Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIII (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 30)
- Language
- German
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Zensus veranstaltet würde, um die männliche Bevölkerung für militärische Aushebungszwecke zu zählen. Die Kopfzahl dieser Stämme wurde daher durch Schätzung ermittelt und wird mit 72 898 angegeben. Zuzüglich der Stämme in anderen Gebieten wird die Gesamtzahl der Beduinenbevölkerung auf 103 331 geschätzt. Die- Wahlen. Der Boykott, den die mohammedanisch-christliche Gesellschaft gegen die Wahlen organisierte, hatte bedeutenden Erfolg, wenn er auch nicht überall wirksam war. Die Gesellschaft griff zu allen erdenklichen Mitteln, um den Boykott durchzusetzen. Eine umfangreiche Propaganda wurde im ganzen Lande entfaltet, und es wurde der Bevölkerung gesagt, daß die Durchführung der Wahlen die Übergabe des Landes an die Juden bedeutet. In der Zeit, in der die Wahlmänner gewählt werden sollten, bereiste ein Agent der mohammedanischchristlichen Gesellschaft alle größeren Städte und Dörfer und hielt in den Moscheen heftige Beden, sowohl gegen die Politik der Begierung, wie gegen die der Zionisten: Ein jeder Wähler würde Schande und Leiden über sich bringen, er sei ein Verräter an seinem Lande und werde nicht auf einem Priedhof begraben werden. Gleichzeitig wurden von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf- Telegramme gesandt, um den Boykott so vollständig zu machen, daß jeder Araber, der etwa wählen wollte, fühlen mußte, daß er ganz allein stand. Infolge der Freiheit, mit welcher die Begierung, all dies gewähren ließ, kamen zweifellos sehr viele, wahrscheinlich die Mehrheit der Araber Palästinas zu der Überzeugung, daß die Begierung gar nicht die ernste Absicht habe, die Wahlen wirklich abzuhalten. Die Bevölkerung, die an die türkische Herrschaft gewöhnt war, konnte nicht glauben, daß solche Beden ungestraft gehalten werden durften, außer wenn die Begierung damit einverstanden war. Dr. Weizmanns Besuch in Palästina. Am 25. November 1922 kam Dr. Weizmann nach Palästina und blieb dort vier Wochen. Er besuchte in dieser Zeit viele jüdische Institute und Unternehmungen und sprach in öffentlichen Versammlungen in Jerusalem und Tel Awiw. Den größten Teil seiner Zeit aber widmete er Verhandlungen mit der Begierung über die wichtigsten Fragen des nationalen Heims, und studierte die Einzelheiten aller lokalen Angelegenheiten. Colonel Kisch's Ernennung. Lieutenant Colonel Kisch begleitete Dr. Weizmann nach Palästina und übernahm nach dessen Abreise auf einstimmigen Beschluß der Exekutive die Leitung des politischen Departements der Palästina- Exekutive. Die Beziehungen zur Begierung Palästinas. Nach der Bestätigung des Mandats wurde mit der Palästina - Begierung über die Vertretung der im Artikel 4 des Mandates anerkannten Jewish Agency verhandelt als „einer öffentlichen Körperschaft die den Zweck hat, mit der Verwaltung in den wirtschaftlichen, sozialen 21