Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 324 (sequence 324)
- Language
- German
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hierdurch lassen sich auch bedeutende Ersparnisse erzielen an den Summen, die jetzt für Miete ausgegeben werden. IV. Der Lehrer. In einem Bericht über die Erziehungsarbeit in unserem Lande können wir nicht mit Stillschweigen über die Lehrer hinweggehen, die die Aulgabe eines Erziehers der neuen Generation im Lande unserer Hoffnung erfüllen. Der Lehrer arbeitet mit Hingebung, wach für all pädagogischen Fragen und Bestrebungen, und erträgt mit großer Geduld die schweren Lebensbedingungen und das ihm auferlegte Joch. Die Lehrer veranstalten zahlreiche pädagogische Vorträge und Diskussionsabende zur Klärung der Fragen der Schularbeit und erübrigen von ihrem geringen Gehalt noch Beträge für pädagogische Werke. Die Lehrer geben die Zweimonatschrift „Hachinnuch" und1 die zweimal monatlich erscheinende Zeitschrift „Hed-Hachinnuch" heraus. In den Sommermonaten veranstalten sie auf eigene Kosten Fortbildungskurse. In diesem Jahre haben sie ein pädagogisches Museum eröffnet. Die Lehrer hatten auch Verständnis für die Forderung nach Eröffnung neuer Klassen und' steuerten LE 1000 für unser Budget in Gestalt von 4 Arbeitstagen bei, wodurch eine bestimmte Anzahl von beschäftigungslosen Lehrern Arbeit fand. Alle guten Bestrebungen werden aber durch die schwere materielle Lage der Lehrer in ihrer Ausführung gehemmt. Sie arbeiten bisweilen monatelang, ohne Gehalt zu erhalten. Erst im Juni d. J. wurde ihnen das Februargehalt ausgezahlt. Das Gehalt der Lehrer ist nicht groß und reicht gerade zu einer bescheidenen- Lebensführung; unbedingt erforderlich ist jedoch, daß es pünktlich ausgezahlt wird. Die Lehrer sind von Sorgen infolge von Darlehen und Schulden bei den Kaufleuten überhäuft. Dies erniedrigt ihre Stellung und läßt keine Arbeitsfreuide aufkommen. Es gibt Lehrer, die buchstäblich hungern. Die Regierung hat sich mit der energischen Forderung an die Zionistische Exekutive gewandt, für die Auszahlung der Lehrergehälter zu sorgen; und muß die Regierung uns erst an unsere Pflicht den Lehrern gegenüber erinnern, die unsere kulturelle Arbeit leisten? Diesem erniedrigenden und beschämenden Zustand muß ein Ende gemacht werden Wir haben den Lehrern das Schicksail unserer Kinder anvertraut und' wir müssen ihnen die Möglichkeit geben, ihre große Aufgabe zu erfüllen. Die ständige Aufregung und unaufhörliche Verbitterung der Lehrer infolge ihrer elenden Lage hat eine ungünstige Wirkung auf den Geist der Schule und die Resultate ihrer Arbeit. Auf dem Gebiete der Erziehung wird, trotz der schweren Bedingungen der palästinensischen Wirklichkeit, eine große Arbeit geleistet. Die Schulen werden immer vollkommener, die Arbeit wird immer mehr ausgedehnt. Die jüdische Schule ist ein Lichtpunkt in unserer palästinensischen Arbeit. Dieses Werk haben wir im Einklang mit der Entwicklung des Jischuw fortzuführen. — 324 -