Mannheim
Compact Memory

Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1913-01-01 · XI (1913) · p. Seite 56

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
XI (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 56 (sequence 65)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9038125-9047322--0363-9046576
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

mänien gute Erfolge haben würde, ist ganz sicher und hat sich auch anläßlich der Reise des Herrn Sokolow gezeigt. Leider sind gegenwärtig die Mittel dafür nicht zu beschaffen. Der gegenwärtige Stand der Organisation ist folgender: es bestehen in Rumänien 41 zionistische Ortsgruppen mit insgesamt ca. 2000 Mitgliedern. Die Tätigkeit des Landesverbandes erstreckt sich auf alle Arten von Sammlungen für zionistische Zwecke, insbesondere für den Nationalfonds. Insgesamt wurden in den Jahren 1911 und 1912 für zionistische Zwecke 77 500 Lei in Rumänien aufgebracht, d. h. 25 000 Lei mehr als in den vorangehenden beiden Jahren. Gegenwärtig erscheinen in Rumänien folgende zionistische Zeitungen: Egalitatea, Curierul Israelite (wöchentlich), Zionul und Bar-Kochba (monatlich). Ferner gibt es noch jüdische Blätter, die zwar nicht zionistisch sind, aber auch keine gegnerische Tendenz vertreten. Rußland Die zionistische Arbeit in Rußland seit dem letzten Kongreß bietet ein eigenartiges Bild. Einerseits ist festzustellen, daß das jüdische Nationalgefühl, das sich oft zu klarem Nationalbewußtsein steigert, in der jüdischen Masse eine deutliche Belebung erfahren hat. Dieses Nationalgefühl zeigt sich in der Rückkehr zu den nationalen Bestrebungen aller Art, in dem Bemühen der jüdischen Intelligenz, mit der Masse in näheren Kontakt zu kommen, und in der wachsenden Popularität des Palästinagedankens. Palästina ist in den letzten beiden Jahren den Gedankenkreisen der russischen Juden außerordentlich viel näher gerückt. Sogar in den assimiliertesten Schichten hat die Idee, für die Besiedelung Palästinas mit Juden zu arbeiten, Wurzel gefaßt. Trotz dieser so günstigen Stimmung konnte das nationale Gefühl nicht leicht organisatorisch-zionistische Formen annehmen. Es herrscht in Rußland und damit auch im russischen Judentum in den letzten Jahren eine allgemeine Apathie und Willenlosigkeit, die der Umwandlung des Nationalgefühls und des nationalen Bewußtseins zu präzisen Willensäußerungen und entschiedenen Taten hinderlich ist. Man muß bedenken, daß das russische Judentum in den letzten Jahren unter unerträglichen Verfolgungen zu leiden hatte. Die Ausweisungen, die rituellen Beschuldigungen, antisemitische Zeitungshetzen, wirtschaftlicher Boykott, Kränkungen und Beschränkungen aller Art drücken so schwer auf das Leben des gesamten russischen Judentums, daß alle Energie und aller frohe Tatendrang lahmgelegt wird. Zu diesen allgemeinen Schwierigkeiten kommen nun noch die Verfolgungen der zionistisch-organisatorischen Bestrebungen durch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.