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Das Abendland · 1865-01-23 · 3 (23.1.1865) · p. Seite 31

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
3 (23.1.1865)
Date
1865-01-23
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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Wamügfalligcs. SötCJt, 29- Dsccniber. Der in jüngster Zeit von der Ad- > iiiiitiftration der fürstl. Esterhazy'schen Güter im Verein mir Sr. > (Zrellenz Hrn. Grafen Zickw zurückgetretene General-Jnspeccor! I ose f'Schulh o f ist Jude und bar erst unlängst dein Wiener; n'- 1000 fl. gespendet. Es ist gewiß erfreulich, daß! Se. fürsrl. Durchlaucht ihn auf sein dringendes Ansuchen zwar j seines Ainte-s enthoben, aber in Anerkennung der geleisteten Dienste den Ticel fürstl. Esterhazi'schen General-Jnspekcor als auch den Hisher bezogenen Gehalt ihm lebenslänglich zugesichert hat. Aargau, 20. December. Schott vor Begiiul der jetzt beendeten Bundes-Versammlung hatte das politische Departeinenc dem Bundesrach einen Antrag vorgelegt, betreffs der vöstigen Gleichstellung der schweizerischen Israeliten. Dieser Antrag ging dahin, den Cancon einznladen, wonröglich von sich aus auf die Zurücksetzung der schweizerischen Israeliten zu verzichten oder, im Falle sich in einenc Eanton Schwierigkeiten zeigeri sollten, dem Bundesrach hierüber das Genauere zu berichten. Der Bundesrath fand für passend, in die Behandlung des Antrags nicht cinzucretew. bis nach Ablauf der Bundes-Versammlung' Nunmehr wurde derselbe genehmigt. Es wird infolge dessen möglich werden, die Iudenfrage bis zur nächsten Bundes-Versammlung vollständig in dem euren oder andern Sinne zürn Entscheide reif zu machen. Die betreffenden Circulare an die Eantone sind von dem Bundesrath bereirs erlassen. (Z. d. I.) St. Gallen, im December. Die Commission der hiesigen israel. Culrusgcmcinde bar dem Regiernngsrarhe in einer umfassenden Eingabe vom 30. März d. I, die Anzeige gemacht, daß sich in hiesiger Stadt eine israelitische Cultus-Gemeinde con* sticuirt habe, und damit das Gesuch verbunden, nickt allein die Gründung einer Gemeinde mir Religiousschule und die Anlegung eines Begräbnißplatzes zu bewilligen sondern auch zu bestimmen, daß sämmcliche in der Stadt niedergelassenen Israeliten der Gemeinde beirreten. In seiner Sitzung vom 8. April har der Regicrungsracb auch erklärt, daß er, wenn die Mehrheit der in Sr. Galleil niedergelassenen Israeliten sich für Gründung einer israelitischen Cultus-Gemeinde auSsprecke und darauf gestützt Statuten entwerfe, welche die obrigkeitliche Genebmigung erhalten, die Minorität gehalten sei, sich solchen constituriven Statuten zu unterziehen. Infolge dieses regierungörälblichen Bescheides wurden die Statuten entworfen und von der israelitischen Cultus-Gemeinde angenomuien, auch alsbald dem RegierungSratbe zur Genehmigung Übermacht. Dieser stellte den Antrag, „den Staturen die regierungsrärhliche Genehmigung zu ertheilen und an den Großen Rath den Antrag;u bringen, es se' den Petenten die freie Ausübung des jüdischen Gottesdienstes gestattet." Inzwischen. erhob sich eine entschiedene Opposition gegen die Anerkennung der israelit. Eultus-Genteinde und zwar von Juden selbst, welche aus materiellen Rücksichten der Gemeinde sich nickt anschließeu wollten. In seiner jüngsten Sitzung hat der große Narb nun die Ausübung des jüdischen Gottesdienstes, die Errichtung einer jüdischen Religionsschule und die Anlegung eines Begräbnißplatzes, also mit einem Worte