Mannheim
Compact Memory

Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1913-01-01 · XI (1913) · p. Seite 73

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
XI (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 73 (sequence 84)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9038125-9047322--0382-9046595
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

73 — in Lemberg eine Landeszentrale zu schaffen, von der noch bis zum Kongresse gute Resultate zu erwarten sind. In Ungarn war nach dem X. Kongreß ein vollkommener Stillstand eingetreten. Die jüdisch-politischen Verhältnisse sind dort nach wie vor die denkbar schlechtesten. Selbst in der orthodoxen Partei werden die schwersten Kämpfe ausgefochten. Die Leiter des ungarischen Misrachi waren gleichfalls nach dem letzten Kongreß ausgetreten, aber es ist durch ständigen regen Meinungsaustausch gelungen, dort wieder eine Landeszentrale zu schaffen, die ihren Sitz in Budapest unter der bewährten Leitung der Herren Lindenb a u m und Lebovitsch hat. Von großer Bedeutung ist es, daß es nach langwieriger Arbeit gelungen ist, in Palästina eine Landeszentrale mit dem Sitz in Jaffa zu schaffen. Der Leiter derselben, Herr Rabbiner Fi s chin an, früher in Ungeni, der seit etwa einem halben Jahre ständig in Palästina wohnt, hat bereits eine rege Tätigkeit entwickelt und die Gründung einer Reihe von Ortsgruppen dortselbst vorgenommen. Insbesondere ist es ihm gelungen, eine Reihe der bekanntesten gesetzestreuen Persönlichkeiten in Palästina für den Misrachi zu gewinnen. In Rußland ist die Schaffung einer aktionsfähigen Zentrale bisher nicht möglich gewesen. Einzelne einflußreiche Persönlichkeiten, wie z. B. Herr Rabbiner Aronsohn in Kiew, haben sich aber voll und ganz in den Dienst des Misrachi gestellt. Ihr besonderes Augenmerk hat die Leitung des Misrachi auf die Schaffung einer Zentrale für Amerika gerichtet. Herr Hermann Struck, der in der Berichtsperiode zweimal Amerika besuchte, hat sich in aufopferungsvoller Weise bemüht, geeignete Persönlichkeiten für die dortige Tätigkeit ausfindig zu machen. In Amerika liegt aber die Schwierigkeit einmal in den ungeheuren Entfernungen, und zweitens darin, daß die in den Großstädten lebenden Judenmassen sehr heterogener Natur sind und sich nur schwer einer Zentrale unterordnen. Sehr wichtig aber ist, daß der vorjährige Präsident der orthodoxen Rabbinervereinigung Nordamerikas, Herr Rabbiner Abramovitz in St. Louis, sich der Organisation angeschlossen und eine überaus rege Tätigkeit zu entfalten begonnen hat. Die Unterhandlungen mit ihm, in St. Louis eine Zentrale für Amerika zu schaffen, schweben noch. Da die Absicht besteht, den Generalsekretär des Misrachi auf längere Zeit nach Amerika zu entsenden, wird die amerikanische Organisation gewiß große Bedeutung erlangen. In New-York selbst sind mehrere Vereine gegründet worden, indeß war es wegen der Rivalität unter den einzelnen bisher nicht möglich, dort eine Zentrale einzurichten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.