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Das Abendland · 1864-12-22 · 7 (22.12.1864) · p. [Seite]

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Journal
Das Abendland
Volume
I (1864)
Issue
7 (22.12.1864)
Date
1864-12-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nro. 7 Prag, den 22. Dezember 1864. I. ZllhlMIlll. -lgcntur in Wien: Heyftld und Sauer. Ccntralorgail für alle zcitgcmssM Interessen des Jndcnthnin>..<. Agentur in Bräun S. Epsteü Preis mit Zustellung ins Haus: "Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 75 kr., vierteljährig 1 fl. 95 Erscheint jeden Donnerstag. — NcdaKtionsbnrean: FlcifchmarKt Nr. Lonsc. 702—1, 1. Ltock. Born 1. Ja rer 1865 beginnt ein neues Abonnement auf das ' st , „Adendlülid." / Gainjähng 7 fl.; halbjährig 3 ü. 75 Kr.; vierteljährig 1 fl. 95 Kr. ' / :; .? Vom Neujahr an .scheinunsere Zeitschrift in der Stärke von mindestens V/2 Druckbogen wöchentlich und wird auch, um vielfältigen Anforderungen zu genügen, Geschäftsberichte bringen. ..Neu eiuti-eteuöe ÄGonneriteii erhalten die bisher ci-rrfjieiieucu Jiumment fnmmt Neilagen, so weit der Norrath reicht, gratis. - Die Iudenschaft Böhmens, im zeitgemäßen Fortschrirre sie'ls voran, hat ,noch nichr'das Interesse an speciell jüdischen Angelegenheiten verloren — wie von Seiten der Glaubensgenossen anderer öfter. Kronländcr ihr oft vorgeworfen wird. — Das beweist unter Anderem die immer mehr unserem neuen'Unternehmen sich zuwendende Theilnahme. <Die Iudenschafr Böhmens fühlt und weiß es, daß große Interessen und Fragen es sind, in denen sie noch einer besonderen Vertretung bedarf, und daß wir noch lange nicht an dem Ziele stehen, das der Zeitgeist uns gefteckr. — W>r wollen uns bestreben, ihren gerechten Forderungen einen würdigen Ausdruck zu leihen.--Beweisen wir, daß noch nicht ö-r alle Gemeingeift in uns erstorben, daß wir nicht hinter den anderen Nationalitäten Oesterreichs zurückstehen, die so energisch ih're Rechte vertreten .--und kein Opfer scheuen, um sich die gebührende Stellung im Staate zu einigen. —Auch der Jude ist bereits politisch reif; er wird, sich die Achtung erringen — nicht durch allzu bescheidenes, demüchiges Zurücktreten, sondern durch unumwundene Darlegung seiner Ansprüche und Wünsche,, die in würdigem Selbstgefühl, im Vollbewußtsein seiner staatlichen Bedeutung ihre Berechtigung finden! — ... '.st. . , J Uber jüdische Schulinspelilion insbesondere, und jüdisches Schulwesen im ZUgememen. Dritte an Herrn D. in D. Erster Rries. Lieber Herr B. i. D! — Als Sie die Nedaktiousbemerkung unter Ihrem Aussatze lasen, da werden Sie vermuthlich sich vor Allem gefragt haben, wie so es denn doch geschehen konnte, daß derselbe Ausnahme in unserem Blatte gefunden? Denn allerdings gehört es eben nicht zu den gewöhnlichen redaktionellen Gepflogenheiten, eine Meinung sich anssprechen zu lassen, die nicht in den eigenen Kram paßt. — Doch von dieser ^Gepflogenheit" glaubten wir auö guten Gründen abgehen und einen, wenn auch nicht ganz neuen, doch seltener betretenen Weg einschl gen zu sollen. — Nach unserem Dafürhalten nämlich verstehe eure Redaktion, die ihr Blatt jeder anderen Ansicht verschließt,'die Mission eines öffentlichen Organes wenig oder gar nicht, denn die öffentliche Meinung ist doch eben nicht die Meinung eines Einzelnen. — Allerdings wird derjenige, der es unternimmt, in die geistige Strömung seines Zeitalters leitend, klärend und sichtend einzugreisen — und welcher Redakteur hätte nicht diese Prätention? — stets bemüht sein, über jede auftauchcude Frage sich sein selbstständiges Unheil zu bilden, und die Gründe desselben in möglichster Klarheit vor dem Forum der Oessentlichkeit darzulegen. Das ist seine Pflicht und liegt in seinem Berufe, wenn er anders diesen richtig auffaßt; denn feste und bestimmte Prinzipien müssen oi Basis jedes publicistischen Strebens sein, soll es nicht in der besonders unser Zeitalter charaklerisirenden heftigen Fluthung der Ideen einen schnellen und rühmlosen Untergang finden. —> Aber nichts berechtigt ihn, dem die Spalten eines Blattes zur unbeschränkten Verfügung stehen, deshalb sein Publikum als mnndrodt, als schütz-, recht- und wehrlos sich gegenüberstehend anznsehen, ihm die eigene Meinung aufdringen — es kurzweg wie einen, alles selbstständigen Denkens, Prüfens und Urtheilsbaren Hänfen behandeln zu wollen, der als misera contribuens plebs, wie vormals unter dem „gesegneten" absolutistischen Regiment das Volk im Allgemeinen bezeichnet wurde, nur gut, ist sein AbonnementSgekd quartaliter zu leisten, dann zu hören.- oder besser zu lesen — oder auch nicht zu lesen, nachdem es' nur gezahlt hat — und zu schweigen! — Besonders bei einem jüdischen Organe müßte eine solche grelle Versündung gegen den heutzutage allerorts wachen und regen Zeitgeist sich bald dadurch rächen, daß die Gemüthe statt angezogen vielmehr entfremdet würden; denn es liegt in der Ratnr der Verhältnisse, daß nicht, jeder Partei im Judenthnm — noch viel weniger jeder Rüance der Parteifärbung — ein eigenes Organ zur Verfügung steht.

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