Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 59)
- Language
- German
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— 50 — Lemberg und Krakau haben schon schöne Leistungen auf dem Gebiete der körperlichen Erziehung aufzuweisen. In diesem Zusammenhange sind auch die Hochschüler und Jugendorganisationen zu nennen, die besonders kulturelle Arbeit leisten. In Galizien bestehen 15 Hochschülerverbindungen und 4 akademische Vereine. Die älteste Verbindung ist die „Em un ah" in Lemberg (30 Semester), der älteste Verein „H a s c h a c h a r - P r ze d s o i t" in Krakau (30 Semester). Im September 1912 wurde auf einer Konferenz in Drohobycz der Verband zionistisch-akademischer Korporationen Galiziens (A. H. Z.) begründet, der auf dem Boden des Baseler Programms steht, die Erziehung der zionistischen Intelligenz im Sinne eines lebendigen Judentums bezweckt und insbesondere die Rückkehr der jüdischen Jugend zur hebräischen Sprache erstrebt. Als Sitz der Leitung für das Jahr 5673 wurde Przemysl bestimmt. Dem Verbände gehören 16 Korporationen mit 660 Mitgliedern an. Den Kampf um die Anerkennung der jüdischen Nationalität und ihrer Rechte an den Hochschulen führt in Lemberg die Repräsentationskommission der Gesamtheit der jüdischen Hochschuljugend in Lemberg. Die Mittelschuljugend bildet in den Mittelschulorten Zirkel für jiddische und hebräische Sprache und Literatur und jüdische Geschichte. Vor zehn Jahren haben diese Gruppen sich zu einer Landesorganisation „Z e i r e i - Z i o n" mit dem Sitz in Lemberg zusammengeschlossen. Die politischwirtschaftliche Tätigkeit im Lande leistete die Partei gemäß den Beschlüssen der zionistischen Reichskonferenz in Krakau im Jahre 1906, der Landeskonferenzen in den Jahren 1907, 1909, 1911. Ihr Ziel ist die Erkämpfung der Anerkennung der jüdischen Nation, die Durchsetzung der tatsächlichen Gleichstellung der Juden, Schutz vor schädigenden Gesetzen, wirtschaftlicher und politischer Zusammenschluß der ganzen Judenheit des Landes. Würde die zionistische Partei diese Arbeit unterlassen, so wäre an die Nationalisierung der Juden in Galizien nicht zu denken. Verlassen von den Zionisten, müßten sie sich der Obhut der Assimilanten ausliefern, die politische und kulturelle Assimilation propagieren und auf den Schutz der jüdischen Allgemeinheit verzichten. Die Assimilation, die heute Führer ohne Nachwuchs und Armee hat und im Volke ganz entwurzelt ist, würde dadurch wiederum Boden gewinnen. Unsere nationale Arbeit ist schwer, erheischt große Opfer, ist aber fruchtbringend. Die Wahlreform-Agitation des Jahres 1900, der Brody-Zloczower Wahlkampf des Jahres 1906, der heftige Wahlkampf des Jahres 1907, die vierjährige Tätigkeit des Jüdischen Klubs im Reichsrat, die