Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIII (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 269)
- Language
- German
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wesentliche Unterstützung der zionistischen Werbe- und Erziehungsarbeit bildete auch während der Berichtszeit die „Jüdische Kundschau", die durch die Schaffung der von Adolf Böhm redigierten „Palästina-Beilage" eine wesentliche Bereicherung erfuhr. Die „ Jüdische Rundschau" besitzt außer in Deutschland auch in fast allen übrigen Ländern eine stattliche Leserschar. Neben der „Jüdischen Rundschau" dienten der zionistischen Propaganda noch die neu geschaffene „Leipziger Jüdische Zeitung", das „Jüdische Echo", München, die „Neue Jüdische Presse", Frankfurt a.M., die „Hamburger Jüdischen Nachrichten" und das Organ des Misrachi, die „Jüdische Presse", Berlin. Eine Broschüre über das sehr aktuelle Thema „Antisemitismus" wird demnächst veröffentlicht werden. Eine wertvolle Unterstützung der Propaganda-Tätigkeit bildet die Vorführung des Palästina-Films des Jüdischen Nationalfonds an fast sämtlichen wichtigen Orten. Diese Vorführungen erweckten insbesondere auch das Interesse der Presse, deren Gewinnung durch Aufklärung über die Bewegung besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Die Informierung führender Politiker über die zionistischen Bestrebungen erfolgte von einem zu diesem Zweck eingesetzten Dezernat. Auf dem Gebiete der kulturellen Arbeit sind während der Berichtszeit erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen. In Berlin sind zwei jüdische Grundschulen, im Reiche eine neue Anzahl von hebräischen Sprachschulen ins Leben gerufen worden. Insbesondere in den Jugendorganisationen wird mit steigendem Eifer hebräisch gelernt. Durch Schaffung eines Gemeinde-Dezernates wurde für die Informierung der gemeindepolitisch tätigen Gesinnungsgenossen gesorgt. Bei der Schaffung der preußischen Gesamtorganisation ist der Einfluß zionistischer Politik in einer Reihe wichtiger Bestimmungen entscheidend zur Geltung gekommen. Die Arbeit hat in einer großen Anzahl von Städten zu einer Verstärkung unserer Position geführt. Besonders hervorgehoben zu werden verdient unser steigender Einfluß in der sozialen Arbeit. In den zentralen Leitungen der wichtigsten Wohlfahrtsorganisationen (Arbeiterfürsorgeamt und Zentralwohlfahrtsstelle) haben wir mit Erfolg im Sinne unserer Anschauungen mitgearbeitet. Das Palästinaamt der Z. V. f. D. wurde durch einen starken Ausbau in den Stand gesetzt, den immer größer werdenden Anforderungen zu entsprechen. In der Berichtszeit sind aus Deutschland 507 Personen nach, Palästina übergesiedelt. Die Hilfe des Palästinaamtes nahmen ferner 1234 Durchwanderer und eine Anzahl von Rückwanderern in Anspruch. Auswanderern und Durchwanderern wurde in starkem Maße soziale Hilfe mit Unterstützung der zionistischen Frauenvereine zuteil. In den wichtigsten Städten wurden Zweigstellen des Palästinaamtes errichtet. Einen breiten Raum in der Palästinaarbeit der Z. V. f. D. nahm die Hachscharah ein. Von dem dem Palästinaamt angegliederten Technischen Chaluzsekretariat wurde die handwerkliche Ausbildung der Chaluzim inauguriert, während die landwirtschaftliche Ausbildung in engster Fühlungnahme mit dem zionistischen Praktikantenbund gefördert wurde. Besonders zu erwähnen ist die Ausbildung einer Bauhandwerker-Kwuzah und die Gründung eines neuen landwirtschaftlichen Lehrgutes. 260