Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- I (1864)
- Issue
- 2 (10.11.1864)
- Date
- 1864-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I M'ö. präiinüikruii.lui fftr^rag odrr durch Luchiiaudcl -cs 2,!- und AusliuiDcs: tSsa'icfiri.- >' ">0 ft. et. Prag, am 10. Rmicmbcr 1864. prannmernlion mit postvrrstildimg: , CciitraloriM für n(!c zcitgcmäßtii Jiltcrcsjcn VHffijfiitria: , ff.80ft.cb.' : , . . ,r _ des Ilidcilthmiics. i loi. c Sgl. ffiantjiibriij: 7 fl. — fr. ob. 4 Thl.!VSzr. paldjahrig: 3 fl. 77, ft. ob. 2 Thl. IvSzr. ettrljiilirig : 1 fl. 95 fr. ob. *' 1 Thl.I«> 2gt. Erscheint jeden Sonnerßag. — l?cöakHoiiölnircau: Jleifrijmntkt )1r. Lonsc. 702—1, l. Stadl. Agentunen: In Wien bei fjerjfelb und Bauer; in Brunn bei B. Epstein. ZkOK.chsel im österreichischen 'Ministerium des Auswärtigem Kaum, dfß unser Blatt den ersten schüchternen Schi 4 ,c;uf i u schlüpfrigen Boden der Publieisrik r tho r, und chon fühlen wir lebhaft, welch'enge waugsjacke :h im Grunde ein bloßes Wochenblatt r . wenn ma in ihm nur einigermaßen frei auf dem täglich sich e wetternden Gebiete bedeutsamer Staatsottonc sich bewegen — auch nur von einem gewissen Ccfi;. i Ite cm* der hochgehcuden Strömung der -'% agese ,niste achtend und reflektirend folgen möchte. L 'n.' ... wir amen uns vor wie ein lahmer Fuß- £ -?r dl chttsa.'fte. P'eötentiou'chatte, einen im HZr in v 'ende! Eisenbahntraü einzüholen. — -vierzehn T ge sind nun nahezu seit dem jüngsten x Min'üerwea jel verflossen, und heute erst gestatten uns ' die allzu eng. räumlich wtLzeitlich, umschriebenen Grärrze unseres ,'lattto auf das bedentsarr.e Ereigniß. von ui ttrer^besoiwern.. Stellung aus einige Streiflichter fa .er: zu lassen. Denn allerdings -- so seltsam es auf den ersten Anblick hin scheinen mag — haben auch wir Juden manches bei diesem Anlässe auszusprechen, was uns nicht eben leicht aus dem Herzen liegt, manche besonderen Wünsche und Hoffnungen darzulegen — eben gemäß unserer, leider noch immer gesonderten Stellung im -österreichischen Staate. Daß wir thatsüchlich eine solche einnehmen, ist eben so unzweifelhasl und gewiß, als daß dieses grade kein Zeichen eines gesunden Sr atslebens ist, und daß am wenigsten den Juseu selbst die Schuld trifft, wenn cm solcher L tatul der Dinge — trotz Februarpatent und Eonstituuonalismus — sich noch immer im direkten Widerspruche gegen alle Ideen und Tendenzen der Zeit behauptet. . - - Denn ist es nicht ein wahrhaft erhebender Beweis von urwüchsiger Volkstraft, von eminenter Bildungs- und Gestaltnngsfähigkeit, wenn der Jude in der verhältnißmäßig so kurzen Zeit seines Eintrittes in die europäische Gesellschaft von den meisten Fehlern und Gebrecken, die seinem Wesen vormals angchaftet, oder bester, ihm gewaltsam durch die düstern Fackeln mittelalterlicher Verfolgnngswuth eingebrannt wurden, wenn er—■ lagen wir — so schnell von all' den häßlichen Eigenheiten, die ihn als wahres Zerrbild der Menschheit zur Zielscheibe des Spottes gemacht, sich zu emancipiren, und die Umwandlung aus dem blindgläubigen Orientalen, dem starrsinnigen Nachbeter der Autorität, der ans Schritt und Tritt mit dem Fluche engherziger Separationsgelüste behaftet, nichts ängstlicher von sich abwehren zu müssen glaubte, als was der Zeit >unv des Landes, in dem.er wohnte, wirklich gemäß war/, wenn er die Umwandlung, in den gebildeten Abendländer so rasch und . energisch an 'ttch zu vott;i«h<:n vermochte —. -in deu gebildeten Abendländer, der mit würdevollem Sclbstbewußtsein, mit dem Siegel der Geiftesfrciheit auf der Stirne sein Haupt enworgerichtet trägt, nnd rüstig mit eingreifend in das Getriebe jeder ehrenvollen bürgerlichen Thätigkeit in Wahrheit jenem Manne gleicht, von dem es so schön heißt in den Sprüchen Salomonis: „Siehst du den Mann gewandt in seinem Werke, vor Könige kann er hintreten!" — — In der Thal,, wer., erkennt', in dem Juden von 1864 noch den Sonderling < ans dem Beginn des Jahrhundertes, in traurigster .Weise ausgezeichnet unter, und ausgeschiedcn aus . den Völkern? — Der Jude, wie sein Begriff im ^Geiste seiner hämischen Ansechter sich gestaltet, ist glücklich abgestrcift, gehört in die Rumpelkammer unerquicklicher, historischer Curiositüten; der Jude aber, wie sein Bild von dem Spiegel höherer weltgeschichtlicher Auffassung sich reflektin, ist geblieb,. der Jude, der uicht in sklavisch ängstlicher Befolgung jeder sinn- und bedeutungslosen .Observanz sein ausschließliches Heil und Gedeihen sucht, sondern im Jndenthumc einen edlern und liefern Kern ahnt, als leidige Prohibitivgesetze gegen jeden unschuldigen Genuß, als Zwangsmaßregeln für Speisekammer und Küche, als ein soldatenmäßigcs Reglement, wie man sich am Sabbath in und außer demHause zu drehen und zu kehren hat, um so ungeschickt, linkisch uns lächerlich als möglich zu erscheinen. Nochmals a'.so ::i es, hervorgeholen: Nicht ' ".«nr»—. f—,v,vu Ofu^u, IHHCU,.«»*;i vtVyuua ... Vl„lviavil ..