Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 48)
- Language
- German
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Bulgarien Die in Sofia am 1. bis 4. Juli a. St. abgehaltene Landeskonferenz der bulgarischen Zionisten hatte beschlossen, den Sitz des Landeskomitees nach Rustschuk zu verlegen. In der konstituierenden Sitzung des neugewählten Landeskomitees wurde Nissim Daniel zum Präsidenten, Isaac S e m o zum Vizepräsidenten, Dr. Moise Ascher zum Kassierer, Isaac Asriel zum Schriftführer und Sigmund Rintel zum Beisitzer gewählt. Für die Redaktion des Parteiorgans „Haschof ar" wurde Herr Awram A. Cappon gewonnen, dem ein Beirat zugesellt wurde. Die erste Nummer des Parteiorgans erschien am 29. 8. a. St. und es folgten ihr in den nächsten zwei Wochen noch zwei Nummern,, die zwar noch nicht die wünschenswerte literarische Höhe erreichten, immerhin aber den fühlbaren Mangel eines offiziellen Organs zu beheben begannen. Das Landeskomitee hatte auch bereits mehrere Sitzungen abgehalten, einen ständigen Sekretär engagiert und verschiedene Fragen administrativen und propagandistischen Charakters in Erwägung gezogen,, als am 17./30. 9. 1912 die allgemeine Mobilisierung angeordnet wurde, welcher der Befehl für die Einführung des Belagerungszustandes folgte, wodurch jeder weiteren zionistischen Tätigkeit ein vorläufiges Ende bereitet wurde. Der Präsident, der Kassierer und der Sekretär des Landeskomitees wurden zu den Waffen einberufen, ebenso die meisten Mitglieder der Organisation in Rustschuk wie auch in allen anderen Städten des Landes. Dies hatte zur Folge, daß die gesamte zionistische Tätigkeit im Lande lahmgelegt wurde, wobei zu bemerken ist, daß der Prozentsatz derx zionistischen Soldaten ein bedeutend höherer ist als der nichtzionistischen, weil letztere zumeist fremde Staatsangehörige sind, die im Lande keinen Militärdienst leisten. Zu den Opfern des Krieges gehören auch viele unserer Gesinnungsgenossen; eine genaue Aufstellung wird erst nach Beendigung des Krieges möglich sein. Obwohl die Familien mancher unserer Gesinnungsgenossen durch den Abzug ihrer Ernährer in eine materiell ungünstige Lage geraten waren, und die Zurückgebliebenen infolge des Stillstandes des gesamten Wirtschaftslebens zu kämpfen hatten, mußten wir dennoch den an uns herantretenden mannigfaltigen Ansprüchen auf dem Gebiete der Wohltätigkeit Folge leisten. Das Landeskomitee hat sich auch offiziell an den Sammlungen für das bulgarische rote Kreuz mit einer Spende von 500 Frcs. beteiligt, was im Regierungsorgan „Mir" Erwähnung fand. Im übrigen beschränkte sich das Landeskomitee, zumal auch das Parteiorgan „Haschofar" sofort nach Ausbruch des Krieges sein Erscheinen einstellte, auf die Unterstützung der Ortsgruppe in Rustschuk und suchte daneben mit den Ortsgruppen des ganzen Landes einigermaßen den Kontakt aufrecht zu erhalten. Dies konnte nur mit den Gruppen in den größeren Städten, wie z. B. Sofia, Varna