Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 2 (12.1.1865)
- Date
- 1865-01-12
- Page
- Seite 24 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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_ 24 _ senden Natur bat Ahasver auf den Gefilden der neuen Welt und in Fanstens Gcsel!'"chaft sich von allen falschen Idealen geläutert. In solcher Sriininung und nach solcher Vorbereitung die Eindrücke des sich Ereignenden rein und unverfälscht ansznnehmen, verlaßt ihn Faust und Aha-.ver darf es wagen, selbstständig in die alte Welt zurückzukehren. Er langt in Rom an, und die Kitnstgebilde, welche eben unter den Meisterhänden Raphaels und Michael Angelo's Rom zu einem Heiligthuine der Menschheit machen, sind ihm Gewähr dafür, daß der Umwandlung, welche eben in ihm vorgegangen, auch eine neue und glücklichere Wandelung in der Mcnschengeschichtc entspricht. Auch dem Mönch Martin Luther begegnet er in Nom, dessen vielversprechender Anfang jedoch durch die Befangenheit deS großen Rcformator's in seinen Folgest gefährdet erscheint, wenn Nichtsein Werk unab- Zhängig vonihm dem Menschenthum zu gut käme und in Zwingli's boher Idee von der unsichtbaren Kirche einen für alle Zeiten mustergiltigen Ausdruck dafür fände, allein wäre es auch nicht der Gegensatz zwischen der in Kopernikus sich zur Herrschaft erhebenden Wissenschaft und der Verdunkelung durch die Jesuiten, welche Ahasver dazu bestimmt, all sein Sinnen und Trachten nur 'elfterer züzüwcnden — für ihn gibt es kein Heil vom bloßen Glauben mehr -u erwarten, und während er der Menschheit die ihr nöthige Zeit zum nähern Eingehen auf das so eben Errnngene läßt, begibt er sich nach-Indien, wo ihm in Selbstbetrachrnng und ihm Umgang init einem edeln Brahmanen ein Menschenaltcr rasch genug hingeht. Eine Begegnung mit seinem dritten Bruder unb mit englischen Missionären, welche von dem neuen dem Glauben'rödtlicheu Geiste sprechen, der durch Baco überall zu erwachen beginne, mahnen ihn wieder Europa zu scheu und der Wandcrgrcis darf sich glücklich schätzen, noch den großen britti'schen.Dichter und das Aufblühen .cs Reiches der Elisabeth zu sehen. - Die Gestaltet! von Keppler und Kartesius und selbst Spinoza 'können den düstern Eindruck des dreißigjährigen Krieges nicht verwischen. Ludwig's XIV. Eroberungen treiben ihn'nach England, wo er den das verlorne Paradies der Menschheit beklagenden Milton zu trösten den Muth Kat. In der That darf, er sich bald genug an Newton erfreuen und Faust'sührt ihn'in den Tempel der Freimaurer, wo ihn die leuchtendsten Bilder der Hoffnung umschweben; inDeutschland endlich sieht er in dem aus Italien zurückkehrenden Göthe diese Hoffnungen an Einem zur Thal geworden, und der erwachende Frciheitsgeist in Frankreich verspricht dem Menschenthume eine allgemeine Verbreitung. Solche Erwärtungen 'stimmen die Napoleonischcn Feldzüge allerdings bedeutend herab, doch hat nach dem Ende des modernen ,Eäsar Göthe nicht nur an sich, sondern auch an seiner ganzen Zeit den großen Fortschritt des Menschcnthumes erlebt, die drei Brüder der Sage treffen nunmehrzusammen und können ruhig die Summe der menschlichen Errungenschaften ziehen, unb Jesus, dem Schulgenossen erscheinend, darf an sein Auftreten, als an den entscheidenden Augenblick anknupfen, wo die Menschheit zum erstenmale mit vollkommenem Bewtlßlsein ihren göttlichen Gehalt darlegte. Ahasver begreift jetzt die Bedeutung des Stifters des Ehristenthuins für die Menschheit, erbegreift seine Erlebnisse und entschließt sich, sie dem Menschcnthum, das ihn so glücklich gernacht, zum 'Danke niederzuschreiben; seine Wanderungen sind nun, das sieht er, vollständig abgelaufen, denn, muß er sich sagen, was der Erde Loos auch fürder sei: Im