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Das Abendland · 1864-11-28 · 4 (28.11.1864) · p. Seite 32

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Journal
Das Abendland
Volume
I (1864)
Issue
4 (28.11.1864)
Date
1864-11-28
Page
Seite 32 (sequence 8)
Language
German
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32 — Ifärnnq über die eigentliche Gcsiumlngöwcise dieses Mauncß zugegaugcu. . Der echte Herr «snnon Sachsei ergebt mm gleich rm Eiugaitgc seines Schreibens den Vorwurf gegen uns, daß wir -u icichlscnig bei Prüfung der Corrcspondcuzcn jvorgcheu, und fährt dann wörtlich also fort: , Bor allem erkläre ich, daßich nicht zu den Anhängern unseres H. Guggenhcimcrö zahle, viel mehr schon längst als erklärterGegncr, woraus ich auch kein Hehl mache, anerkannt bin. Sie hätten sich auch hierüber, da aiollin iiur 2 Stunden von Prag entfernt, leicht Erkundigung entziehen können, ehe Sie, Herr Redakteur, zur Bloß stelluug meines RameuS schritten. ES würde mir schlecht anstehen, wenn ich gegen die ruhige, wahrhcitsgeircue, rein objektive Darstelliing der in Ihrem Probeblatie gebrachten Corrcspondcnzen von Bonyhad und Kolliit, mit denen SiedasTrio imVcreincdcr „fftcuzcil"und„Ben Ehanania" vervollständigten, auf so hämische Weise auflrctcn wollte!— Im Interesse bü guten Sacke ersuche ich Ew. Wohlgcborcn den Inhalt jenes Wisches zu veröffentlichen, um der Well;u zeigen, mit welchen Waffen GuggcuheimcrS Anhänger kämpfen, denen jedes Mittel bequem ist, um ihre etwaigen Zwecke zu erreichen, und mir gefälligst daS Orginal zukommen zu lassen, um den Verfasser wo möglich zu cruiren und gerichtlich verfolgen zu können. *) Ich erwarte, daß Sic, Herr Redakteur, diese Berichtigung in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes ausnehmen, um die mir zugefügte Verunglimpfung gut zu machen, da ich sonst in die unangenehme Lage versetzt wäre, die nölhigcn Schritte im Sinne deS PrcßgefetzeS einzulcücn. Genebmigen Sie, H. Redakteur, die Versicherung meiner vollkommenen Hochachtung, mit der ich zeichne Ew. Wohlgeboren ganz ergebenster Simon Sachsel. . Kollin den 14. Oktober 1864. Wir haben uns beeilt, in Folge dieses Briefes Herrn Sachsel öffentlich unser Bedauern über den Vorfall bekannt zu geben. Was nun den Vorwurf der Leichtfertigkeit in Prüfung der Korrespondenzen betrifft,, den uns Herr sachsel zu machen beliebt, gereichte eS uns zur Genugthuung, als wir aus dem letzthin unS zugegangenen ,,Beu ChananiahL ersahen, daß auch der gewiegte, uns in praktischer Routine alS vierjähriger Redakteur gewiß überlegene Oberrabbiner Löw und mit ihm die ganze Szegediner CukluSgcmeiuderepräfentanz in gleicher Weife hinters Licht geführt wurde. Der ,,Ben Chananjah" theilt nämlich ein aus derselben Quelle geftosfenes und mit eben derselben Unterschrift versehenes denunciatorifches Schreiben an den Vorstand der Szegediner Gemeinde mit, worin dieser aufgefotoerl wird, den Rabbiner zu warnen, daß er nicht mehr gegen Guggenheimer und, wie Schreiber sich auSdrückt, gegen den größcrit Theil der Kolliner Gemeinde aginren möge, weil man sonst sich veranlaßt sehen *) Soll inckt^gcsckkhen. Wir wollen wobt übrr die Erbärmlickkcire» i'encr Pariei locken, und sie öffentlich an den Pranger stellen aber nickt ihre Wege zehen. Tenunciationeu sind eines gebildeten Mannes, noch mehr aber eines Israeliten nnmüedig. - würde, die Jugendsünden