Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- I (1864)
- Issue
- 8 (29.12.1864)
- Date
- 1864-12-29
- Page
- Seite 72 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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72 derselben mit einem Nasinnesscr die Kehle ab, und bemächtigten sich deS Geldes und der Schmuckgegenstäudc, die sie bei ihr fanden. ES ist der Polizei gelungen, der beiden Thatcr habhaft zu werden. Sie kamen beide aus der Mark Ancona. Port Elizabeth. (Cap der guten Hoffnung). Unser Glaubensgenosse, Herr Michael Henry Benjamin, ist zum Friedensrichter für den Distrikt von Port Elizabeth ernannt worden. # ■ ' - - Philadelphia. Bei der Einweihung von Dr. Ein Horn's Reform - Tempel wirkte der katholische Sängerchor mit; es wurden keine Psalmen gesungen, wohl aber ein Oratorium von Händel.— Zn Portsmorith (Ohio) boten die jungen Damen vom Kirchenchor der Presbyterianer ihre Unterstützung beim. Gottesdienste in der Synagoge an; — ein Anerbieten, das der Rabbiner Wechsler dankbarlichst annahm. — In 9! e w-D o r k hat die Gemeinde „Schaar Haschamajim" eine Methodisten-Kircke um 30,000 Dollar angekauft und wird sie, im Allgemeinen unverändert, mit Orgel, Kirchenstühlen, Alrar oc. als Synagoge benutzen; zum Chanukah-Feste soll diese Kirchensynagoge zuerst benutzt werden. Eigentlich sollten diese Leute das Chanukah-Fest nicht feiern; denn wenrr unsere Voreltern so rrachgiebig gegen fremde Culte gewesen wären, so hätte es keine Makkabäer - Kämpfe und Siege, also auch kein Chanukah gegeben. — ' Lima. (Peru.) Als Kolonie hat Peru von seinem Mutterlande all diejenigen Eigemchafken empfangen, welche demselben cigenthümlich sind, so auch die Inquisition mit ihrer Intoleranz und ihren unmenschlichen Verfolgungen. Lima hat sogar einer der Straßen den Namen der Inquisition gegeben; hier wurde das Auto-da-fe an Frau Castro vollzogen, welche, als des Iudenthums verdächtig, verbrannt wurde. Man findet die Einzelnheiten über die spanischen Juden, welche' nach Südamerika gekommen sind, in den von der Revista de Lima seit 1860 veröffentlichen Annalen der Inquisition. Auf 3 Schlachtopfer kommen immer zwei, die des Iudeurhmns verdächtig waren, (judaizantes); sonderbarer Weise waren das immer die Reichsten, ihr Vermögen siel dann dem heiligen Offizium anheim. In den Annalen der Inquisition von Mcriko kommen derlei Thatsachen nicht vor, weil die Gesetze des spanischen Indiens die Neuchristen von dieser Gegend, der reichsten Amerika's, ausschloßen. Ueber diejenigen, welche sich nach Peru begaben, berichtet das Werk Aeosta's „Colonisatiou von Neugranada," daß der Theil dieser Republik, welche noch heute Antiochia heißt, ganz von Juden kolonisirt worden sei. Die Nachkommen. der ersten Kolonisten dieses Staates werden noch wn den übrigen Einwohnern scherzweise Juden genannt. Sie..zeichnen sich durch ihren Reichthuin, durch intellektuelle Fähigkeiten und durch ihre ausschließliche Beschäftigung mit Ackerbau und Handel aus; ihreZüge tragen noch heute die Spuren jüdischer Abkunst. Ich habe im Jahre 1850 in Lima einen Gesa ochssrsakrache aus Antiochia gekannt, der mir die Angaben A.oitas wörtlich bestätigt hat; er fügte.hinzu, daß die Einwohner Antiochiens niemals einen ihrer Söhne Theologie studiren lassen, und daß cs aus diesem Grunde keinen antiochischeu Priester gebe. Das sind die wenigen Nachrichten, welche ich über unsere Glaubensgenossen in Peru während meines zehnjährigen Aufenthaltes habe pimmeln können, ungeachtet mir die Bücher der Na> tivnalbibliothek