Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 194)
- Language
- German
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— 167 — IV. Organisation Ein großzügig denkender englischer Jude, der vor kurzem dem Hauptbureau einen Besuch abstattete, meinte, unsere Nationalfonds- Organisation sei insolange als unzureichend anzusehen, als wir nicht mindestens 1 M. jährlich per Kopf eines jeden Juden erzielen, d. h. eine Jahreseinnahme von etwa zwölf Millionen Mark! Diese Ansicht wird von uns vollauf geteilt. In Südafrika z. B. ist dieses Ideal nahezu verwirklicht. Und wenn auch dort besonders günstige Umstände herrschen,, so glauben wir doch, daß kein Menschenalter vergehen muß, damit dieses Ziel überall erreicht wird. Voraussetzung hierfür ist unseres Erachtens nicht etwa ein außergewöhnlicher politischer Erfolg, auch keine besondere Propagandaaktion, sondern nur der planmäßige und stetige Ausbau unserer Sammelstellen- und Vertrauensmännerorganisation, die trotz allem sich noch in den Anfängen befindet. Die Zahl der Länder, in denen unsere Organisation nach und nach festen Fuß gefaßt hat, ist gewiß imponierend; Es gibt überhaupt nicht viele Institutionen, geschweige denn jüdische, die auf so viele hingebungsvolle Vertrauensmänner und Freunde in fast allen Ländern der Erde hinweisen können. Dennoch besitzen wir vorläufig nur den Organisationsrahmen,, der erst an vielen Stellen gefestigt und ausgefüllt werden muß, damit er seine volle Wirksamkeit entfalte. Wir haben unsere Landessammelstellen ersucht, in ihrem Bericht für den Kongreß anzugeben, wieviele jüdische Gemeinden in ihrem Lande vorhanden und in^wievielen derselben Vertrauensmänner fungieren. Nur wenige haben darüber genauen Aufschluß gegeben. Nach einer ungefähren Schätzung ist es indes wahrscheinlich, daß es in kaum 20 o/o der jüdischen Gemeinden Nationalfonds- Kommissäre gibt. Dies gilt nicht etwa nur von den exotischen Ländern, obwohl sich gerade in diesen sehr viel für unseren Volksschatz erreichen ließe. In letzter Zeit konnten wir feststellen, daß es z. B. im fernen Osten, in China und Indien Gemeinden mit sehr vermögenden Juden gibt,, zu denen die Fäden unserer Organisation noch nicht reichen, die jedoch dauernd für den Nationalfonds interessiert werden könnten. Aber auch in den uns näherliegenden Ländern mit einer großen empfänglichen jüdischen Bevölkerung gibt es Tausende von jüdischen Gemeinden, wo Nationalfonds-Kommissäre eingesetzt werden sollten. In welcher Weise dem Mangel abgeholfen werden kann, um dem oben erwähnten Ziel näher zu kommen, damit haben wir uns in den letzten Jahren intensiv befaßt und in der Berichtsperiode zunächst in den Hauptländern mit zahlreicher jüdischer Bevölkerung auch schon wirksame organisatorische Maßnahmen durchgeführt. Um mit dem Lande zu beginnen^ das an der Spitze der Sammlungen steht,