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Das Abendland · 1864-12-08 · 5 (8.12.1864) · p. Seite 46

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Journal
Das Abendland
Volume
I (1864)
Issue
5 (8.12.1864)
Date
1864-12-08
Page
Seite 46 (sequence 14)
Language
German
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- 47 * BomblN), im October. Der bc-ühmre Woblrhäter, Herr David Sassoon aus Pooua har wiederum ein Hospital gründet, vessen Grundsteinlegung am 23. Sept. in Auweseuheir des Gouverneurs von Bombay und der vornehmsten, sowohl europäischen, als eingeborenen Bewohner von Pooua stattfaud. Seine Ecellenz der Gouverneur, Sir Barcle Frere, hielt bei die- .ser Gelegenheit eine äußerst ehrende Anrede an den wohltbäcigen Gründer. Der „Decan-Herald," eine in Bombay crschei- , ne.ide Zeitschrift, widmet Herrn Sassoon, den sie einen philanthropischen I'raeliten nennt, dessen kaiserliche Wohlthätigkeit und königliche Gastfreundschaft seinen 9!anien in Indien berühmt gemacht haben, einen leitenden Artikel. Wir setzen den Schluß .desselben hierher: ' „Es muß bemerkt werden, daß Herr Sassoon kein geborner Indier iü. Bor vielen Jahren kam er als Fremder hierher, .und wenn wir bedenken, was er für sein zweites Vaterland ge- .lhan hat, so wird die Behauptung uicht übertrieben erscheinen, 'daß weder in alten, noch iu neuern Zeiten eine gleiche Wohltbätigkeil erisi n bat. In weniger als zwölf Jahren har Herr Sassoon folgende großartige Summen für öffentliche Anstalten gespendet: Zur Besserung jugendlicher Verbrecbcr. 5.000 Pf. St. (60,000;!.) . Für öffentl. jüd. Schulen . . . 6,000 „ .. (72,000 ..) -Zur Erhaltung derselben, jährlich - 600 „ „ ' (7,200 „) Zur Erbauung der Synagoge in - Bvculla . .. 12,000 ' // „- (111.000 .,) Zur Erhaltung derselben, jährlich Zum Ankauf jüd. Begräbnißplätze 500 „ (6,000 ,) 'in Indien und China . . . Zur Bauung der Synagoge in 2,850 " , <31,200 „) Pooua . . .-. Zur Unr,'.stützung auswärriger 10.000 t* „ (120,000 ,,) Landsleute, namentlich in Palästina . 1,000 n „ (18,000,,) Zu zahlreichen Acren von Wohlthätigkeiren, welche wir nicht einzeln aufzäbleu können . 50,000 „ (600,000 „) Für das nengegründere Hospital in Pooua . . . . . -15,000 „ „ (180,000 „) Tbanachen und Zahlen, wie die voransiehenden, erheischen unsere volle Anerkennung. Es 7 jedoch weniger die Größe der geipendeien Summen, als die Gegenstände, zu denen sie gespendet wurden, welche unsere Bewunderung erregen. Herr Sassoon bar bereits das siebenzigste Iabr überschritten, und wenn Sir Bartle Frere wünscht, daß dem edlen Woblcbäter auch geziemende 'irdische Ehre erwiesen werde, so wäre es wünschenswerrb, daß das bald geschehe. Wir glauben, es gibt gar keine Auszeichnung, die genügend wäre für einen Mann, der sich den Weg gebahnt hat zu Reichrbum und hervorragender Sre'lung, einzig durch sein Genie, seine Geschicklichkeit und seine Rechtlichkeit. Wir gleichen den Soldaten auf dem Schlachtfelde. Die Auszeichnung ermutbigr uns zu hohen Lbateu, und treibt uns ch, zu gewinnen und zu tragen die Krone des Lebens. Solch' hochbegabte Männer, wie Herr Sassoon, erinnern uns an die Führer Israels, ivelche ihre Namen berübmr gemacht haben durch die ganze Welt, Männer, welche Hervorrufen konnten die Strafe des Allmächtigen gegen die ttebelrhäter, oder auf deren Geheiß der Zorn ich verzog, wie das Sonnenlicht die Dunkelheit zerstreut! Mögen wir stets daran denken, das wir den wesentlichen Theil unserer Eivilisarion dem Patriarchen voll Palästina verdanken, die Helden Israels bleiben die Helden der Welt bis au das Ende der Zeiten. Wo lebt ein Polk, daß mehr und Größeres für die Nachwelt gewirkt hätte, als Israel, das noch heute Männer von solchen! Geist und von solchem Edelmuth wie Mr. Sassoon erzeugt?" — ■ Das i>t ein