von ihrcin würdigen Direktor dem tugendhaften Freunde Israels, Herrn Dr. Vigil, zur Disposition gestellt worden sind. Ich kann nicht umhin, hier eines spanischen Werkes zu erwähnen, welches von der Ankunft des Messias handelt. Der Verfasser desselben, ein Priester, Namens Tacninba, behauptet, daß allein die Juden ihn sehen werden, weil sie allein dessen würdig sind. DaS Buch enthält eine Apotheose unseres Volkes. Daß ein spanischer Priester solchen Ideen Ausdruck gibt, ist uoch weniger;u verwundern, als daß die Spanier beit Druck dieses Buches erlaubt haben. Der erwähnte Priester ist unzweifelhaft von jüdischer Abkunft. Seit der Unabhängigkeitserklärung Peru'S im Jahre 1822 dürfen die Juden hier öffentlich ihren Glauben bekennen; feit 15 Jahren wohnen denn auch hier wieder Glaubensgenossen, die' von New-Pork oder Californien hierher kamen. Die Anzahl derselben beläuft sich höchstens aut 50 Seelen; sie sind sämmtlich Polen, bis auf 4 oder 5, die Franzosen find. Seit 1858 wird hier ein Minjan veranstaltet, um die hohen Feste Rosch Haschana und Jom Hakippurim zu feiern. Seit dieser Zeit hat man auch eine Wohltbätigkeitsanstalt errichtet, um unglücklichen Reisenden und armen Kranken zu Hilde zu kommen. Es gibt noch keinen besonderen jüdischen Friedhof. Die Verstorbenen werden aus dem protestantischen Begräbnißplatz begraben. Namentlich zeichnen sich die hiesigen polnischen Israeliten durch ihre Wohlthätigkoir aus; niemals wird hier Mitleid vergebens in Anspruch genommen; bei außergewöhnlichen Anlässen veranstaltet einer von ihnen eine Privacsammlnng, und das Resultat ist immer ein befriedigendes. DaS. Klima von Peru ist im allgemeinen sehr gcfnnd, die Einwohner sind sanften Charakter's, die Hilfsquellen des Landes sind eben so nnerschöpsiich wie diejenigen von Meriko; durch Zufluß von Kolonisten und Kapitalien würde das Land sehr bald zu großem Wohlstände gelangen. Das wird sich durch die vollständige Gewissensfreiheit und durch die allmähliche Einwanderung unserer europäischen Glaubensgenossen realisiren. Maurice Eapla n. . (Arch. isr.) Eoncnrs. An der hiesigen Mciselsynagoge ist die Stelle eines Cantors, mit welcher ein Salair von 600 fl. jährlich nebst freie Wohnung und den üblichen Emolumenten verbunden ist, zu besetzen. Geeignete Bewerber, die den bereits Angeführten Chor zn unterrichten und zu leiten vcrsichcn, wollen sich unter Beibringung ihrer Zeugnisse über Befähigung und bisherige Verwendung in diesem Fache unter der Angabe, wann sie zu einem Probevortrag hier cintreffen könnten,-bis zum 31. Seiner 1865 an den gefertigten Vorstand wenden. Reisekosten werden nur dem Angestellten vergütet. - Prag, 18. Dezember 1864. Dcr Vorstand der Mciselsynagoge. Cigemhümer, vcrantiv. Redakteur u. Herausgeber Corrcspondcn; der Redaktion. Herrn D. K. in'Skälsko. — Gegenüber der Rücksichtslosigkeit, mit der von vielen Seiten gegen Ms verfahren wird, hat Ihre HaiwuuigSweise beinahe einen rührenden Endrnck auf uns gemacht. Ivi io alniMi Israel. Sie glauben als alter Abonnettt der „Zeitsiimme" uns für die seit dem Beginne deS „Abendland" gemachten gr'ößern Auslagen einen Ersatz bitten zu müssen.—> Wir danken herzlichft, haben unS aber erlaubt, Ihnen den zu diesem Zwecke kingesendeicn Bewag gut zu schreiben; denn wenn sie generös siitd, sind wir gerecht. —' Ihre Arbeit für die nächste Nummer sehr wiltlommen. Herr R. in stöniginhof. Ihr Abonnement geht diesen Monat;n Ende.— > Sonst nach Wunsch. g . , -16® EUdyü L>r. I. Rostiuiucr. — Druck v. S. Frenitd's Wnwc n. Contp. in Prag.