Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIII (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 161)
- Language
- German
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Das Defizit in der Handelsbilanz wird in der Hauptsache durch Geldsendungen vom Ausland für nationale und religiöse Zwecke gedeckt, ein Teil auch durch den Touristenverkehr und durch die Ausgaben der von England unterhaltenen Besatzung und Gendarmerie. Die Landwirtschaft zeigt zwar Ansätze zur Besserung. Der Viehbestand des Landes, der am Ende des Krieges auf ein Minimum gesunken war, hat sich wieder bedeutend gehoben. Die Ernte der Hauptfrüchte ergab nach der offiziellen Begierungsstatistik folgende Erträge: Weizen Gerste im Jahre 1920 ........ 62,897.017 kg 27,283.948 kg „ 1921...... . 72,885.889 „ 61,328.181 „ „ 1922 ....... 101,297.893 „ 38,594.406 „ ♦ Orangen und Zitronen wurden geerntet: im Jahre 1920 ............. 568.425 Kisten „ 1921............. 718.780 „ „ 1922 ............. 1,238.899 In der Industrie ist der Eortschritt ein sehr langsamer. Von nichtjüdischer Seite sind einige Reparaturwerkstätten für Maschinen und Automobile errichtet worden. Juden haben eine größere Zahl von neuen Unternehmungen geschaffen, die zum Teil schon im Betrieb, zum Teil noch im Bau befindlich sind. Nur ein Teil der bereits eröffneten Betriebe hat Erfolg gehabt; der andere Teil hat nach kurzer Tätigkeit den Betrieb einstellen müssen. Die Ursachen für den Mißerfolg lagen meist im Mangel an genügendem Kapital, teilweise in ungenügender Sachkenntnis und. zu hohen Administrationsspesen. Die Lebenshaltung, die zu Beginn des Jahres 1920 den Gipfel der Teuerung erreicht hatte, ist seitdem ständig billiger geworden und nähert sich mehr und mehr den Verhältnissen vor dem Kriege. Während 1920 der Index der wichtigsten Lebensmittel, gemessen an den Vorkriegspreisen, mehr als 300 betrug, ist er heute auf 150—175 zurückgegangen. Ebenso sind die Baukosten für Häuser gegen ihren höchsten Gipfel im Jahre 1920, zu welcher Zeit sie 3—4 mal so hoch waren wie vor dem Kriege, stark gesunken und betragen heute weniger als das Doppelte der Vorkriegspreise. Manche Baumaterialien, wie z. B. Holz und Zement, sind sogar fast bis auf die Vorkriegspreise zurückgegangen. Dagegen ist die Handarbeit noch 2—3 mal so teuer wie vor dem Kriege. Infolge des Sinkens der Baukosten und durch die verstärkte Tätigkeit im Hausbau ist die Wohnungsnot, die im Jahre 1920—21 außerordentlich drückend war, im letzten Jahre gelinder geworden. Die Mietspreise, die in Tel Awiw im Jahre 1921 etwa £E 4 pro Zimmer monatlich betrugen, sind bis auf £E 2!/2 zurückgegangen. Die Volkszählung, die am 23. Oktober 1921 in Palästina stattfand, hat folgende Ziffern ergeben: Mohammedaner............. 590.890 Christen ................ 73.024 Juden ................. 83.694 152