Löw'ö auszudcckcu. Herr Oberrabbiner Löw nimmt sich die gewiß übcrffüssige Mühe, sich dokumentarischzu rechtfertigen. ' > Das muß man bei allem dem einräumcn, der Triumph des PscudouymuS ist vollständig,- doch hat er feinen Sieg billig erworben, denn was vielleicht keinem „Verstand des Verständigen"' gelungen wäre, brachte er durch feine plumpe Dummheit, feine alles Geistes und Witzes bare Pcrsidie zu Wege, die jebenf- :iö ein belleS Streiflicht auf das Treiben gewisser Frommen in Israel wirft, sonst halten wir wahrlich mit diesen Erbärmlichkeiten kein solches Aufheben gemacht. Eorrcspoiidcilz der Redaktion. Herr L. Hz. Ihren uns freuudlichst zugemittelten Aufsatz hätten wir schon auö dem Grunde gern ausgenommen, weil er sehr gut geschrieben ist. — Allein Ihre Idee einer pädagogischen Zeitschrift widerstrebt zu sehr unserer eigenen Ueberzcugung, als daß wir sie befürworten sollten. — Wir halten nämlich dafür, daß zu einem tüchtigen Lebrer eben nichts mehr und nichts wej nigcr gehört, alS gründliche Fachkcnntt ine, scharfes logisches Denken, ' Durchdringeu seines Gegenstandes, Vermögen der Mitthciluug I und Veranschaulichung—endlich Geduld, Sanftmut!) und Solidität i des Charakters — alles Sachen und Eigenschaften, die mau iticht I aus pädagogischen Schriften gewinnt, sondern durch fleißiges Studium der Psychologie, der Realwiffonschaften und durch praktische Lehrthätigkcit. — Ein Körnchen Erfahrung wiegt mehr, als ganze Magazine aufgcdrungener, nicht selbst erlebter Theorien. — DaS werden Sie als alter, gewiegter Schulmann wohl ain wenigsten in Abrede stellen. — Grade der nichtige Lehrer also, der Vertrauen zu seinem eigenen Urtheil, zu seinem eigenen richtigen Takle hat, wird — wir können nicht umhin diese, etwas ketzerisch klingende Ueberzcugung auszusprechen — die Lektüre jedes andern. Buches, jeder anderen Zeitschrift derjenigen eines pädagogischen Blattes vorziehcn. — Wer sollen dessen Abonnenten sein? — Sollten Sw übrigens je sich gedrungen fühlen, in einer S ’rrafc angelegen:,eit das Wort zu ergreifen, so stellen wir Ihnen die Spalten unseres Blatteslmit Vergnügen zur Verfügung. — Wozu also ein besonderes Fachblatt? — Inserate. Bei C. H. R e e 1 a m sen. in Leipzig ist erschienen Das Hucli Jezira, die älteste kabbalistische Urkunde der Hebräer. Nebst den. 32 Wegen der Weisheit; hebräisch und deutsch, mit Ein-' leitung, erläuternden Anmerkungen und Glossarien. Herausg. von Joh. Friedr. v. Mever, Or. Th. Leipzig. 1830 . . . gr. 4. Preis 20 Sgr. Nächsten Donnerstag den 1. Dezember erscheint kein Vlatt, dafür wird Donnerstag den 8. Dezember eine Nummer in der Stärke von 2 Druckbogen ansgegeben werden. Von da ab weiter wird unser Blatt dein Programm gemäß regelmäßig ieden Donnerstag erscheinen. Das bisherige Schwanken in der 2^uSgäbe und Erpedition wolle man gefälligst dadurch entschuldigen, das; unser neues Unternehmen erst in das rechte Geleise gebracht und die Zahl der Abonnenten st'rirtwerderr mußte. Einern allgemein ausgesprochenen Wunsche entgegenkommend wird schon Nr. Funsereö Blattes auf bedeutend besserem Papier und irr vergrößertem Formate erscheinen. ittit Der Beilage: Blätter für Geist und Gemiith. > w: Eigemhiimer, veranlw. Redakteur u. Herausgeber: Dr. I. Rvscnancr. t'Ll . £)• Druck v. S. Freuud's Witwe u. Comp, in Prag. Wo* _JL .Ha£ li

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