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Das Abendland · 1864-11-10 · 2 (10.11.1864) · p. Seite 16

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Journal
Das Abendland
Volume
I (1864)
Issue
2 (10.11.1864)
Date
1864-11-10
Page
Seite 16 (sequence 8)
Language
German
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zu {lnu'tionucit. Bei einer großen in der Nähe Liverpools im > September siaiigehabten Revue der Freiwilliaeu Corps übernahm Herr Mozelep die Bewirthung der zahlreichen Mannschaft. Ferner wurde derselbe im September eingeladen, bei der Einweihung . der Manchester-Cyldesley-Wigan-Eiseubahn zu ifsistiren, wobei! ihm die Äusbringnug eines der erneu Toaste oblag.! lZ. d. IO , Bukarests 11. Oeiober. Der „Presse" schreibt man : Mil * nächstem Monat beginnen die Berpackmingeu der Staats-Domänen; für einen neuen Turnus von fünf Jahren. Sie haben diesmal , eine größere Bedeutung als sonst. Bis jetzt konnte kein Israelit > Pächter einer Siaals-Domäne werden; die moldauische Gesetzge- > bung sowohl als das Ikgleine'nt. organiquo der Walachei verfügten dies ausdrücklich. Eine fürstliche Anordnung verfügt aber, > daß bei den nächsten Berpachtnngen der StaatS-Domänetl und | Klostergüter udermanu ohne Unterschied des Standes und der! Religion zuzwassen sei. Es ist mm kein Zweifel, daß sich diesmal j Mc tapilalsreichen Israeliten in großen: Maßsiabe und sicherlich! nur zum Vonheile deö in so hohem Grade geldbedurftigeu Staatsi säekels an den Pachtungen betheiligen werden. '; Th in a. Ein kaiserliches Edikt hat die Freiheit des ösfeni- > lichen Gottesdienstes für die Bekenner jedweder Religion prokiatuirt. K n r t o s ti m. Die „Deutsche allgemeine Zeitung" berichtet an? Leipzig 27. Oktober, wörtlich folgendes: „Der hier aufhältlidie (sic-! j frühere Rabbiner Pr. Fischer ans Peischau in Böhmen beabsichtigt von nächster Zeit an eine Monatsschrift in hebräischer <! Sprache nmer dem Titel „Bikoreth haittiim" (Geisel der Zeit) herauszugeben. Das Blatt soll zur Belehrung und Unterhaltung dienen, namentlich aber die Jrrthümer in den Gebräuchen der Juden rügen und politische Vorkommnisse satirisch besprechen. Es wird auch Illustrationen enthalten". * Der allgemeinen Zeitung schreibt man aus Jerusalem 1. Oktober über Ausgrabungen und Wasserleitungen, die von englischen Gesellschaften da ins L>ben gerufen, ferner von der Anlegung einer Fahrstraße von Jaffa nach Jerusalem für Omnibusse, die schon in Angriff genommen ist. — Die Juden Jerusalems sehest hierin eine Erfüllung der prophetischen Worte: Bereite: den Weg des Herrn, mache: feine Steige richtig;— und ' sind somit der schönsten Mesfiashoffnungen. * „Sclbstrcgiening" ist der Titel eines Vortrages, den der bekannte Gelehrte Herr Dr. L. Zun; in einem Bezirksvereine in Berlin gehalten hat, welcher uns gedruckt vorlieg:. Klassisch im Styl und Inhalt bezeichnet der Redner die Mittel zur Selbstregierung: Wissen, Wollen und Thun, und die Hindernisse derselben: Beamtenherrschaft, Zentralisation und Vielschreiberei oe., und empfehlen wir diesen Vortrag allen, die nach Selbstregierung streben. * Am Tag des heiligen Michael, als au seinem Namenstage, empfing der junge Coen in Rom das Sakrament der Taufe. Der Pabst soll, um fein Gewissen zu beruhigen, denselben vor dem Taufakt gefragt haben, ob er gerne Christ werde, und der Knabe antwortete ganz naiv: Gewiß, ich will lieber einen Glauben bekennen, der mir schölte Kleidung, gnte Speisen und Spielsachen verschafft, und wo ich nichts zu arbeiten brauche, als zu meinen armen Ellern zurückzukehren und zu meinem strengen Meister, der mir Püffe und Fußtritte gab. Dies Gestünduiß ist glaublich, weil es recht kindlich ist. Wien 9. Nov. Ans Anlaß des angeregten Preßprozesies gegen die Kirchenzeitnng wurde die Wiener israelitische Kultus repräseiuan; von der k. k. Staatsanwaltschaft um ein Gutachten über die eanonifche Geltung des Talmuds angegangen; den Herren Manheimer, Jelinek und Horowitz wurde nun die Ausarbeitung desselben überwiesen. Wir sind ans dieses Gutachten sehr gespannt, und hoffen, daß die Frage in zeitgemäßer Weise gelöst werden wird, wie es sich, auch von den bekannten Namen der Begniachlenden erwarten läßt, ftuvemut consuks! Paris. Die „Arch.