die Eonstituirung einer EultriS-Gemeinde beschlossen; den Antrag der Commissionsminderbeit — welcher auch besonders gedruckt erschien, alle in St. Gallen »iedergclassenen Israeliten Ium Beitritt zu verhalte», jedoch verworfen. Ob die Gemeinde sich nichtsdestoweniger constiruiren wird, muß der Zukunft überlassen bleiben. sZ. d. I.) Aalbrog. Der König und der Kronprinz besuchten bei der Anwesenheit in unserer Stadt die Synagoge; arich hat der König mehreren Glaubensgenossen Auszeichnungen verlieben. Der gegeirwärtige König scheint gegen unsere Glaubensgenossen voir denselben Gesinnungen beseelt zu sein, welche seine Vorgängerin hohem Grade auszeichnelcn. (Ic v. Chr. l Nom, 2>). Dezember. Der Presse" wird geschrieben: Ans Rom liegt mir der Bericht über eine kleine Iudeniazzia vor, die sich jedoch diesmal nur auf denr Gebiete des Handelsverkehrs bewegt. Sie ivissen, daß die im Jahre 1819 gefallenen Schranken des Ghetto später wieder aufgerichtet wurden. Jene Israeliten, welche die Beseitigung des mittelalterlichen Hemmnisses zur Eröffnung verschiedener Geschäftslvkale außerhalb des Ghetto benutzten, erwuchs' nun großer Schaden, dem einige dadurch entgingen, daß sie unter christlicher Firma ihre VerkausSläden behielten Die christlichen Hausbesitzer fanden ihren Vorrheil dabei, und so bestanden und bestehen gegenwärtig noch in Rom viele derartige Negozii. Neuester Zeit wird jedoch wieder mit ganz ungewohnter Strenge zu Werke gegangen und mehrere derartige Geschäftslokale, deren Inhaber sich gerade für die Feiertage mir ausreicheitden Vorräthen, den' Bedürfnissen der um diese Zeit zuströmenden Provinzbewohner entsprechend, versehen hatten, wurden plötzlich polizeilich überfallen und zur Sperrung verhalten. (Z. d. I.) ^Southampton. Unser Glaubensgenosse, der Sheriff Emmanuel, harte den Entschluß gefaßt, alle im Schuldgesänguisse befindlichen Individuen dadurch zu befreien, daß er ihre Schulden bezahlte. Als dieses bekannt wurde, füllte sich das Schuldgefängniß plötzlich, da sich eine Menge Menschen Freitags einkerkern ließen, um Sonntag durch beu grvßmürhigen Sheriff befreit und so auf billige Weise ihrer Schulden los zu werden. Trotz dieses offeilbaren Mißbrauchs hielt Herr Emmanuel sein Wort und gab noch überdies einem Jeden der von ihm auf diese Weise Befreiten ein kleines Geschenk. Jerusalem. Das ,,Jewisli Chronicle“ veröffentlicht einige Briefe englischer Missiorräre über die Zustände der Juden in der! heiligen Stadt. Herr Joseph Barcl6 schreibt: „In diesen! Jahre ist die hiesige jüdische Gemeinde um circa tausend neue Ankömmlinge vermehrt worden. Die Mehrzahl derselben sind Flüchtlinge von der Nordküste von Afrika; sie sind hierher nach der Stadt ihrer Väter als ihrem natürlichen Znfluchrsorc geflüchtet und haben im buchstäblichsten Sinne des Wortes weiter nickts mitgebrackt, als die ärmlichen Kleider an ihrem Leibe. Ein genügendes Unterkommen konnte für sie nicht beschafft werden; sie wurden in Magazine uitd Keller förnilich gepackt; die Folge da. von war, daß unter ihnen Fieber und andere Krankheiten ausbracben, so daß, wenn unser Hospital nicht gewesen wäre, ihre Wohnungen zu ihren Gräbern geworden wären. Ick fürchte, daß wenn die Kälte und Regenzeit eintritr, sich ihre Leiden vermehren werden, da keine Mitt l und Wege da sind, ihnen beizustehen. Die Juden selbst thun zu ihrer Unterstützung was sie können, und der Oberrabbiner hat mich gebeten, für sic nach Australien

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