Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 138)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/9038125-9047322--0436-9046649- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
OCR text
— 121 — welche eine städtische oder Bürgerschule absolviert haben. Einige Unterrichtsgegenstände sind beiden Anstalten gemeinsam. d) Das Lehrerinnenseminar in Jaffa unterrichtet in 4 Lehrjahren solche Schülerinnen, welche eine achtklassige Schule in Palästina absolviert haben oder ein Zeugnis darüber besitzen, daß sie 6 Klassen eines Mädchenlyceums im Auslande besucht haben. Im letzten Falle müssen sie bei der Aufnahme eine Prüfung in den hebräischen Fächern ablegen. Die zweite Klasse dieser im Vorjahr begründeten sehr wichtigen Anstalt wird demnächst eröffnet werden. Die Zahl der Schülerinnen beträgt zurzeit 22. e) Ferner existieren in Jerusalem und Jaffa zweijährige Lehrkurse für Kindergärtnerinnen und deren Gehilfinnen. 2. Volksschulen. Die Unterrichtszeit an den Volksschulen schwankt zwischen 0 und 8 Jahren. Achtjähriger Unterricht wird erteilt a) in den größeren Kolonien Rischon le Zion, Rechoboth, Gedera, Ekron, Pethach Tikwah und Rosch Pinah; b) im Beth Sefer Lebanoth (städtische Mädchenschule des Odessaer Komitees) in Jaffa, in der Knabenschule des Hilfsvereins der deutschen Juden in Jaffa, in der Lämelschule in Jerusalem und in den Schulen des Hilfsvereins in Haifa und Safed. In jeder dieser Schulen unterrichten mehrere Lehrer und das gibt die Möglichkeit, die Lehrer nach Fächern und Klassen zu verteilen. In den übrigen Kolonien währt der Unterricht 6—7 Jahre. Meist unterrichten hier nur 1—2 Lehrer, weil das Budget für die Anstellung mehrerer Lehrer nicht ausreicht. Daher müssen oft mehrere Klassen zusammen unterrichtet werden, was natürlich eine gediegene Ausbildung in jedem einzelnen Fache hindert. Die Unterrichtssprache ist überall das Hebräische. Kindergärten. Es existieren 3 Kindergärten in Jerusalem, 3 in Jaffa, 1 in Beyrouth', 1 in Safed, 1 in Haifa und 1 in Tiberias. Außerdem besteht ein Kindergarten in jeder größeren Kolonie. Die Sprache all dieser Anstalten ist das Hebräische, nur in den Schulen des Hilfsvereins der deutschen Juden werden einige Gegenstände in deutscher Sprache unterrichtet. In den Schulen der Alliance wird der Unterricht französisch erteilt, den hebräischen Lehrgegenständen werden täglich nur 2 Stunden gewidmet. Die Kinder dieser Schulen können auch hebräisch sprechen, aber ihre hebräischen Kenntnisse sind mangelhaft, weil der hebräische Unterricht meistens in den Händen sefardischer Rabbiner liegt, die keine moderne Vorbildung genossen haben. Obwohl die Kinder hebräisch verstehen, werden sie angewiesen, nur französisch zu sprechen. Die Folge ist, daß sie in keiner dieser Sprachen ausreichende Kenntnisse erwerben und die Schule ohne genügende Vorbildung verlassen. Auch dauert der Unterricht nur 5—6 Jahre und