Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIII (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 234)
- Language
- German
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waren, machen von Jahr zu Jahr Fortschritte. Ein Teil der Lehrer dieser Schulen besaß Kenntnisse im Talmud, hatte aber keine Erfahrung in der Lehrtätigkeit, und auch ihre allgemeinen Kenntnisse waren mangelhaft. Langsam gewöhnten sich die Lehrer in den Talmud- Thoraschülen an Aufrechterhaltung der Disziplin in der Klasse und schulmäßige Ordnung bei Erteilung des Unterrichts. Dank dem Seminar für orthodoxe Lehrer traten in die Schulen der Orthodoxen einige junge Lehrkräfte ein, die Bildung und Eignung besitzen. In den guten Schulen der Orthodoxen hat man gute Erfolge in Talmud erzielt, und ein großer Fortschritt in den allgemeinen Fächern ist zu konstatieren. Derselbe allgemeine Fortschritt, der sich in der Lehrmethode der Volksschulen zeigt, ist auch in unseren höheren Schulen kenntlich. In diesen ist deutlich das Bestreben zu merken, die Schüler für die Arbeit im Lande vorzubereiten. Wir richten daher unsere besondere Aufmerksamkeit darauf, die Kenntnisse der Schüler in Englisch und Arabisch zu erweitern. Einen erfreulichen Fortschritt kann man in der Kealschule in Haifa konstatieren. Der Anschluß dieser Anstalt an das Technikum ermöglicht, auch von den Werkstätten desselben Gebrauch zu machen, und dies ist die einzige Schule im Lande, welche den Handfertigkeitsunterricht weitgehend eingeführt hat. Die Schüler und Schülerinnen der unteren Klassen lernen Papierarbeiten und Buchbinden, die der höheren Klassen Tischlerei und Metallarbeiten. Für den Werkunterricht sind 10 Stunden wöchentlich in jeder Klasse bestimmt. Die Schüler verfertigen Möbel und diverse Geräte für den Hausgebrauch, auch bereiten sie jetzt Lehrbehelfe für Physik vor. Die Mädchen lernen Nähen, Sticken und Kochen. Dreimal wöchentlich dauert der Unterricht bis 5 Uhr; die Kinder gehen nicht nach Hause und nehmen eine Mahlzeit ein, welche die Schülerinnen bereiten. Groß sind die Fortschritte in den Lehrerbildungsanstalten. Es ist uns geglückt, diesen Instituten Lehrer zu geben, die bedeutende Kenntnisse besitzen und Erfahrung im Lehramte haben. Auch der Fortschritt des orthodoxen Lehrerseminars ist erfreulich. Diese Institution, die durch Verschmelzung einer modernen Jeschiwa, einer Klasse des Lehrerseminars des Misrachi und der pädagogischen Kurse in Petach- Tikwah entstanden ist, hat im dritten Jahre ihres Bestandes die Form einer geordneten Schule mit guter Lehrerschaft bekommen. Damit füllt diese Schule eine große Lücke aus, denn den Schulen der Orthodoxen fehlten bisher Lehrer, die Eignung für ihr Amt besaßen und über Kenntnisse nicht nur in den hebräischen Fächern, sondern auch in den allgemeinen Wissenschaften verfügten. Die modernen Bestrebungen im Unterrichtswesen fanden auch bei uns ihren Widerhall, und manche Schulen bemühen sich, vorsichtig Selbstverwaltung der Schüler einzuführen. Die Schüler beteiligen sich an der Beaufsichtigung der Bibliotheken, der naturwissenschaftlichen Sammlungen usw. Die Lehrer helfen den Schülern, Sportvereine zu gründen, Ausflüge zu veranstalten und in verschiedenen Lehrfächern sich fortzubilden. In manchen Schulen ist das Schülergericht eingeführt, das unter Beteiligung der Lehrer stattfindet. 15 225