Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 15)
- Language
- German
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— 8 — über alle Vorgänge haben, welche sich auf die Orientpolitik beziehen, und wir müssen die wirtschaftliche und nationale Entwicklung der Türkei und besonders Palästinas ständig verfolgen. Sogleich nach dem X. Kongreß haben wir uns bemüht, diesen Informationsdienst zu organisieren,, und durch die Verbindungen, die wir im Orient, in Europa und in Amerika angeknüpft haben, ist es uns gelungen, gute Informationen zu erhalten, die für unsere Entscheidungen von Wichtigkeit waren. Obwohl die Bindung an ein bestimmtes, unveränderliches Schema in der Politik gewöhnlich nicht zum Ziel führt, vielmehr eine gewisse Mannigfaltigkeit der Mittel, die Verfolgung verschiedenartiger Möglichkeiten durchaus nötig ist, lassen sich doch aus der Er» fahrung, die unsere Organisation im Laufe der Zeit gewonnen hat, gewisse Grundsätze ableiten, an die wir uns halten dürfen und halten müssen. Auf einige solcher Grundsätze, deren strenge Beachtung für uns von besonderer Bedeutung ist, soll hier nachdrücklich hingewiesen werden. ,Wir betrachten die politische Tätigkeit als ein System von Mitteln, durch welche der Prozeß der jüdisch-nationalen Konzentration und Regeneration in Palästina vor Störungen bewahrt und erleichtert werden soll. Die allgemeinen politischen Verhältnisse und die besonderen Bedingungen, unter denen sich die Kolonisation Palästinas vollzieht, lehren uns, daß die Erreichung politischer Erfolge in der angedeuteten Richtung mit dem Fortschritt unserer Arbeit in Palästina selbst aufs engste verknüpft ist. : Schon die Empfindungen allgemeiner Sympathie, welche wir in allen maßgebenden politischen Kreisen für den Zionismus wachzurufen bestrebt sind, können nur durch den Hinweis auf die Leistungen der jüdischen Kolonisationstätigkeit in Palästina geweckt werden. Soll diese Sympathie jedoch über gelegentliche Aeußerungen des Wohlwollens hinaus zu wirksamer Förderung unserer Bestrebungen führen,, so müssen wir durch fortgesetzte Schaffung realer Interessen in Palästina die Möglichkeit zur positiven Unterstützung unserer Sache geben. Die Verwirklichung unseres Programms hängt daher nicht von irgendeinem bestimmten politischen Erfolg, sondern im wesentlichen von uns selbst ab. Was wir von anderen Faktoren erwarten dürfen, kann immer nur den Charakter einer gewissen Unterstützung haben, setzt also unsere Wirksamkeit in Palästina voraus. Endlich darf niemals übersehen werden,, daß unsere Politik den Bevölkerungsverhältnissen Palästinas entsprechen muß, dessen Einwohnerschaft gerade in den letzten Zeiten für die Lösung der politischen Zukunftsfragen des Orients erhöhte Bedeutung gewonnen Tiat. * * •k