Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- I (1864)
- Issue
- 1 (3.11.1864)
- Date
- 1864-11-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Pränunu nüon für Prag oder durch Luchhaudcl des?u-uild Aiislanücs: ei-nz! tzriz: 6 fl.;o kr. <-v. 4 Lt 6-lidjadkio: z fl. so krodr T-l. 6 Sgr. VirrtrljShrig: 1 fl.kv kr.od. 1 Thl. S Szr. prüdriiummrr. Prag, 3. November 1864. Ccnttalorgim für ullc zeilgemäßcn Interessen .. - ' des Zndcnthmncs. prännm.'raüon mit ." poürcrsendung : ' 4 Tht. UITzr. Lalbirhriz: Z fl. 75 kr. od. L THI. 10Szr. VirrliltShriz : 1 fl. S5 kr. od. - ITHl.IOSgr. Erfchkint jeden Donnerstag. — Nedaktionsbttreau: Fleischmarkt tlr. Lonsc. 702—1, 1. Ltock. Agenturen: In Wien bei Herzfeld und Bauer; in Brünn bei B. Epstein. Wr die.Leser!. Indem wir die Probenummer unseres neuen Blattes der Öffentlichkeit übergeben, können wir eines Gefühles von Bangigkeit . uns nicht erwehren. — Stünden uns magische Kräfte zu Gebote, und vermöchten r ir in diesem Momente das G'sühl und Bewußtsein der Ausgabe, die wir uns gestellt, so in der Seele des Lesers zu wecken, wie es uns selbst in aller Lebhaftigkeit vorschwebt, so würde er uns gewiß eine menschliche Schwäche zu Gute halten. Denn diese Aufgabe — wir dürfen es wohl in aller Bescheidenheit sagen — ist keine gewöhnliche, ja wir haben wohl selbst das Recht, sie neu und originell zu nennen. — Denn nicht uns den breit getretenen Pfaden landläufiger Pnblieistik wollen n '.r' einherschreiten — unser Blatt wird es verschmähen, eine bloße (. hronik nichtiger, wiewohl zur Bedeutung sroschartig sich ausblähender Ephemeriden zu sein — Alles zu meiden, was die Umrisse gewerbsmäßiger Schablone zur Schau tragt, ist vielmehr unsere feste und entschiedene Absicht. Wir wollen demnach ein Journal gründen, welches daS Iudeuthum nicht bloß nach Innen, sondern auch nach Außen, in der politischen Welt, würdig vertritt; wir wollen ihm aber auch Elemente znführcn— und hierin liegt vorzugsweise das Neue, daher auch Gewagte des Unternehmens — die bisher als den jüdischen Interessen fremdartig arm eschen wurden, von denen wir aber nichts destoweniger die trefflichste Förderung unseres Hauptzweckes, nämlich Lehre und Leben im Juden thume zu vermitteln, uns versprechen; — eines Zweckes, zu dem immer dr.ngender und n .hnender die fortschreitende Zeit den wahrhaften Freund des Iudenthumes hindrängt. . Wird ein solckes Streben Anerkennung — wird es Förderung und Unterst ützung'sin den? — In so lange nicht unsere Erfahrung nnS ein entschiedenes „Nein!" aus diese Frage ertheilt, in so lange werden wir uns nicht in unserem Glauben und in unserer Ueberzengung beirren lassen, daß das Inder hum, namentlich in Oesterreich, insbesondere aber Btzl>mens, ein solches Organ braucht; — ein Organ, das in Ermanglung jeder andern Centralisation, den Gedankenaustausch vermittelt; ein Organ, welches ein genaues Barometer für die Strömung der Ideen repräsentirt; ein Organ endlich, welches ohne Zorn und v orurtheilsv olle Befangenheit das, was der Lateiner so trefflich durch sein sine ira et stuäio bezeichnet, Alles zur Geltung zu bringen strebt, was wahrhaft berechtigt, was demIudenthrune wie der Zeit — vor Allem aber was der Stellung des Iudenthums im Abcndlande gemä;; ist. Von diesem V rhaben soll und wird uns nicht zurückschrecken das Achselzucken allzugrübelndcr Bedenklichkeit; — nicht schrecken werden uns die hämischen Anfechtungen gemeiner Tagwerker im Bereiche der Journalistik; — nicht schr.cken endlich soll und wird uns selbst das Schicksal unseres jüngsten Vorgängers rn Prag, der „Zcitstimme." Denn, wiewohl wir nicht umhin können, diesem Blatte und seinem Redakteur an diesem Orte das redlich verdiente Lob zu ertheilen, das Gute nicht blos aufrichtig gewollt, sondern auch mit Gesä ick und Takt angestrebt und verfochten zu haben — wir erinnern nur an die in der „Zeitstimme" angeregte Lehrerkonferenz, welche so eben, in dem Momente, da wir dieses schreiben, eine une wartet günstige Wendung genommen — so war doch dessen Kreis zu eng gezogen, die Mittel zu knapp, die Unterstützung zu gering, um etwas zu schaffen und zu bieten, was wirklich der Zeit und ihren großen Bedürfnissen entsprochen hätte. Sckllüßlicb sei es uns rar noch erlaubt, ans unserem ausführlichen Programm, dem wir durch unser Eirknlär eine weitere Verbreitung gegeben, den letzten Absatz hieher zu stellen: „In Verbindung also mit den ersten schriftst llcrischen Capacitäten, nicht blos des Jndenthnmes, deren Mitwirkung wir zum Theile bereits gewonnen haben, theils noch zu gewinnen hoffen, und die wir 1