestens empfohlen werden. > Der Preis dieses politischen Wochenblattes ist für die Provinzen, vierteljährig 1 fl. 25 kr., halbjährig 2 fl. 50 kr., ganzjährig 4 fl. 40 kr., und ist zu pränumeriren bei der Redaction des Weckauf, Wien, Seilerstätte Nr. 2. Wichtig für jüdische Buchbinder!! In einer der größern Provinzialstädte Böhmens, die ein Unter- und Obergymnasium, eine Unter- und Oberrealschulc und eine jüdische Gemeinde von über hundert Familien hat, ist eine öffentliche Leihbibliothek, verbunden mit einem Papierhandel und dem von jüdischen Büchern und rituellen Utensilien auch dem von D'abi1) annna, und Kirchenkerzen für D"rrp wegen Uibersiedlung des jetzigen Inhabers unter billigen Bedingnissen abzulassen. Näheres beim Redactenr dieses Blattes. Prag 702—1 am Flcischmarkt. Druck von Anton Renn in Prag.

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