Zeitenschooß, im Wogen der Gestalten Vermag sie doch Erhabeneres nickt Als nur der Menschheit Blitme zu entfalten, lind sie reicher noch die Kränze stickt, Ist'S doch die Blume nur, die Duft versengt! Die sah ick froh, die zeigt jetzt mein Gedickt; Die atrrmet drin, mit ihr ist es vollendet! Ruh auS dann, hober Phantanenstug, Es sei der letzte Reim, den ich verschwendet, Der letzte Laut verhallt, es sei genug. Genug sei cs denn attck mit dieser Auseinandersetzung, welche ihren Zweck reichlich erfüllt bat, wenn sie im Stande gewesen ist, die Umrisse dieses weltschichtigsten aller modernen Gedickte kenntlich zu inacken. (Fortsetzung folgt.) Geschält!« 1'. Prag. Das Getreide- und Produktcugcschäst bewegte sich in dieser Woche wieder in ganz engen Grenzen. Consumenten sind sehr zurückhaltend und nur durch Notirungen unter dem Tagespreis zu bewegen, etwas größere Posten auf einmal zu nehmen. Weizen blieb namentlich in seinen schweren Sorten noch ziemlich gut behauptet, geringere Qualitäten waren jedoch nicht verkäuflich; man norirt 86 psd. 3.90, 83—84 psd. 3.40—4.70. Korn ohne belangreichen Ummtz unverändert, 81 psd. 2.50, 78—79 md. 2.25—2.35. . Gerste bedeutend über den Bcdat zugeführt war schwer verkäuflich; nominell 71—72 psd. 2.15—2.25 Hafer in prompter Waare unverändert; auf,Termine war zu gut behaupteten Preisen mehr Nachfrage. — Für Klcciaat erhält sich die allgemeitte Kauflust und da von neuer Waare äußerst wenig zu erwarten steht, sind auch die Eigner jähriger Waare mit ihren Borräthen sehr steif und stellen täglich höhere Forderungen. Notirt wird weiße fl. 32—36, rothe fl. 33—35. - Rapssaat wird pr. Metzen 71—72 psd. auf 7.30 gehalten, bei einem größeren Abschlüße auf hiesigem Platze wurde 7 fl. 20 kr. gezahlt. . " ■ Rüböl stark ausgcboten gab im Preise nach; dopp. rafi. en gros fl ,.5'll exclusive Faß, cu detail 26 '/, fl. Spiritus. Die Apathie im Geschäfte ist andauernd und sind trotz der niedrigen Preise die Käufer noch immer zurückhaltend; es hat den Anschein, als befürchteten dieselben noch weitere Prcisrtkgänge, denen jedoch durch den in Folge des allgemein eingetrctcn n Waste.mangels rcdncinen Betrieb Einhalt geschehen dürfte. Notirt wird nominell Karioficlwaare 37'/,—38kr. und Meiastcnwaarc 37—37'/, kr. Zucker behauptet feste Preise; die Umsätze in lveißcr Waare blieben nnbedemcnd und Eigner dürften um so mehr ans ihren Forderungen beharren, weil dte Rübcnverarbcitung an vielen Orten schon nt diesem Monate beendet wird. Der Abzug tu Rohzucker nach dem Auslande dauert fort. 'Notirt wird: Melisse feine fl. 29—30, mittel fl. 28—28'/,, ordin. fl. 27—27' „ Lompen fb 25—27, Nohzucker f(. 17—20'/,. Schafwolle. 2n Folge der am Pester Markte sich günstiger gestaltenden Konjunktur für ordinäre Wollen ist anch hier die Kauflust für derlei ordinäre Sorten eine erhöhte und haben hiedurch die Preise sich befestigt. Leder und Häute. Das Geschäft setzt auch im neuen Jahre die trostlose Haltung fort, das Wenige, was umgesetzt wird, besteht in schwerem E>ohl- und Pfnndleder, anch sind Knhledcr einigermaßen gefragt, bei welchen Artikeln die Preise sich ziemlich mtvcrändert erhalten. > Eorrespondtii; der Redaktion. Herrn Fr. in Luk. Nähere Details über die bewußte Wahtangelegenheit wären sehr willkommen. Eoncnrs. Zn der hiesigen Cnltns-Geiiicinde ist die Stelle eines Rabbiners und LberlchrerS, mit welcher ein Gehalt voit jährlichen 000 fl. ö. W. nebst freier Wohnung nnb den üblichen Emolumenten verbunden ist, zum kommenden Sommcr-Eurse' zu besetzen. Geeignete Bewerber wollen sich unter Beibringung ihrer Zeugnisse bis l. März 1865 an den gefertigten Borstand wenden. Reisekosten werden nur den Angestellten vergütet. , Drosau am S. 3 an er 1805. Leopold Stabte r.