Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 1 (5.1.1865)
- Date
- 1865-01-05
- Page
- Seite 12 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— 12 die Enge und Beschränktheit deS Gesichtspunktes, von welchem cmS er noch die Erscheinungen auf demselben erfaßt. Der zweiten Wanderung gab er den, wie unS dünkt, etwas zu stolzen Titel: „Weltgemälde," hat ihn jedoch durch den Zusatz: „AhaSver'S Irren und Wirren" gernilder. und nftot undeutlich /,t verstehen gegeben, daß, wiewohl der Schauplatz der Geschichte sich für Ahaöver erweitert, er doch lange genug wahrend ihres zwölfhundertjährigen Verlaufes seinen Standpunkt vom Gottesreiche nicht aufgegebcn hat. Sollte dies crnstcrn Lesern unmöglich scheinen, daß nämlich bei so unendlichen sich eröffnenden Perspectiven der Geist eine so geringe Beweglichkeit äußert, so bedenke man, daß das Eis auch bei der stärksten Sonnengluth nicht augenblicklich schmilzt, weil ein Thcil der Wärme gebunden wird, tim das unausweichliche, aber erst später eintrerende Phänomen herbeizuführen,- und daß eine ideale Natur überhaupt ihren Horizont sehr langsam ändert, weil, sie dann nicht, wie. der, Realist einen Theil ihrer alten Anschauungen beibehält und nur nem ■■ und richtigere zum Korrektiv braucht, sondern den Horizont ganz umtauscht, wie denn: z. B. das Ptolcmgische System sich viel länger erhielt, als diese Wanderungen dauerten, trotzdem ein Tycho de Brahe heilte von einem Schulkinde beschämt werden könnte!, .." f. , So wird man es hoffentlich ganz.der natürlichen Entwikkelmig des den Schranken seiner-väterlichen Religi.n entriffenen Ahasver gemäß finden, wenn, erwährend; dieser ganzen Zeit doch noch immer in der Religion üb nhaupt. die höchsten Manifestationcn des Menschengcistes eht urid wenn er durch ein Erdbeben und einen vorbedentendcn Traum aus , der ägrptischen Wüste/ wo er ausgeruht, aufgetrieben und seine zweite Wanderung beginnend, mit unsäglichen Gefühlen des Erstaunens die Ungeheuern Bewe- ' T. Prag 4. Iäner. Das Getreide- und Produkten-Geichäft zeichnet sich längere Zeit bereits durch Leblosigkeit aus und dürfte die Stag- Nation vor Eröffnung der Schifffahrt schwerlich behoben werden. -Die Speknlation ruht gänzlich. Mau uotirt Weizen 86 pfb. 4.10,85—? 4 pfb. 3.60—■ 3.90; Korn 81 pfd. 2.60, 78—70 pfd. 2.30—2.40; Gerste 71—72 pfd.2.20—2.40; Hafer 49—51 pfd., pr. ^Zentner 2.80. In Mablproduktcil ist der Verkehr ziemlich befriedigend. Hopfen ist in guten Qualitäten, deren Auswahl eine beschränkte nun mehr ist, gesucht und werden selbe über Notiz bezahlt. Mau uotirt Saazer Sladlhopsen 160—185 fl., Bezirks- 145—170 fl., Kreishopfen 120—160 fl. Auschauer Rothhopfen 100—125, Gcüuhopfcu 60—80 fl. gilt Klcefaat herrrscht gute Meinung, Kausordres lausen ziemlich ein, die Preise behaupten sich: man uotirt rothe f. Saat 30—35 fl., weiß 30—33 fl. In Napssaat kommen nur schon schwache Zufuhren an, gute Waare wird pr. Metzen 71—72 pfd bis 7 fl. 30 kr. bezahlt, mindere Qualitäten sind jedoch mir 6'/,—7 fl. erhältlich. Niiböl ruhig, wird mit 26'/, fl. angeboten. Napskilchen bedingen einfach gepreßte 3.—3.10, doppelt gepreßte 2.70. Spiritus ist nur für den Konsum gefragt und noiirftman nominell: Karrof. felwaare en uros rransito 33 kr., Melaffen-Spiritns 37 kr. In Wolle, ist der Geschäftsgang am hiesigen Platze wenig belebt; nominelle Preisnonrung ist: Herrschaftswolle 110—155 fl., Winlcrwolle 125—135 fl., Lammwolle 115—140 fl., Mittelc.iaschnr 115 fl., Sommerwolle 112—116 fl: Hourwollen 105—120 fl., Gerberwolle90—105 fli, Iährlingswolle 57—60 ft., Flamantiner 54—53 fl., Zackelwolle 60 fl., —Kälberhaare 20 fl., Bockhaare 16 fl, Ziegenhaare 35 fl. In Zucker beschränkt sich der Umsatz trotz der niedrigen Preise nur auf den dringendsten Konsumbedarf. Man norirt Raffinade 29'/,— 30'/, fl.,. Melis feinst 29-29'/, fl., mittel 23-29 fl., ordinär 27—28 fl., Lompen 25—26'/, ft., Bgstern 23—25 fl., Rohzucker 16—20 fl. je nach Qualität. ' - Getreide-Durchjchnittsprei' am 29. Dec.' Josephstadl' 'Weizen fl. 3.33, Korn 2.49, Gerste 1.60, Hafer 1.46.! Kaaden Weizen fl. 4.27, Korn 3.15, Gerste 2.61, Hafer 1.80/ ' Strakonitz Weizen fl. 3.36, Korn 2.16, Gerste 1.63, Hafer 1.14. -,rtt:r. ... am.30. Dec.'