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Das Abendland · 1865-03-09 · 6 (9.3.1865) · p. [Seite]

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
6 (9.3.1865)
Date
1865-03-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nro. ö. Prag, den V. Mär; 1365. II Jakrgang. Das Abendland. Agentur in Wien: Herzfeld und Bauer. Emstal-Organ für die zeilgemäbe» StilereHen des Jlideillhumes. Berleger, Eigenthümer und verantwortlicher Redacteur: Isaak Vloch. Agentur in Brünn: B. Epstein. Pränumerationsbetrag ganzjährig 3 fl., halbjährig 1 fl. 50 kr. mit Postzusendnng und Zustellung in's Haus. — Erscheint am 2. und 4. Donnerstag des Monats. — Administration bei A. Renn, Buchdruckerei zu Linden/' wohin alle Geldsendungen, Briefe und Reklamationen zu richten sind. An das mehrte Publicum! In Folge vielseitigen Wunsches habe ich die Redaetion auch dieses meines Blattes wieder übernommen, einem ferneren Wunsche jedoch, ihm wieder den lernten „Zeitstimme" beizulegen, in welch' ähnlichem Kreise das gegenwärtige Blatt sich nun bewegen wird, mochte ich aus dem Grunde llicht Nachkommen, weil ich endlich aus den Inconsequenzen herauskommen und, so viel möglich, Änderungen vermeiden ,wollte. — Dieses Blatt, so wie die „Deborah", wird in immer gleichem Tempo, in gleicher Form, Größe und Ausstattung erscheinen, und dürfte nur eine größere Betheiligung des I'. T. Publicnms eine Änderung zu deßen Bortheil herbeiführen. Was mein Unternehmen schwierig macht, ist der Umstand, daß kaum noch die Hälfte der Herren Abonnenten deir Pränumerationsbetrag (Vorausbezahlung) eingesendet .haben. Den Herren Abonnenten ist der kleine Betrag freilich zu unbedeutend, um ihn llicht einmal, wenn es eben thunlich ist, bei Gelegenheit nach Prag zu besorgen. Für den Unternehmer aber ist eine sogleiche Vorausbezahlung unberechenbar wichtig. Qui cito dat, bis (lat. „Wer bald gibt, gibt doppelt." — Ein kleines Programm hat 9h. 4 gebracht, und bitte ich nur um zahlreiche Berichte ans ben Gemeinden, die nicht nur das Blatt interessanter machest, sondern auch manch' Gutes fördern. — Schließlich erlaube ich mir noch zu bemerken, daß die von nun an eingesendeten Beträge auf ein Abonnement von 1. Februar l. I. an berechnet werden, nachdem der Betrag für Januar an Herrn vr. Rosenaner, Administration des „Abendland" bei Frennd'seWitwe & Comp., altes Stempelamt, zu entrichten kommt. Fsaak Moch. Das Uapstlhum im 3iiheufljum. (Bon einem Juden. *) B Leipzig, 2. Februar. Nachdem die liberale Presse des protestantischen Deutschland gelegentlich der Beleuchtung der neuesten Encyclica freimüthigst das Bekenntniß abgelegt hat, daß der protestantische Pietismus mit einem ähnlichen Anathema keinesfalls hinter den Römlingen zurückgeblieben wäre, könnte er nur, wie er wollte, so scheint die Wahrheitsliebe zu fordern, daß auch aus den Reihen des Judcnthums ein ähnliches Geständniß erfolge, denn in der That, auch den Juden geht es mit dem orthodoxen Rabbinismus nicht anders. Dieser war stets und ist bis zur Stunde der treueste Bundesgenosse Roms in der Knechtung des menschlichen Geistes, sodaß er noch vor kurzem den Bannstrahl gegen jeden schleuderte, der sich religiöser Formfehler schuldig machte. Auch er negirt das Selbstbestimmungsrccht des Menschen, verdammt die Freiheit des Gewissens, setzt der gerechten Anforderung an ihn, sich mit der Zcitströmung anszusöhnen, ebenfalls sein non posLumus entgegen. Während das Papstthum sich für unfehlbar hält und den Glauben an seine unbedingte Autorität jedem Katholiken als eine Lebeusbedingung ausdrängt, fordert der Rabbinismus von jedem Juden ein ähnliches, vielfach dem gesunden Menschenverstände widerstrebendes Glaubensbekenntniß, indem er alle von den Altvordern aus dem Orient mitgebrachten Sitten und Gebräuche, alle aus dem finstern Mittelalter aus uns hcrübergekommencn rabbinischen Vorschriften zu *) Die „Allgemeine Leipziger Deutsche Zeitung" brachte in einem ihrer letzten Blätter den oben stehenden Artikel, welchen wir seinem ganzen Wortlaute nach hier deswegen abdrncken, weil es nicht nur in Deutschland sondern auch bei uns Viele geben dürfte, die dessen Inhalt als den Ausdruck ihrer Meinung begrüßen werden. — Wir bringen aber auch zugleich die Erwiderung einer anerkannten Autorität, und ist von einem Hiesigen Gelehrten ebenfalls eine Beleuchtung dieses Aufsatzes uns zugekommen, welcher folgt. Die Redaktion.

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