wahrhafter Kiddusch Haschen!, eine Heiligung des göttlichen Namens wenn durch die Handlungsweise eines Juden nichtjüdische Zeitschriften zu solchen Betrachtungen veranlaßt werden. Notizen. * Aus (Chicago berichten die „Arch. lsr." von der Gründung einer Resormgemeiude, die nur in deutscher Sprache betet, aus dem Gebelbuche Alles gestrichen hat, was sich auf den Messias, die Auferstehung der Tobten und die Wiederherstellung des Opferdieustes bezieht; ferner seien die besondcrn Vorschrifreu in Bezug auf die Eobauim beseitigt und die Thcphilin abgeschasst; beide Geschlechter beten iu einem Raume, die Männer mit entblößtem Haupte. Zu diesem Allein kömmt noch ein vcrhängnißvolles et cetera, das sich vielleicht ans die Abschaffung der Sabbate und Festtage, der, Speisegesetze, der Beschneidung, der Ehe- und Sittlichkeitsgesetze und wer weiß, auf waS Alles noch bezieht. — ' * Auszeichnung eine Qesterreichers in Amerika. I Die Mitglieder des t7. Illinois-Bürger-Zuavenkorps überreichj ten, wie man uns ans Chicago vom 5. Oktober schreibt, ih- > rem Eapitän Hrn. A. Goldsmith einen prachtvollen Ehrendegen.! Die „Jllinois-Staatszeitung" berichtet ailsführlich über die Fei- > erlichkeir, von welcher die Ueberreichung begleitet war. Eapitän [ Goldsmith (eigentlich Goldschmidr) ist ein geborener Prager, der vor mehreren Jahren nach der neuen Welt auswanderce, dort längere Zeit im llnionsheere mit großer Auszeichnung gedient und namentlich sich um die Organisation deS obenerwähnten Elite- Corps hochverdient gemacht har. I i J * Der Papst hat in einem Rundschreiben, die polnische Revolution betreffend, gesagt: „die russische Regierung habe Kinder ihren katholischen Eltern abgenommen und unter dem Borwaude des Schutzes in weit entfernte Gegenden gebracht, um j dem Glauben ihrer Väter entrissen und mir Gewalt ins Schisma! geworfen zu werden." Das Frankfurter Journal setzt hinzu: Diese I Stelle bildet eine köstliche Parallele zu der Antwort, welche I der Papst kürzlich Herrn von Sartiges auf die Aufforderurrg zur Freilassung des jungen Coen gab: C o e n i ft ganz frei;! er wird nur den schlechten Beispielen und den verder Aichen Rath- I schlügen seiner Eltern vorenchalten." Die Kinder, welche in Polen! den römisch-katholischen Eltern weggenommen Werdens um der! griechisch-katholischen Kirche einverleibt zn werden, erfreuen sich ganz > derselben „Freiheit" wie Coen und Mortara. Die Moral von der Geschichte aber ist: Was du nicht willst, daß Dir geschieht, das rhu' auch einem Anderen nicht. Wromli für Wissenschaft, Kunst und Literatur. Von dem als Mann der Wissenschaft wie als Kanzelredner hochgefeierten Professor Dr. S. I. Kaempf wird iu Kürze ein i größeres Werk erscheinen, das in der dem Verfasser eigenen Weise j strenge Wissenschaftlichkeit mit poetischem Schwünge vereinen wird.; lieber den Titel desselben ist von Seite des Verfassers bis jetzt i nichts Desiuitives bestimmt worden. Wir werden jedoch in einer 1 der nächsten Nummern Proben aus demfelb.u bringen, die llns der j Herr Verfasser freuudlichst zugesagt har.! j Im Verlage der rührigen Verlagsbuchhandlung von Gort-! lieb Schmelkes erschien eben die zweite Aussage des „Aharonsstab" j von Rabbiner Dr. Ehrentheil, dessen vorzügliche Begabung sich > auch hier auf das glänzendste bewährt, und das größte Interesse! der Kritik wie deS Publikums verdient. Leider gebricht es uns au Raum, auf die einzelnen Vorzüge des verbesserten reichhaltig vermehrten Buches hiuznweisen!lnd können wir nur, der vielen Lichlseiteu desselben eingedenk, es allen Lebrern wie Predigern auf das wärmste empfehlen; wir kommen auf daS interessante Buch daS auch für eine enriprechende Lcctüre für Hans und Familie sich eigner, demnächst zurück.

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