« . güngen der Völkerwanderungen mit erlebt und auf ihren Hauptzügcn verfolgt, wenn er dann müde des ewig neuen, ihm sein erträumtes Gouesrcich doch nicht bringenden Anblicks, sich zu seinen Elaubcnsbrüdern nach dem Orient begibt. Hier gelangt eben sei-: Gottesreich zu einer solchen Phase der Entwickelung, weiche ihm das Unhaltbar: desselben ganz v:rbecft: es sind das Auftreten und die außerordentlichen Erfolge Mohammed's, welche wohl auch einen, sechshnndcrtjährigen Greis zu blenden im Stande sind. Die grausamste aller Enttäuschungen mußte denn freilich schon nach einem Iahrh nderte erfolgen; aber inzwischen hat das Mittelalter s inen Anlatff; j mächtigen, äußerst i: lponirenden Erscheinungen genommen, welche den nach so schmerzlichen Erfahrungen noch imurer lebenskräftigen Wanderer auf das freuidigste erregen muffen. - Wie er in trauriger Abgeschiedenheit auf dem Sinai-Kloster weilt, dringt durch abendiändische Mönche der Ruf Pipin's bis an sein Ohr. Augenblicklich ist der Unermüdliche an Ort und Stelle und der erhabene Kaisertraum Karls deö Großen zieh't in majestätischem Glanze an ihm vorüber und ist er auch schon alt genug, um sich nicht so unbedingt hinreißcn zu lassen und spricht er eS anch^ deutlich aus: , .- „ich bin ernüchtert, r-, „■ . Ich bin nicht mehr der Träumer, der ich war, Als Jesu hoher Spruch mich cingeschüchtert fo kann diese Ernüchterung doch nur Schritt für Schritt vor sich gehen; der Iilvcstilnrstreit konnte der entscheidende Altstoß dazu sein, aber die Kreiuzüge, die Ritterschaft, die Minnepoesie und verwundersam genug, die Figur des Franz von Affisi, halten ihn noch einige Jahrhunderte in der Schwebe. (Fortsetzung folgt.) , Eger r■ Weizen fl. 4.14, Korn 2.33, Gerste 2.51, Hafer 1.73. Iaromer Weizen fl. 3.51, Korn 2.11, Gerste 1.81, Hafer 1.42. Schültenhosen Weizen fl. 6.50, Korn 2.22, Gerste 1.62, Hafer l.25. - am 31. Dec. " . Kaaden Weizen fl. 4.30, Korn 3.10, Gerste 2.55, Hafer 1.90. - Leitomischl' Weizen fl. 3.30, Korn 2.—, Gerste 1.40, Hafer 1.—. Pilsen Weizen fl. 3 75, Korn 2.32, Gerste 2. 1, Hafer 1.31.; " Pisek Weizen fl. 3.13, Korn 2. 4, Gerste 2.62, Hafer ' 26.. Peibcam :y Welzen fl. 3.41, Korn 2.40, Gerste 1.70, Hafer .10. Saa; Weizen fl. 4.10, Korn 2.82, Gerste 2.27, Hafer 1.7 7. . Tabor. *’* Weizen fl. 2.92, Korn 1.91, Gerste 1.11, Hafer 1. 2. * Nach Berichten aus Mähren waren die Märkte letzterer Tage mit Getreide stark versehen. Gerste besser. Weizen nach einiger Nachfrage wieder matt, daher weichend. Hiilscnsriichte niedriger. Mihn 40 bis 50 kr. besser bezahlt. — ... Schafwolle. Pest. Lebhaftes Geschäft, das Ausland betheiligte sih stark im Einkäufe. — Bei geringer Auswahl fehlte es am Iänuermarkte doch au inländischen Käufern und blieben Preise stabil. Grobe Wollen besser bezahlt. — 12000 bis 14000 Ctr. Umsatz. . . . . Wien. Im Wollgeschäfte etwas lebendiger, ein hiesiges Haus kaufte im Aufträge 500 Etr. Mittel und Einschur; Reicheirbergec Fabrikanten 100 Crr. und ist Aussicht auf größern Verkehr. — a /, 8 i. Concurs. An der hiesigen Meiselfynagoge ist die Stelle eines CamorS, mit wcft cher ein Salair von 600 fl. jährlich nebst freie Wohnung und den üblichen Emolumenten verbunden ist, zu besetzen. Geeignete Bewerber, die Leu bereits eingeführten Chor zu unterrichten uns zu leiten verstehen, wollen sich unter Beibringung ihrer Zeugnisse über Befähigung und bisherige Verweil, düng in diesem Fach: unter der Angabe, wann sie zu einem Probevoctcag, hier eintreffen könnten, bis zum 31. Iäner 1365 an den gefertigten Vorstand wenden. Reisekosten werden nur dem Angestellten oergäcet. Der Vorstand der Meiselsynagoze. [ Prag, 13. Dezember 1864. <>.>genlhümcr, veraniw. Redakteur u. Herausgeber: vr. I. Rosenaukr. S, Fceuud's Witwe u. Comp.,zu Prag.