-Jsr." erzählen Folgend??: „Als die Kaiserin unter dem Namen einer Gräsin von Mon-erean nach Schwalbach reiste, ivurde für dieselbe von Herrn von Rothsehild ein Kredit Brief verlangt, welchen Herr von Rothschild folgender-». , maßen ansstellre: „Herr von Rothschild zu Paris bittq' Herrn, von Rothschild zu Frankfurt, der Frau Gräfin von Mo^erean seine Person und sein Vermögen zur Verfügung zu iDllen.' "Herr Feullier de Conches hat so eben eine ilfcilic von Br!neu - Ludwigs XVI., Maria Antoinettens und der Prinzessin Elisabeth veröffentlicht. In der Correspondenz dieser lelneren findet ntax, folgende Zeilen, welche im Jahre 1790 au Frau von BombelleS gerichtet wurden: „Die eonstitnirende Versammlung hat gestern v reu Dumm», heften und Jrreligiösitäten die Krone aufgesetzt, oem sie den Juden die Berechtigung ertheiue, zu allen Armier: zugelasseu zu werden. Ich kann dir nicht sagen, wie sehr dieser Beschluß meinen Zorn erregt hak. Aber Gott har seine Tage der Rache, und wenn Er lauge daS Böse duldet, so bestraft Er es dennoch nick: gelinder." Mau ersieht hieraus, von welchen finstern Vornrtheilen selbst die edelsten Menschen am Schlüsse des vorigen Jahrhunderts noch befangen waren. Pksth. Aus der benachbarten Ortschaft Kittsee berichtet mau der „Preßb. Ztg." folgenden Vorfall: Am Sonntag den 9. d. M. Abends versammelten sich die dort wohnenden Juden in ihrem Gotteshaus, um den langen Tag „Jom Kivur" nach ihren Gebräuchen zu feiern. Während der Rabbi seine Predigt hielt, kamen ans dem Wirthshanse die kroatischen Burschen mit ihren Mädeln in die Synagoge (der Zmritt war Jedem frei);, es versammelte sich endlich sämmtliche Jugend vom Orte und füllte den Tempel au. Mau ersuchte sie nun, sich zu entsernen; allein H darüber ausgebracht, begannen sie ihren Unfug, drängten die Ju- ’ den von den Sitzen, fetzten sich sodann selbst, nahmen die Lichter ' Hemmer, zündeten sich die Pfeifen an, wackelten an den Bänken, so daß sie umfielen, ja Einige trieben Spot: und äfften den Rabbi . nach, zerschlugen die großen Glasscheiben vor den Gebetraseln und , rissen den Vorhang, welcher an der Eingangspforte angebracht! war, ab. Die betenden Juden drängten darüber entrüstet die Un-; berufenen aus der Synagoge und wollten ihre Andacht weiter; foriseveu; doch außerhalb des Tempels rotteten sich bei 200 Men- 1 scheu zusammen, um zu warten, bis die Juden berauskommen. Judeß wurde das Ortsgericht von der Sache benachrichtigt; dieses eilte herbei, selbst der hochw. Herr Dechant des Ortes, so wie die , gerade hier anwesende Gendarmerieparronille von Hamburg, und , zerstreuten den Haufen. Verwundet wurde eine Frau an der Hand! durch einen Steiuwurf. Eoncspondcnz dcr Redaktion. Herrn I. Simon Sachsel (harnechuneh Esther Kirscht!) in Kallin. Ihr Wisch, den Sie so geschickt in die Retoursendung unserer Probenummer zu prakrieireu gewußt, hat uns zu sehr belustigt, als daß wir Ihren biltern Aerger, den Ihnen die Koltiner Correspondenz, worin man vermnthlich ihrem Heiligen zu nahe getreten, verursacht, bis zur Verzweiflung hätten steigern sollen, indem wir Ihnen durch einfache Anzeige beim Postamie eine, grade Leuten Ihrer Sorte so über Alles empfindliche Geldstrafe auf den Hals geschoben hätten, sintemal wir aus der jämmerlichen 'Dylisirung ihres Zettels erkannt, daß Sie zu den Wackern gek m, die fromm sind d. h. bis zu der K—— Lernen Sie dar ms, daß grade eine etwas freiere und liberalere Denkweise den Menschen von den gemeinen Gefühlen der Rachsucht emaneipirt, denen wir leider so oft im Lager der sich paar excellenee „religiös" Nennenden begegnen. Herrn L. Hz. Nächstens Ausführlicheres unter dieser Rubrik. Herrn Rabb. S. Schmidl. Ihren geschätzten Beitrag für unsere Beilage zuruckgelegt. Herrn I. St. in Hermanmestetz: Sehr willkommen. Der zahlreichen Theilnahmsbeweise, die uns in Correspondenzen, und andern Zusendungen zngekommen, gedenken wir hier im Allgemeinen mit herzlichem Danke, und werden dies Iben so weit als möglich speeiell beantworten. — Eigenthümer, veranlw. Redakteur n. Herausgeber: Pr. I. Rostimucr. — Druck v. S. Frennd's Witwe u. Comp, in Prag.

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